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Reiseberichte aus Afrika

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Unser Reisebericht aus Ruaha, Katavi, Mikumi Nationalparks und Sansibar Juni 2008: Traumsafari Tansania

9. Juni:
Ankunft um 7 Uhr morgens auf Sansibar, nach dem Nachtflug mit der Condor sind wir doch recht müde, schlafen ist uns schwergefallen, dafür sind die Sitzreihen doch sehr eng. Sansibar empfängt uns mit feuchtwarmen Wetter, die Zollformalitäten sind schnell erledigt, wir mussten nicht mal die Impfpässe  für Gelbfieber zeigen, der Health Desk war geschlossen, ist wohl zu früh am Tag. Wir schauen uns draussen um, ein kleiner Flughafen und eigentlich sollte der Pilot uns abholen. Keiner zu sehen, nach einer halben Stunde rufe ich im Büro in Dar an; der Pilot hätte 40 MinuteRuaha Tansania  Safarin Verspätung. Nach einer halben Stunde kommt dann unsere Pilotin, eine zarte junge Frau und entschuldigt sich für die Verspätung und wir müssen noch auf 2 weitere Passagiere warten. Als die dann auftauchen geht es los, eine kleine 6 - sitzige Cessna, das gefällt uns. Die Pilotin namens Soki ist aus Argentinien, Sie verstaut unser Gepäck unten in der Maschine, harte Koffer wären da nicht reingegangen, eine Tasche muss noch auf den hinteren Sitz, und dann geht es los. Ich darf als Leichteste wegen der Balance vorne sitzen, Soki macht einen sehr kompetenten Eindruck.  Wir fliegen über blautürkises Wasser, Inseln und Lagunen in Richtung Festland. Nach einer halben Stunde wird die Besiedlung unter uns immer spärlicher, wir sind auf dem Weg in die Wildnis. Über den Wolken hole ich dann erstmal etwas Schlaf nach, als ich wieder wach werde sind Berge und Täler zu sehen und bald nähern wir uns Ruaha, den grossen Fluss sehen wir schon lange vorher. Ein kurzer Rundflug über die Lodge und dann fliegen wir den Airstrip an. Es ist 12 Uhr und schön warm als wir landen, dort werden wir auch schon erwartet , ein offener Maruti mit 2 breiten Sitzbänken und los gehts in Richtung Ruaha River  Lodge. Der Weg dorthin ist schon unsere erste Pirschfahrt durch die sagenhaft schöne Landschaft des Ruahaparks, zarte Farben herrschen vor, anders als in Kenia. Es gibt  allerlei zu sehen: Giraffen, Elefanten, viele Impalas, Zebras und verschiedRuaha Tansaniaene Antilopen, Vögel überall.  Schon wird die Kamera ausgepackt. Nach einer Stunde sind wir da, unser Cottage direkt am Fluss ist geräumig, hat statt Fenster nur Moskitonetze, ein grosses Bad, 2 Betten, Regale mit Safe und eine Veranda. Alles da was man braucht, aber kein Schnickschnack, wenig Dekoration. Witzigerweise haben die Türen eine elektronisches Schloss mit Zahlencode, aber was ist mit dem Fenster ? ..Na gut, wir sollen gleich zu Mittag essen, das machen wir dann auch, es gibt ein Büffet mit viel Auswahl an frischem Gemüse, Salaten,  Reis, Fleischragout und einen Nachtisch, alles sehr lecker. Die warmen Sachen werden auf afrikanischen Cottoöfchen mit Holzkohle warmgehalten, zum Ende hin brennt das leider manchmal an: Also besser nicht zu spät kommen. Der Gamedrive ist um 16 Uhr, wir sollen uns dann am Parkplatz treffen. Alles ist hier streng durchorganisiert, die Ruaha River Lodge ist eine recht grosse Lodge mit über 20 Zimmern, im Augenblick sind aber nur 8 belegt. Der Gamedrive am Abend findet zusammen mit den 2 Neuseeländern statt, die mit uns ankamen, ein älteres Ehepaar. Wir fahren durch diese wunderschöne Landschaft, unser Driverguide Josphat ist sehr kompetent und hat viel zu zeigen und zu erzählen. Die Tiere sind nicht scheu, wir sehen ständig was Neues. Plötzlich stoppt er und fährt ein Stück  zurück: Da liegt ein junger Löwe direkt an der Strasse unter einem Busch, wir hatten ihn nicht gesehen. Der Löwe macht einen schwachen Eindruck, er scheint eine Infektion zu haben und ist sehr dükudumalenn . Er bleibt liegen und ruft sein Rudel, von dem wir nichts sehen, das Gras ist sehr hoch. Wir bleiben einen Moment bei ihm und wollen dann weiterfahren, um íhn nicht unnötig zu stressen. Doch der Maruti macht keinen Mucks mehr! Wir stehen  2 m neben einem kranken Löwen in einem offenen Auto, das nicht mehr anspringt....Die Strasse hat etwas Gefälle, wir lassen das Auto so weit es geht wegrollen, vielleicht 20 m . Wir hören den Löwen immer noch nach seiner Familie rufen. Josphat und mein Mann steigen aus und schauen unter die Haube, können aber keinen Fehler erkennen. Über Funk wird die Lodge gerufen, der Mechaniker bringt ein Ersatzfahrzeug, es dauert nur 20 Minuten weil wir noch nicht weit weg waren. Ich merke schon: Diese Reise ist nichts für Leute mit schwachen Nerven und wenig Geduld, die Neuseeländerin ist schon ziemlich ungehalten geworden.   Aber wir sind halt nicht in Disneyland. Weiter geht mit dem neuen Auto, ein Tal hinunter mit vielen Baobabs und dann an den Fluß. Es ist fast 18 Uhr, jetzt ist die Stunde in der Raubtiere jagen gehen und Josphat weiss auch wo: Am Fluß ist eine  Herde Impalas und ganz in der Nähe sehen wir 2 Löwinnen. Wir pirschen uns von vorne gegen den Wind ran, so das wir die Tiere nicht stören und warten unter einer Akazie.  Gut gemacht Josphat, da kommen die Löwinnen und zwar direkt auf unser Auto zu. Wir sitzen ganz ruhig und warten ab, aber als die zwei Katzen  immer näher kommen verliert unsere Mitfahrerin die Nerven und will weg! Alles zureden hilft nicht, sie hat wirklich Angst und redet viel zu laut, was auch die 2 Jägerinnen sichtlich irritiert. Also müssen wir leider wegfahren und sehen nicht was noch passiert.  DIe Kiwis sind wohl keine wilden Tiere gewöhnt,nur Schafe?  Endgültig unten durch ist die Kiwidame dann bei uns, als wir am Lodgeeingang  3 junge Schakale sehen, die Sie nur  “awfull”  findet. Wir mögen Schakale sehr und auch um sie zu sehen sind wir hier!  Leider habe ich die Kamera zu früh eingepackt. Trotzdem ein ereignisreicher Tag, wir gehen zum Sundowner in die Lounge und gucken auf den Fluss, wo die Flusspferde sind und dann zum Abendessen, aber pünktlich!! Wieder sehr lecker und noch ein Absacker, dann mit  Masai- Begleitung ins Cottage, eineTaschenlampe ist immer gut, weil die Hippos überall sind. Die Betten sind gross und bequem, dicke Decken kann man gebrauchen, es ist am Abend recht frisch geworden (10° C), jetzt ist ja Winter. Wir schlafen zum Gesang der afrikanischen Nacht und mit dem Grunzen der Flusspferde ein. Wir hoffen, das sich der junge Löwe wieder erholt und das sein Rudel  noch zu Ihm gekommen ist heute Abend. elefanten-baobab

10. Juni: Ruaha :
Am nächsten Morgen wecken uns die Vögel und die Sonne, der Blick auf dem Fluss ist unbeschreiblich....Gleich das Vogelbuch rausgeholt und geguckt was da alles rumflattert , ein Nektarvogel, aber welcher ? Ein Hoopoe, ein Mausvogel, ein Drongo. Was schon  nach 7 Uhr? ..... jetzt aber schnell zum Frühstück ! Das ist gut und reichlich, Früchte, Saft, Toast, Eier, Speck, Bohnen, Toast, elefanten-auf-der-fluchtselbstgebackenener Hefezopf, wilder Honig dazu, alles wird an den Tisch gebracht. Frühstück mit Blick auf den Fluss, aber man muss sich warm anziehen, es ist noch frisch am Morgen. Die dicke Jacke ist im offenen Auto angebracht, meine Strickmütze wär auch gut. Heute morgen sind wir allein im Maruti, gut so. Die Kiwis sitzen lieber im Defender, der ist 20 cm höher, ja so hoch können Katzen  nicht springen.... Uns ist es Recht, so können wir sagen wie lange wir wo bleiben wollen. Wer das immer so machen will kann ein exklusives Fahrzeug buchen, in der Haupsaison eine gute Idee. Die Löwen sind heute nicht zu sehen, aber ihre Spuren schon.  Ein Hammerkopf am Fluss, und wir haben grosses Glück, dass wir Grosse Kudus sehen, zuerst einen Bock und das Weibchen, gehören  zum Stamm der Buschböcke, Tragelaphini. Im ausgetrockneten Flussbett : Elefanten mit Zebras davor, ein toller Anblick. Weiter gehts, unser Fahrer gibt sich Mühe Löwen zu finden, aber das Gras ist hoch, nicht so einfach zu der Zeit. Mittags geht es zurück zum Lunch, jetzt ist es warm. Wir stellen fest: Das Hauptrestaurant auf dem Berg ist noch geschlossen, aber wir klettern hoch: Von hier ist der Blick auf den Fluss grandios und aus den umliegenden Cottages auch, schade das es noch zu ist. Irgendwie riecht es hier streng nach Katze, ob die nachts hier hochklettern?zebras-und-elefanten-Ruaha   Man muss gut zu Fuss sein, die Wege sind steil. Am 22. Juni wird hier wieder geöffnet, der untere Bereich ist dann für die weniger geländetauglichen Gäste gedacht.  Wir duschen nach den Essen, jetzt gibt es warmes Wasser und ruhen auf unserer Terrasse aus. Um 16 Uhr gibt es Tee und Kaffee, dann geht es wieder in den Busch. Diesmal mit Begleitung aus der Schweiz, wir verstehen uns gut. Viele Impalas, Vögel  und immer wieder Giraffen und Elefanten zum Anfassen, es ist unglaublich. In der Dämmerung kommen wir zurück, Sundowner am Fluss und dann zum Diner. Wieder alles frisch und lecker, das Personal kann nicht gut englisch, aber es kommt alles und die Getränke sind sehr günstig. An den Tisch kommt die Managerin wegen der Planung für den nächsten Tag, wir wollen eine Ganztagestour machen, kein Problem, Sie bestellt uns Lunchpakete. Wir gehen früh ins Bett, um 10 Uhr wird der Generator abgeschaltet, dann gibt es nur noch Lampen. Die Hippos sind heute sehr laut. Irgendwann nachts wache ich auf weil jemand furchtbar schnarcht, nein: Hans-Peter war es diesmal nicht: Ein Flusspferd liegt auf dem Weg neben unserem Fenster und schnarcht ! Ach ja: Es gibt keine Moskitos,  denen ist es hier zu kalt und die Wasserlöcher sind weit weg.   Hier gehts zu  den Ruaha  Safaricamps

11. Juni: Ruaha River Lodge:
Es war sehr kalt heute Nacht  und ich stelle fest: Mein Kameraakku ist fast leer, gestern abend war er noch fast voll, ich hätte doch laden sollen. Nach dem Frühstück fahren wir gleich los, die Lunchpakete sind dabei und Getränke, wir bleiben den ganzen Tag und fahren bis zum Mwagusi Sand River und an die Mdonya Felsen,  wo oft Leoparden gesehen werden.   Und vielleicht die Löwen ?? Aber das ist schwer; das Gras ist hoch, wir machen uns da nicht viel Hoffnung.  Die Landschaft nimmt uns sofort gefangen: Die Luft ist kalt und klar, das Licht phantastisch. Wir wärmen uns in der Sonne und gegenseitig. Eine Gruppe Elefanten unter einem riesigen Baobab sieht klein aus, fast surreal. Kaum treffen wir auf andere Autos. Im  Flussbett  Zebras und Elefanten wie aus dem Bilderbuch....Impalas stehen überall, sie sehen so appetittlich und sauber aus. ManElefanten  Ruaha che Elefanten laufen davon, andere sind eher frech und jagen uns weg. Auf der anderen Seite vom  Fluss sehe ich eine Herde Impalas auf der Flucht, aber wovor ? Josphat schaut durch Fernglas, er sieht nichts... Da sehe ich es: Eine Löwin pirscht sich an die Herde an, aber die Herde bleibt in Bewegung. Wir können eine Zeitlang beobachten,  wie sich beide am Fluss entlang bewegen, die Impalas scheinen mit der Löwin zu spielen. Ob sie alleine ist ? ..wir sehen keine anderen Löwen, aber auch da ist hohes Gras. Nach einer Weile  verschwinden sie im Busch.  Wir fahren weiter an den Mwagusi Sandriver, der jetzt schon ausgetrocknet ist.  Elefanten graben dort nach Wasser und andere Tiere folgen.  An einem Picknickplatz machen wir Rast und verzehren unseren Proviant, der reichlich ist, wir geniessen die Aussicht auf den Mwagusi.  Mittlerweile ist es warm, die Jacken sind längst weg. Dann geht es weiter, zu den Mdonyafelsen. Tolles Gebiet, für Leoparden, aber wir haben heute kein Glück mit den Katzen. Josphat holt uns wildes Basilikum aus dem Busch, was einen berauschenden Duft hat (es hilft auch gegen Moskitos) und eine Baobabfrucht die süss schmeckt, fast wie Brausepulver. Es ist jetzt heiss und wenn die Löwen irgendwo sind, dann im Schatten. Josphat fährt an viele Stellen wo er sie vermutet, oft sehen wir Spuren und das Gras ist flachgedrückt, ich kann sie manchmal noch riechen. Der Akku der Kamera ist wieder fast voll, zum Glück. Denn er sieht etwas, unter den Bäumen, Safari in der Ruahaaber wir sehen nichts ! Er fährt näher ran und wir können unser Glück nicht glauben: Ein ganzes Rudel Löwen liegt da im Schatten: 11 Tiere, 3 adulte Weibchen und acht ca.1 Jahr alte Jungtiere. Josphat fährt langsam, leise heran bis auf 3 m, der Maruti ist leicht und macht kaum Krach.  Eine der Löwinnen hebt den Kopf und starrt uns an, wir blinzeln sie an, sie macht das Gleiche und legt sich wieder hin.: Die Beschwichtigungssignale sind wohl bei allen Katzen gleich, ob klein oder gross. Wir können in Ruhe beobachten wie sie sich gegenseitig putzen, räkeln und tolle Bilder machen. Das Bild habe ich vom Autoboden gemacht, sieht aus, als hätte ich davor gelegen... Es sind keine anderen Autos zu sehen, wir haben sie für uns alleine. (Zum Glück auch keine Ranger, wir sind nämlich offroad, das kostet Strafe.)  Wir fahren langsam wieder davon, das war schön. Die Löwin hebt nochmal den Kopf, sie war wirklich nett.  Zurück in der Lodge: Erstmal gehen wir unter die heisse Dusche und beim Sundowner wird von unseren Löwen erzählt, die anderen haben heute keine gesehen. Den Akku lassen wir im Büro laden, da wir keinen Adapter dabeihaben. Beim Abendessen erfahren wir vom Piloten, das wir um 6 Uhr am nächsten Morgen wegfahren, da müssen wir noch packen heute abend. Trotzdem: Eine Flasche Wein muss sein heute abend, ein guter Südafrikaner ist mit 20.-$  recht günstig, dafür das wir im Busch sind. Überhaupt sind die Getränke hier preiswert, wir zahlen für alle 3 Tage mit Wein 77.- $.  Die letzte Nacht in Ruaha ist ruhig, der Wind hat sich gelegt  und die Hippos sind heute leise, nur der Fluss und die Zikaden lullen uns ein, später hören wir noch in der Ferne Löwen brüllen und eine Hyäne keckern ...

12. Juni: In den Katavi :
Es weckt uns der Maasai um 5:30 Uhr mit heissem Cafe und Keksen. Es ist sehr kalt. wir ziehen alles an was wir haben, da wir im offenen Auto fahren werden, 40 Minuten bis zum Airstrip. Es ist noch dunkel als wir losfahren, Richard der holländische Pilot aus Bonaire, den wir gestern abend schon kennengelernt haben, ist auch vermummt.  Wir nehmen noch einen neuen Angestellten mit nach Katavi, sonst ist niemand in der Maschine. Auf dem Weg zum Airstrip sehen wir keine Tiere, die liegen noch im Busch, das ist denen wohl auch zu kalt. Als wir ankommen wird es langsam heller und Richard macht die Cessna fertig, verlädt das Gepäck und los geht’s. Diesmal darf Hans-Peter vorne sitzen,suedtansania-katavi-ruaha der neue Kellner ist ängstlich, er ist noch nie geflogen. Wir geniessen den Flug und die Landschaft unter uns: Wir sehen noch mal den majestätischen Ruaha, die Leopardenfelsen und den sandigen Mwagusi. Nachdem wir Iringa überflogen haben sehen wir keine Strassen oder Dörfer mehr, nur noch Wildnis: Das gibt es wirklich noch: Wildes Afrika.  Richard ist ein guter Pilot, sehr ruhig, wir haben volles Vertrauen. Nur das Navi ist etwas durcheinander, er muss dauernd korrigieren.  Ich hätte doch keinen Café trinken sollen, die Blase meldet sich, aber in der kleinen Cessna gibt es keine Möglichkeit. Ich mache noch ein Nickerchen, als ich aufwache sehe ich unter mir nur Busch und Berge, dann fliegen wir zu einer Hochebene. Überall ist Wasser, sind wir im Okawango ?  Nein, das ist Katavi: Alle paar Jahre werden die savannenartigen Ebenen überflutet, so das hier keine Bäume wachsen . Das ist hier nach 5 Jahren zum ersten Mal wieder passiert. Ich sehe eine riesige Büffelherde im Wasser in der Ebene stehen, am Rand ist Busch- und Waldgebiet und da stehen auch Zelte. Beim Landeanflug müssen wir einen Extrarunde drehen, weil Wasserböcke auf der Landebahn sind. Wir landen kurz nach 9 Uhr, es schlägt uns feuchtwarme Luft entgegen. Es ist noch niemand da der uns abholt, aber Richard hat schon angerufen, der Manager ist unterwegs. Er nimmt  sein Frühstück im Flughafenbanda ein, dann fliegt er weiter. Nach 15 Minuten kommt ein Maruti und Manie, der Manager begrüsst uns sehr nett: Er wusste nicht, das wir kommen, aber er hat das Flugzeug gesehen und ist gleich losgefahren um zu sehen wer da kommt, da kam auch schon der Anruf aus dem Flieger. Übrigens -wir staunen -hier hat man Handyempfang!  Aber nur zweimal in der Woche landet ein Flugzeug.. Normalerweise hätte die Fahrt 15 Minuten gedauert, doch die Strasse ist überschsuedtansania-katavi-tansaniawemmt, deshalb musste er aussenrum fahren, das dauert fast eine Stunde. Wir wollen wissen, wieviel Gäste er hat; ausser uns ist nur eine Filmcrew da - na prima. Er lädt das Gepäck ein und los geht’s, unser erster Gamedrive in Katavi: Wir sehen sofort viele Tiere, die Grossen zuerst: Giraffen, Elefanten, Büffel, Krokodile die wirklich riesig sind, ...viele Vögel, auch Wasservögel. Aber auch die kleinen: Die Tse-Tse-Fliegen suchen unsere Bekanntschaft, im Auto liegen schon Fliegenwedel.  Auch hier ist das Gras noch hoch, dazu kommt das viele Wasser, aber trotzdem sehen wir ständig Tiere. Bei der Ankunft gibt es erstmal ein gutes Frühstück im Messtent, hier steht ein grosser Esstisch, die Bar und Sofas.  Danach zeigt uns Manie unser Zelt : Ein grosses Zelt auf einer Holzplattform mit Makutidach, mit einem grossen und einem kleinen Holzbett, Schreibtisch, Stühlen und 2 Schränken, die das Badezimmer abtrennen. Das Bad hat ein WC, eine Dusche und einen rustikalen Waschtisch. Alles ist nett dekoriert und es gibt schöne Decken und Bettwäsche. Warmes Wasser wird mit Solarenergie gemacht. Alle Zelte stehen so weit auseinander, dass man kein anderes Zelt sieht von seiner Veranda.  Beim Mittagessen lernen wir auch die Filmleute kennen, Anton aus Holland und seine 2 Mitarbeiter aus Arusha. Wir sitzen alle am grossen Tisch und die Stimmung ist locker. Anton fängt gleich an zu erzählen was er alles heute morgen gefilmt hat... Auch das Mittagessen ist sehr gut, Suppe, Büffet in den bekannten Öffchen und Dessert. Manie erzählt Geschichten und bedauert das viele Strassen nicht befahrbar sind, aber am Fluss gibt es immer viel zu sehen, oft auch schon im Camp. Die Katisungaebene ist voller Tiere und erinnert uns an die Serengeti. Am Nachmittag gehen wir mit unserem Guide Apollo auf Gamedrive, er kennt sich auch gut mit Vögeln aus und zeigt uns viele neue Spezies. Am Fluss sehen wir Löwenspuren... Wir fahren zeitig zurück ins Camp um dort den Sonnenuntergang zu geniessen, auf dem Rückweg stehten dauernd Tiere im Weg: Elefanten, Büffel, Giraffen oder Flusspferde. Eine Fussafari ist hier nicht anzuraten, überall sind zuviel Tiere.  Nach dem sehr guten Abendessen mit Wein aus Südafrika sitzen wir noch auf der Veranda und lauschen der afrikanischen Nacht. Gibt es ein schöneres Geräusch? Für mich nicht. Auch die Gerüche sind intensiv, es riecht wild und bekannt zugleich. Wir sind im Busch angekommen. Wir schlafen tief und fest im grossen Bett, der Mond scheint durch die Fenster vom Zelt und Afrika singt uns sein Wiegenlied. Gegen Morgen hören wir einen Leoparden ganz in der Nähe rufen.  

 

13. Juni, Katavi:
Wir wachen beim Sonnenaufgang auf, es ist sehr kalt, ich zieh mich unter der warmen Decke an und mache Katzenwäsche. Gleich mal nachsehen, wer heute Nacht alles im Camp war. Auf den sandigen Wegen kann man die Spuren gut lesen: Ja, da war der Leopard, den wir heute Nacht  hörten, eine Hyäne und einige Schleichkatzen. Sie sind nur ein paar Meter vor unserem Zelt entlang gelaufen, ein Elefant war auch da; er hat einiges  hinterlassen.  Nach dem Frühstück fahren wir mit Apollo los, es ist 8 Uhr und noch kühl, es sind noch keine Mücken unterwegs. In der Ebene begrüssen uns die schon vertrauten Bewohner: Zebras, Giraffen, Hippos, Topis, Impala, Elefanten, Büffel,  alle sind wieder da.  Wir sehen viele Wasservögel: Sattelschnabelstörche,  verschiedene Ibisse, Enten, Reiher, ...  Im Miombo Wald halten wir Ausschau nach dem Leoparden, dann fahren wir zum Fluß. Die Krokodile sind da,  Wasservögel, Flusspferde,  da seh ich etwas im Fluß liegen: Es ist eine Giraffe, wir setzen zurück, um über dem Wind zu stehen, es riecht nach totem Fleisch. Sie sieht fast unversehrt aus, der Kopf ist im Wasser. Die Krokodile in der Nähe haben noch kein Interesse an ihr. Auf der Rückfahrt sehen wir Löwenspuren. Zurück im Camp beim Mittagessen erzählt Anton er habe auf der Strasse einen Löwin mit Jungen gesehen, die dann im hohen Gras verschwanden. Wir trösten uns mit den vorzüglichen frischen Artischocken die es heute gibt, ausserdem Kartoffelsalat, Roastbeef und Kuchen zum Nachtisch.  Wir duschen und ruhen uns im Camp aus, jetzt ist es warm.  Das Camp steht am Rande des Miombo Waldes,  hier wachsen Bäume die teilweise grosse und bizarre Samenkapseln tragen mit bunten Samen ( Brachystegia spec.) . Die Borassuspalmen ( Borassus aethiopia)  haben riesige Wedel, die im Wind sehr laut rauschen, fast wie am Meer. So ein Nachmittag im Camp ist auch sehr schön, wir fahren heute etwas später los und fragen ob wir das Stoffdach ab machen können, weil da immer die Tsetsefliegen druntersitzen, außerdem kann man so besser photographieren. Kein Problem:  Manie macht das und wir sprühen noch den FahrzeBlassuhu im Kataviugboden mit “Hatari” (ein Insektizid, mit dem auch die Zelte ausgesprüht werden) ein, das sollte sie vertreiben. Aufgrund des vielen Wassers gibt es im Augenblick viele Tsetse und Moskitos, obwohl es nachts so kalt ist. Da es hier aber nur wenige Menschen gibt, ist die Gefahr sich Malaria oder Leishmaniose zu holen gering : Wenn kein Wirt da ist, können die Fliegen auch nichts übertragen, das bestätigt auch Manie, der schon einige Monate da ist und topfit, ohne Prophylaxe. Auch keiner der 7 Angestellten ist krank oder hat Fieber, das ist sehr beruhigend.  Die Ansteckungsgefahr ist in einer Stadt oder in einem großen Strandhotel viel höher als im Busch, das weiss ich aus Erfahrung. Aber man sollte trotzdem Stiche vermeiden, abends immer Autan auftragen und lange Hosen.  Auf dem abendlichen Gamedrive haben wir Ruhe vor den Tsetse, sie mögen keinen Fahrtwind. Wir sehen die größte und die kleinste Eule die es hier gibt: Ein Blassuhu (Bubo lacteus) sitzt in seinem Nest und noch ein anderer im Baum, das Weibchen ist grösser und wird 66 cm gross, sie jagen Perlhühner und sogar junge Impalas. Das kleine Gegenstück dazu, der Perl-Sperlingskauz (Pearl-spotted owlet  - Glaucidium perlatum) die kleinste Eule hier,  wird nur 19 cm gross und ist auch tagaktiv. Am Fluß sind wieder viele Krokodile und wir treffen dort ein anderes Auto vom Chada Camp mit einem Paar Touristen. Auf der Rückfahrt gucken die Flusspferde am See ausnahmsweise mal nett in die Kamera und in der Ebene sind wieder alle versammelt: Giraffen, Hippos, Büffel, Topi, Kraniche, Störche, Ibisse, die grossen schwarzen Kaffernhornraben (Bucurvus leadbeateri), ein Schlangenadler(Circaetus cinereus).
 
Zum Abendessen empfängt uns Manie mit einem breiten Grinsen: “No mosquitos today in the messtent. I hope you like the smell !” Er hat  Elefantensuedtansania-katavi-safaridung angesteckt,  in Tonschalen qualmt der langsam vor sich hin und die Mücken sind weg. Es riecht gar nicht so übel und wir essen in Ruhe am grossen Tisch. Anton erzählt von kämpfenden Flusspferden die er gerade filmt, morgen schauen wir bei ihm vorbei, das wollen wir sehen. Manie erklärt uns, dass die beste Zeit hier in Katavi das Ende der Trockenzeit ist: Wenig Mücken und alle Grosstiere versammeln sich an den letzten beiden Wasserstellen, Hunderte von Flusspferden liegen nebeneinander im Schlamm. Giraffen, Zebras, Impalas und Topis kommen an die Wasserstelle und die Löwen und Leoparden sind dort immer auf der Lauer. Man kann täglich Raubtiere bei der Jagd sehen,... Ein echtes Naturschauspiel bieten auch die riesigen Krokodile die sich dann Höhlen im Flussbett graben, wo bis zu 60 Tiere auf den Regen warten und in eine Art Winterschlaf fallen. Man braucht dann nicht weit zufahren und wartet nur am Wasserloch. Auch Anton, er ist übrigens 73, will im Oktober wieder kommen um weiter zu filmen, der Film wird für Discovery Cannel produziert, wie die meisten seiner Filme. Er erzählt von seinen früheren Aufnahmen in der Serengeti und im Ndutu Gebiet, und ich habe wohl alle seine Filme gesehen. Schön den Mann mal kennen zu lernen.  Manie zeigt uns nach dem Essen seine Bilder, auch von den baumkletternden Löwen, die dann dort hinauf vor der Hitze fliehen. Besonders spannend ist sein Bericht von den Löwinnen, die vor dem Camp ein Zebra erlegten und es dann unter die Veranda von Zelt 1 brachten. Das Zelt scheint ihr bevorzugter Ausguck zu sein, hier liegen sie manchmal vor dem Zelt, es hat wirklich den besten Blick in die Ebene.  Heute abend sitzen wir noch vor dem Zelt und lauschen den Geräuschen der Nacht: Was da wie ein Vogel pfeift ist ein Buschbock, vielleicht der, der tagsüber unter unserem Zelt liegt...Der Mond ist gross und erleuchtet die überflutete Ebene...

Sie wollen dahin ?   Katavi Wildlife Camp

 

 Bilder Copyright Sylvia Rütten oder Manie Uys

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