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Reiseberichte aus Afrika

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10. Februar 2015: Reisebericht vom Ruaha Nationalpark- Kigelia Camp: Ein Löwenkindergarten am Weg, Braune Papageien im Leberwurstbaum und traumatisierte Elefanten

Heute morgen weckt mich der Graukopfliest mit seinem Balzgesang, der fängt früh an kurz nach 5 Uhr, es ist noch fast dunkel.  Ich bleibe noch etwas liegen und warte bis es dämmert. Im Fluss ist ein einsamer Elefant und trinkt. Ich packe alles zusammen und wir frühstücken, es gibt alles was man sich wünscht. Unsere Fahrt wird knapp 4 Stunden dauern, wir haben das Auto für uns alleine und das Safariauto des Kigelia Camps wird uns auf halber Strecke übernehmen. Wir sind gespannt was wir sehen werden.  Die Fliegen sind  wieder zahlreich aber bei der Rauch vom Elefanten-Dung erfüllt seinen Dienst. Das Zaubergras ist überall ziemlich hoch und Ruaha Safari Camp Tansaniada wir auf der Strasse fahren müssen sind unsere Erwartungen nicht sehr hoch. Doch schon bald liegt ein junger Löwenmann direkt am Weg und beäugt uns skeptisch.  Wir stehen eine Weile und machen Photos, er bleibt ruhig  und gelassen.  Die Baobabs sind hier zahlreich, ganze Alleen dazwischen Büsche und kleinere Akazien, dazu das hoche Gras. Fuss-Safaris sind hier zur Zeit nicht angesagt, hinter jedem Busch kann sich ein Tier verstecken. Elefantenherden treffen wir an, doch viele junge Tiere, Elefanten ohne Stoßzähne sind oft zusehen, kaum alte Elefanten oder Elefanten mit großen Stoßzähnen. Die Wilderei ist in Tansania leider außer Kontrolle, es sind in den letzen Jahren  bereits  60 % der Elefanten in Ruaha und Selous gewildert worden laut Untersuchungen von EIA international, einer NGO. Regierung und Parkverwaltung bestreiten dies, doch sind die korrupt und  angeblich daran beteiligt. Ein Stück weiter liegt ein zweiter Löwe am Wegesrand, der ist als wir stehen bleiben und ihn beobachten, sichtlich unruhig. Als wir langsam weiterrollen sehen wir den Grund:  Da sitzen viele Löwenbabys im Gras und schauen uns erstaunt an.  Zuerst sehen wir nur 5 , dann 6 Löwenbabys, dann immer mehr die den Kopf heben. Wir zählen 12. Sie sind aus verschiedenen Würfen, es gibt Löwenkinder die sind 6 Monate alt, andere sind viel jünger, das ist ein Löwenkindergarten und der Löwenmann ist der Babysitter. Das erklärt seine Unruhe. Ich werfe einen Blick nach hinten und sehe, das der Löwe uns noch im Auge hält. Es ist ungewöhnlich, da meist eine Löwin auf  die Löwenkinder  aufpasst, kein männlicher Löwe. Wir machen tolle Bilder von den  Löwenkindern, ich seheRuaha Safari Löwenkinder das der Löwenmann plötzlich in die andere Richtung verschwindet. Warum macht er das, geht  er Verstärkung holen? Etwas später hören wir von weit weg eine Löwin rufen, die Löwenkinder stehen alle auf und laufen zielstrebig in die Richtung des Rufs,  schnell sind sie im Zaubergras verschwunden, als wären Sie nie da gewesen. Das war ein magischer Moment.   Wurde das dem Löwenmann zu viel Verantwortung? Der Löwenkater ist halt auch nur ein Mann und hat sicherheitshalber der Löwenmutter Bescheid gesagt.
Nach knapp 3 Stunden sind wir am Treffpunkt, wir verabschieden uns vom Guide und der Neue von Kigelia will gleich wissen was wir gesehen haben. Als wir von 14 Löwen berichten glaubt er uns zuerst nicht, doch meint dann müsste er uns ja keine Löwen mehr zeigen, das wäre bei dem hohen Gras schwierig. Hier sind  deutlich weniger Tse-Tsefliegen und das Buschland ist etwas offener als im Süden. Wir treffen auf der Fahrt ins Kigelia Camp immer wieder Giraffenherden, Elefanten mit vielen  Jungtieren, doch oft sind die Elefanten scheu oder sogar aggressiv. Einzelne Elefanten drohen uns ernsthaft, mit zurückgeklappten Rüssel; das sieht dann aus als ob sie mit dem Rüssel eine Faust machen, dazu einer irrer Blick und die Ohren sind steif. Sieht man dies, sollte man schleunigst verschwinden, das ist im Gegensatz zum ausgestreckten Rüssel mit  viel Trompeten und Ohrenwackeln kein Scheingriff. Ebenso scheu sind zwei Große Kudus mit Kind, sie geben uns kaum eine Chance auf ein gutes Bild. Ruaha Safari Brauner PapageiIm Kigelia Camp angekommen stelle ich fest: Das ist ein richtiges Buschcamp. Die Zelte liegen weit verteilt im hohen Gras und Gebüsch, viele Vögel rundum, schmale Wege führen zum Messtent, überall auf dem Weg liegt frischer Elefantendung. Das Zelt ist schön und groß, mit Veranda zum Fluss, es hat eine Eimerdusche draußen hinter Bambuswänden und drinnen einen Waschtisch mit Schüssel und Wassereimer, eine Toilette mit Spülung.  Beim Duschen, es ist heiß geworden, stehe ich in der Sonne und nicht weit von mir ist ein Elefant an einem Baum zugange. Auf der Veranda entdecke ich im Leberwurstbaum ein Braunes Papageienpaar, sie fressen die Früchte und unterhalten sich dabei aufgeregt. Das ist Safari-Feeling. Unsere Pirschfahrt am Nachmittag machen wir mit dem Guide Hussein, netterweise  haben wir das Auto allein für uns. Die beiden Amerikaner sind auf einer Ganztagesfahrt und machen Picknick im Busch.  Eine Gruppe De-Fassa-Wasserböcke sind unterwegs, Impalas in Herden von über 50 Köpfen und am Felsen eine Pavianfamilie. Die Paviane sieht  man nach Mahale mit anderen Augen. Wir bemerken einen Trupp Perlhühner, der aufgeregt die Anwesenheit eines Raubtieres meldet, spähen mit dem Fernglas in  die Büsche, aber nichts regt sich. Das ist Leopardenland hier, doch nichts zu sehen. Leoparden sind Weltmeister im Verstecken.  Viele Von-der-Decken-Tokos (Tockus deckeni), typische Bewohner der Dornbuschsavanne in Ostafrika sind im Buschland unterwegs, für die Hornvögel beginnt die Balz mit der Regenzeit. Den Sundowner nehmen wir gemeinsam mit unseren 2 Amerikanern aus Mahale  im Camp. Die kommen etwas zu spät weil ein Elefant mitten auf dem Weg stand. Da heißt es warten, Elefanten haben hier Wegerecht.  Es gibt  Hühnercurry mit Gemüse, Salat und frischem Brot. Über den schmalen,  fast zugewachsenen Weg gehen wir langsam und vorsichtig mit unserem Askari zu den Zelten,  überall kann ein Elefant stehen.  Das Zelt ist warm und mein Bett groß und weich,  ich liege da und höre die Löwen weit entfernt brüllen, Hyänen sind in der Nähe und auch Schakale. Ein Elefant frisst sich durch den Busch hinterm Zelt. Lala Salama-  das ist  Afrika. Zum Kigelia Camp

11. Februar 2015,  Kigelia Camp: Kleine Wäsche,  zwei Eierdiebe,  eine Nachtfahrt in der Ruaha
Um 6 Uhr werden wir mit Kaffee und Keksen geweckt, um 7 Uhr fahren wir los, es ist schon warm aber auch windig, der Staub fliegt. Das Gras ist teilweise bis 70 cm hoch, ein Teil davon blüht weiß und fedrig, das ist unser Zaubergras. Zunächst sind wenig Tiere zu sehe während wir über holprige Wege fahren. Dann Giraffen, die schauen alle in eine Richtung: Da liegt ein neugeborenes Impala, was ihre Aufmerksawäsche auf safarimkeit erregt. Im Flussbett liegen ganze Elefantenfamilien und dösen oder spielen im Sand. Eine Löwin versucht ihr Jagdglück an den Impalas, doch die Paviane machen ihren Plan zunichte, sie schreien und schon sind die Impalas gewarnt. Die Löwen-Jungen hatten sich im Gras versteckt, das sagen uns die Amerikaner später beim Mittagessen. Um 11 Uhr wird es sehr heiß und die Tiere ruhen, wir fahren ins Camp zurück. Noch ist Zeit für eine kleine Handwäsche: Damenunterwäsche muss man selbst machen, die trocknet schnell in der Sonne und im Wind an der Bambusmatte  der Dusche. Zum Mittagessen im Messtent gibt es Frikadellen, Salate und Coucous, Obstsalat zum Dessert. Da wir heute eine Nachtfahrt machen wollen haben wir eine lange Pause, bis 17 Uhr. Unser Guide muss für die Nachtfahrt laut Vorschrift der Parkverwaltung einen Ranger holen aus dem Hauptquartier, das sind 2 Stunden zu fahren. Ich hab schon ein schlechtes Gewissen, so hat er kaum eine Pause.  Ich laufe im Camp umher und kann viele schöne Vögel sehen, auch die Kamerafalle hat Ulli installiert, mal sehen wer hier Nachts so rumläuft.
Wir treffen uns mit Hussein, einem Beleuchter und dem Ranger zur Abfahrt, das Auto ist fast voll.  Doch vorher muss ich für die Parkverwaltung auf 5 Seiten kleingedrucktes unruaha mwagusi safariterschreiben und ankreuzen, ohne Lesebrille, was mich ziemlich sauer macht.  Der Ranger sitzt vorne und hat sein Gewehr zwischen den Beinen, den Lauf nach oben und halb nach hinten. Stopp, so fahren wir nicht los, da ist mir viel zu gefährlich.  Er lacht und meint no problem, auf meinen Wunsch nimmt der die Waffe andersrum und in Fahrtrichtung.  Wir müssen den Ranger gleich mitnehmen, obwohl es erst 17 Uhr ist, was bedeutet wir dürfen keinen Zentimeter vom Weg runter. Für den Service zahlt man an die Parkverwaltung 50.-  extra pro Person. Ich bin nicht begeistert von dieser Nachtfahrt und muß mich erstmal beruhigen.  Wir fahren los, Ulli ist guter Dinge und hat das große Objektiv im Anschlag. Noch ist es warm, viele Hornvögel sind unterwegs,  ihre blechernen Rufe kommen aus den dornigen Akazien.  Wir treffen auf ein Schakalpaar die sich im Gras mit irgendwas beschäftigen, was wir nicht gleich erkennen. Der Rüde will es wohl für sich und jagt das Weibchen weg, doch die Fähe nutzt die Aufmerksamkeit des Rüdes als er uns beobachtet und schon ist sie wieder da, sie hat ein Ei erbeutet und läuft weg damit.  Das ist ein Nest von Perlhühnern und die zwei Schakale haben eine gute Mahlzeit. Der Streit der Schakale um die Eier geht eine Weile und wir schaffen es durchs Zaubergras ein paar Bilder zu machen. Wieder treffen wir recht aufgeregte und agElefantenangriff Positiongressive Elefanten, die haben schlechte Erfahrungen mit Autos gemacht. Man sieht viele junge Elefantenmütter, wenig alte Kühe oder Elefantenbullen und oft Elefanten die gar keine Stoßzähne haben,  die werden verschont. Wir lassen  die traumatisierten Elefanten in Ruhe und fahren weiter.  In Ruaha und Selous wurde in den letzten 5  Jahren fast die Hälfte der Elefantenpopulation gewildert,  es sind nur noch ungefähr 60000 Elefanten geblieben. Die Regierung gesucht die Zahlen zu vertuschen, indem sie Nichtregierungsorganisationen ein Informationsverbot erteilt. Pressefreiheit geht anders! Mir ist doch etwas unwohl, wenn ich an die Wilderer denke und an unsere Nachtfahrt. Den Sundowner nehmen wir am Fluss, da dürfen wir auch aussteigen, nachdem der Ranger mal uns Auto gelaufen ist. Auf der Nachtfahrt sehen wir viele Genets: Gefleckte Schleichkatzen, zwei ziemlich scheue Hyänen, ein kleines Galago:  Buschbaby. Der Beleuchter hat zwar einen Rotfilter damit die Tiere nicht gestört werden, doch leuchtet er  falsch, das hat er noch nicht oft gemacht. Kurz vor 9 Uhr sind wir zurück im Camp und bekommen noch schnell unser Abendessen und dann wollen alle ins Bett, so gehen wir auch in unsere Zelte, mit Askari wie üblich. Unsere Sachen werden noch gepackt, morgen geht es früh los ins letzte Camp auf der Safari.  Aus dem Busch kommen heute viele Stimmen und es ist immer noch schön warm im Safarizelt.  Die Kamerafalle hat das gefilmt: Kein Serval wie ich zuerst dachte, aber eine Ginsterkatze, Genet heißt die hier.

12. Februar 2015,  Mwagusi Safari Camp:  Löwen, Löwen und nochmal Löwen..
Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von Kigelia wir fahren kurz nach 8 Uhr los. Es ist sehr heiß, wieder treffen wir Schakale, unruhige Elefanten, doch keine Raubtiere.  Wir nähern uns dem Mwagusi Camp gegen 11 Uhr, rund ums Camp sind viele Elefanten, die sehr entspannt sind obwohl sie Babys haben und ruhig weiterfressen, als wir nah vorbei fahren. Schön, das ruaha mwagusicamp Safarihier  die Elefanten sicher sind. Das Camp ist wunderschön gelegen in einer Flussschleife und somit fast wie auf einer Halbinsel. Der erste Eindruck ist top, alles gepflegt aber trotzdem buschig, viel Ambiente und viel Platz. Die Zelte sind fest umbaut mit bemauerten Badezimmern und einer Veranda mit vielen Sitzgelegenheiten.  Alle Zelte sind entlang des Flusses verteilt. Wir werden sehr nett von 2 jungen Managerinnen begrüsst,  kalte Getränke und feuchte Tücher gibt es auch.   In der Lounge gibt es eine kurze Einweisung in die Camp-regeln, ich  habe Zimmer 2 und  Ulli hat ein Zimmer namens Philipps. Die Managerin Yvonne erzählt mir, daß gegenüber meines Zelts am anderen Flussufer ein Löwen-riss liege und die Löwen noch da im Gebüsch wären. Gut zu wissen.  Doch ich bin das gewöhnt, ich hab immer so ein Glück mit Löwen. Die Zelte im Mwagusi Safaricamp sind wirklich die schönsten die wir auf der Ruaha-Safari bisher hatten. Die Bäder sind innen, sehr groß und die gemauerte Dusche probier ich gleich aus. Gut gefällt mir auch, daß die Zelte tagsüber offen sind, weil es hier keine Probleme mit Affen gibt, was wohl  Erziehungssache ist.  Der Inhaber Chris Fox ist der älteste Bruder der Fox Familie, die viele andere Camps in Südtansania betreiben. Doch Chris hat nur das Mwagusi  Camp und er ist selbst fast immer vor Ort, was man sofort merkt. Man sagt ihn nach, das er zu den Elefanten eine besondere Beziehung aufbauen kann. Das Personal wird hier selbst ausgebildet, es gibt einen eigenen Ausbilder für die Guides  und eine eigene Guideschule.  Das ist den Aufpreis auf jeden Fall werruaha-mwagusi-safari-campt. Der Service hier ist Spitzenklasse, auch das Mittagsbüffet ist mit vielen Salaten, Nudeln, Gemüseauflauf unschlagbar. Nachdem wir uns so richtig vollgefressen haben, beschließen wir auf meiner Veranda mit den Kameras zu warten, um die Löwen zu sehen, wenn sie aus dem Gebüsch zum Trinken an das kleine Rinnsal im sandigen Flussbett kommen. Der Gestank des Kadavers wird ab und zu herübergeweht, doch zu sehen ist nichts. Ich spähe vergeblich  mit dem Fernglas ins Gebüsch auf der anderen Uferseite, nur ungefähr 40 Meter entfernt.   Aber direkt im Baum vor uns ist ein  Hornvogelpaar  mit dem Nestbau beschäftigt, das ist auch sehenswert.  Gegen 4 Uhr geben wir auf, Ulli geht in sein Zelt um sich für die Pirschfahrt fertig zu machen,  ich nach hinten ins Zelt. Gedankenverloren komme ich wieder vor auf die Veranda und werde aus dem Flussbett angefaucht, ich bleibe stehen. Die Löwin steht mitten im Fluss und faucht nochmal, ich greife nach der Kamera, sie dreht sich um und verschwindet im Gebüsch. Sie war vielleicht 20 Meter von mir entfernt, getrennt nur durch eine kleine Mauer und etwas Sand im Fluss. Ich denke, sie hat uns die ganze Zeit beobachtet und erst als wir verschwunden sind, hat sie sich ans Wasser getraut um ihren Durst zu stillen. Diese Löwin ist erschrocken. Ich auch. Ulli kommt zurück, er hat auch die Löwin gehört und sieht mich ungläubig an als ich alles erzähle.  Es gibt zum Hightea  sehr lecruaha safari im mwagusicampkeren Kuchen, Eistee, Kaffee.  Frisch gestärkt wir fahren mit unserem Guide und einem Spotter um halb fünf los,  in der noch immer anhaltenden Hitze erwarten wir nicht viel zusehen. Doch es kommt immer anders auf Safari. Elefanten sind überall in der Nähe des Flusses, hier ist immer ein bisschen Wasser zu finden. Der Spotter hat im Flussbett die Bushbockpride entdeckt, die liegen auf der anderen Seite und wir fahren hin. Das Löwenrudel besteht aus 15 Tieren, mit ein paar Jungtieren, einem jungen Löwen mit kleiner Mähne und einem kranken, dünnen und altem  Löwen. Die Löwinnen sind aufmerksam und auf der Suche nach Beute, die Jungen liegen im Schatten einer Hecke. Der kranke, dünne Löwe beobachtet die anderen aus dem Schatten eines Busches. Obwohl wir ganz nah dran sind, lassen sie sich überhaupt nicht stören und machen weiter mit ihren Löwengeschäften. Wie in der Mara, wo die Löwen mit den Autos sozusagen aufwachsen. Da wir allein im Auto sind, können wir lange bei den Löwen bleiben und beobachten bis es fast dämmert, dann müssen wir zurück ins Mwagusi-Camp. Als wir ankommen ist es bereits dunkel, ein Guide bringt mich mit Lampe ins Zelt. Er leuchtet auf die andere Flussseite, mehrere tapetum lucidum von  Löwenaugen reflektieren die Taschenlampe und ich höre leises Fauchen. Der Guide will mich in 30  Minuten abholen zum Essen, was heute im Flussbett sSafari in Ruaha mwagusicamptattfinden soll. Wir sollen im Flussbett essen - bei den Löwen ? Sind die irre hier ? Ich muß nach mal Hause telefonieren, das war aufregend heute. Mitten im Gespräch mit guter Verbindung bricht vor meiner Veranda die Hölle aus: Geschrei von Menschen, Taschenlampen werden geschwungen, Löwen laufen vorbei und  fauchen wild.  Hans-Peter fragt, was da los sei? Ich: “Och nur ein paar Löwen, die sind schon den ganzen Tag da. Doch jetzt haben sie die Löwen verjagt weil wir im Flussbett essen wollen.” Kurz darauf ist Ruhe eingekehrt. Als der Guide uns abholt laufen wir hinter ihm vorsichtiger als sonst durch die Dunkelheit.  Man ist schon anders drauf wenn man vorher die Löwen gesehen hat. Im Flussbett stehen  Stühle ums Lagerfeuer und eine große Tafel ist aufgebaut mit Kerzen und vielen Kerosin-Lampen. Yvonne begrüsst uns lachend und meint, die Löwen hätten sie vorhin ein Stück weggejagt, das hätte ihr  Spaß gemacht, und den Riss hätte Chris mit dem Autos weggezogen. Wir brauchen  erstmal einen Gin-Tonic und setzen uns in die Mitte zum Feuer, nicht an den Rand der Runde, der im Dunkel ist. Langsam trudeln die anderen Gäste ein, das Camp ist voll mit knapp 16 Leuten,  fast alle Briten und einige waren schon oft hier auf Safari. Es ist nette Stimmung am Feuer und am Tisch, alle erzählen von ihrem Löwen-Begegnungen, das Essen ist außergewöhnlich gut.  Das ist ein schöner Abend hier im Mwagusicamp. Später als sonst gehen wir ins Bett, es ist jetzt alles ruhig im Busch. Unter Löwen merkt man das man das man am Leben ist. Lala Salama Afrika.  Sie wollen auch ins Mwagusicamp?


13. Februar 2015: Mwagusi Safaricamp: Große Kudus, ein Leopard auf der GäsMwagusicamp Ruaha Safaritetoilette und spielende Elefanten
Erneutes Löwengebrüll  weckt mich um 5 Uhr , es ist noch dunkel, ein gutes Omen für den heutigen Tag? Ich dreh mich nochmal um, der Tee kommt erst um 6 Uhr. Um 6:30 Uhr fahren wir los, an den Ruahafluss. Da sind Elefantenherden, Impalas, Giraffen, im Ruahafluss ein großer Pool mit Flusspferden, überm Wasser hängen etliche Webervögelnester. Die Goldenbackweaver sind am Hausbau und die Weibchen inspizieren die neuen Nester, bei Nichtgefallen zerrupfen die Weibchen das Nest und die Webervögelmänner fangen nochmal von vorn an. Eine Giraffengruppe benimmt sich auffällig, alle Tiere sehen ständig in eine  Richtung. Wir beobachten genau und nach einiger Zeit bewegt sich etwas im Gras unter einem Busch. Ein Löwenbaby, ganz alleine.  Wir fahren weiter um es nicht noch mehr  in Gefahr zu bringen, unsere Aufmerksamkeit könnte andere Raubtiere anlocken.  Wir haben ein Picknickfrühstück da bei, es gibt dafür einen Platz am Fluss wo wir aussteigen dürfen.  Zurück im Camp sind wir Mittags, wo uns ein gutes Büffet  erwartet, Salate, kleine Pizzen, Teigtaschen. Simon, der eigentlich recht sympatische Trainer für die Guide verwickelt mich in ein Gespräch über die Wilderei und will mir weismacRuaha Grosses Kuduhen die Wilderei wäre in Kenia viel schlimmer als in Tansania. So versucht jeder sein eigenes Gebiet als das non -plus-ultra darzustellen, das kenne ich schon. Netter Versuch, doch da ich mir selbst viele Schutzgebiete ansehe, klappt es nicht. Ich habe noch nie in Kenia so viele scheue oder sogar aggressive Elefanten gesehen.  In der Mittagspause  schaue ich mich im Camp um  und beobachte ich ein Paar Siedleragamen bei der Balz,  die Hörnchen sind hier recht zahm. Es sind auch Meerkatzen vor meinem Zelt, doch sie sind scheu.   Auf der Nachmittagspirschfahrt  fahren wir zum Pavian- Felsen, da sind 2 Grosse Kuduweibchen, die sind gute Fotomodelle und laufen nicht weg, sondern posen für uns. Sie haben Fliegen auf den Ohren, die versuchen sich abzuschütteln, dabei machen sie Grimassen. Madenhacker sitzen auf den Kudus und fressen die Insekten.  Ein Kudubulle ist auch da, und mein Freund Ulli freut sich über Kudus mehr als über einen Leoparden, er wollte unbedingt Bilder von Kudus.  Und  manchmal klappt das so wie man es sich wünscht..
Später am Fluss bietet sich uns ein seltenes Schauspiel: Eine Elefantenfamilie spielt mit ganz viel Körperkontakt  im Sand, sie nutzen den Abhang um  herunterzurutschen, sie purzeln übereinander und diRuaha Elefanten spielene kleinen Elefanten machen richtige Spielgesichter, sie kuscheln  sich aneinander und berüsseln sich. So etwas hab ich noch nie gesehen, da sagen manche Leute Safari wäre immer das Selbe. Wir beobachten die Elefanten lange beim Spielen und Sozialverhalten. Da wir Abstand halten sind sie ungestört und wir fahren langsam zurück, mit der untergehenden Sonne sind wir im Mwagusi-Camp.  Beim Abendessen bemerke ich, das die  Managerinnen plötzlich mit den Taschenlampen nach draußen gehen, als sie zurück kommen berichten sie von einem Leoparden auf der Gästetoilette. Dieser Leopard hat hier sein Revier und war einige Zeit nicht da, er ist heute zurück gekommen. Ich hab immer Glück mit den Katzen.  Später, nach einem Gourmet-Abendessen,  läuft uns der große Leopard über den Weg, der Guide folgt ihm mit dem Schein der Taschenlampe ins Gebüsch. Eigentlich sollte man die Katzen nicht direkt anleuchten, weil sie dann auch für einige Zeit schlecht sehen. Das Rhodopsin muss sich erst wieder erneuern, das kann 20 Minuten dauern. Im Gebüsch am Weg versteckt er sich, der gefleckte Kater, doch wir wissen er ist da. Da bekomme ich doch etwas Gänsehaut, im Dunkeln ist alles anders. Später im Zelt, kurz vorm Einschlafen  höre ich seinen rauhen Ruf aus dem Busch. Der einsame Kater sucht sicher ein Leoparden-Weibchen. In die Kamerafalle ist der Leopard leider nicht gelaufen. Man hat uns erzählt, das der Hausleopard oft nachts durch die Lounge läuft (auf dem polierten, gewachsten Boden sieht man dann seine staubigen Pfoten), sich an dem großen Stoffelefant reibt und sogar manchmal dort schläft.  Wovon der Leopard wohl träumt?
Mwagusicamp mein Lieblingscamp in der Ruaha.

14. 2. 2015: Abreise aus der Ruaha -  lautes Aruhsa und Kilimandscharo-Flughafen
Wir lassen uns um 6 Uhr wecken, doch das haben bereits die Vögel erledigt mit ihrem Konzert. Schön auf der Veranda zu sitzen mit Tee und langsam den Tag zu beginnen.  Simon macht mit ein paar Gästen und zukünftigen Guides  eine Wanderung im Flussbett, das hat man uns nicht vorgeschlagen. Die kleine Safari zu Fuß hätte ich gerne gemacht, im Flussbett die  vielen Spuren der Nacht zu lesen kann sehr interessant sein. Beim besten Frühstück auf der Safari mit ausgemachten Zimtrollen, (ein Familienrezept der Foxes), Bananenmuffins,  Supertoast der nicht trocken ist wie sonst sehr oft , frischem Obstsalat und pochierteRuaha Elefanten am Baobabm Ei sind wir beide der Meinung:  Das Mwagusi ist das beste Safaricamp in der Ruaha.  Der Guide bringt uns an den Airstrip, unterwegs posieren scheinbar Zwerg-Elefanten neben riesigen Baobabs, ein typisches Ruaha- Bild. Baobabs und Elefanten leben schon fast symbiotisch,  in der Trockenzeit ist die Rinde oft das Einzige was noch zu Fressen bleibt. Der Baum kann trotz starker Beschädigung weiterleben. Die Baobabs sind auf die Elefanten angewiesen, um den Samen zu verteilen.   Unser Rückflug ist schnell,  nur etwas mehr als eine Stunde in einer  Caravan, die wir fast alleine haben. In Aruhsa haben wir in der Aruhsa Coffe Lodge ein paar Stunden Aufenthalt, man kann den Garten, den Pool nutzen und Essen. Das gebuchte Essen vom Büffet ist allerdings nicht wirklich gut, später stellen wir fest, das es aber eine Pizzeria mit Holzofen gibt und die sieht lecker aus, zumindest bekomme ich endlich einen richtigen Cappuccino.  Affen toben im Gelände und ich lasse mir die schönen Zimmer zeigen. Die Luxus- Flug-Safaris  von Elewana starten von hier. Unsere nette Fahrerin von Nomad holt uns später ab und es dauert über eine Stunde bis wir durch Aruhsa sind; es ist ein Höllenverkehr in der Stadt, das Verkehrsnetz ist nicht mit gewachsen wie so oft in Afrika. Ich sehe viele streunende der schönen  Masai-Hunde (eine Landrasse)  in sehr schlechten Zustand in der Stadt,  oft halb verhungert, verletzt oder krank, die tun mir furchtbar leid.  Würde ich hier leben, müsste ich die alle adoptieren. Im Busch oder auf dem Land  ist das anders, die Masai dort kümmern sich gut um ihre Tiere, auch um die Hunde,  die sehen da oft besser genährt aus als die Masai-Kinder. Die Stadt Aruhsa  ist nicht meins:  Zu laut, viel Gestank, das Hunde-Elend, ich bin froh als wir draußen sind. Der Kilimandscharo Flughafen ist übersichtlich und wir fliegen via Amsterdam zurück nach Frankfurt wo wir am Morgen landen. 

Unser Fazit der Safari in Tansania:  Westtansania ist ein Traum von Safari, wir wollen beide unbedingt wieder her kommen. Am besten haben  uns Katavi und Mahale gefallen. Man kann Außergewöhnliches erleben und das ohne  viele andere Fahrzeuge. Das Highlight war für uns beide das märchenhafte Mahale und Greystoke mit den Schimpansen, nicht zu vergessen der zahme Pelikan Big Bird.

Copyright:  African Queen Safaris by Sylvia Rütten

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