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Safari - Safari

Reiseberichte aus Afrika

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Safari zu den Viktoriafällen und in den South Luangwa Nationalpark in Sambia - ein Reisebericht meiner Freundin Petra, die für uns die Safari-Camps in Zambia erkundete

26.5. 2014: Anreise nach Sambia über Südafrika
Ich fliege von Frankfurt über Johannesburg nach Livingstone in Sambia mit South African Airways. Die Flüge sind komfortabel und pünktlich, das Essen gut. Die Umstiegszeit in Johannesburg beträgt etwas über 3 Stunden. Beim Anflug auf Livingstone bin ich sehr gespannt, ob ich die Viktoriafälle von oben sehen kann. Ich sitze auf der rechten Seite des Flugzeugs und kann sie kurz vor der Landung in der Entfernung sehen. Ob wohl die linke Seite besser ist wegen vorherigem Überflug? Die Leute dort haben jedenfalls ganz gebannt geschaut. British Airways fliegt nicht mehr direkt nach Lusaka, was besonders die englischen Safari-Gäste ärgert.

27.5.2014:  Die Viktoriafälle, ein Reisebericht aus Sambia
Mittags komme ich in der Stanley Safari Lodge von Robin Pope in Livingstone an, der Transfer vom Flughafen dauert nur etwa 20 min. Die Stromversorgung ist gut, durch Wasserkraftwerke am Sambesi. Ich wundere mich über die sehr gute Infrastruktur und das neue Flughafengebäude, das alles existiert erst seit der Afrika-Konferenz vor einem Jahr. Die Lodge ist nur 4 km von den Viktoriafällen entfernt, man kann den Rauch, der donnert von dort sehen und bis nach Zimbabwe schauen.  SViktoriafälleLivingstoneie ist in Alleinlage, aber nicht am Fluss,  in der Nähe der Fälle sind sonst nur zwei große SUN-Hotels auf der sambischen Seite. Damit möchte ich nicht tauschen und finde es sehr schön und privat in meiner Unterkunft. Die sympathische Managerin Clara Ibarra aus Argentinien leitet die Lodge seit 8 Jahren sehr engagiert und will auf Dauer in Afrika bleiben, der grösste Teil des Personals kommt aus dem benachbarten 800 Jahre  alten Dorf Mukuni und wurde selbst ausgebildet. Ich erfahre zum Einstieg noch mehr über mein Reiseland von ihr: Wegen der hohen Arbeitslosigkeit (98%) müssen die Leute Arbeitsmoral und Vorteile erst lernen, sind aber nun zuverlässig und bleiben gerne, familiäre Probleme werden mit Clara besprochen, das Unternehmen leistet Unterstützung bei Krankheiten, Todesfällen und den zahlreichen Waisenkindern, die von Familienangehörigen aufgenommen und zur Schule geschickt werden müssen, was teuer ist. Kinder unter 5 sterben oft an Malaria, die Eltern an Aids. Durch den Grenzverkehr mit Lkws wird Prostitution gefördert. Die Fähre Kazungula nach Botswana ist in der Nähe.
In der Stanley Safari Lodge sind keine Aktivitäten im Preis enthalten, eine Preisliste liegt aus. Für die eigene Zeitplanung ist es besser, vorab zu entscheiden, was man will. Nachmittags mache ich eine Fahrt zu den Fällen mit dem Lodge-Fahrzeug und Guide, sie liegen im Victoria Falls National Park und kosten 20 $ Eintritt. Der Rundgang an den Fällen ist toll, am späten Nachmittag ist zum Glück nicht viel los. Ende Mai führen die Fälle sehr viel Wasser, und die Gischt erschwert die Sicht etwas, sie ruft aber zuverlässig Regenbögen hervor, auch doppelte. Man bekommt ein Regencape für ein Teilstück des Weges über die kleine Brücke entlang der Fälle, und wird dabei sehr nass. Ich bin froh, dass ich extra die Trekking-Sandalen angezogen habe. Wie zu erwarten ist die volle 1700 Meter  Breite nicht sichtbar, aber was man sieht ist schon beeindruckend genug. Nicht umsonst handelt es sich bei den Victoriafällen um ein Unesco-Weltnaturerbe!
Die Sundowner Cruise auf dem Sambesi ist eine Dampferfahrt ohne besondere Sichtungsmöglichkeiten, mit Schwerpunkt auf Snacks und Drinks, besonders alleine kann ich mir das auf Empfehlung von Clara sparen. Die Flüge mit Helikopter oder Ultraleichtflugzeugflug über die Fälle sind nach Aussage anderer Gäste toll, eine amerikanische Reiseagentin hat den Flug im freihängenden Sitz ohne doppelten Boden am frühen Morgen mutig gemacht und ist begeistert, buchbar ist das alles bei Batoka und durch die Lodge. Bei Mukuni Big 5 kann man auf Elefanten reiten, was ich nicht gut finde, weil es keine afrikanische Arbeitselefantentradition ist, sondern ein reiner Touristenmagnet und , wenn nicht sachkundig betreut auch gefährlich.  Es gibt dort auch die Möglichkeit, mit Löwen unstanleys safari lodge Victoriafallsd Geparden zu wandern, als Paket kann man alles machen. Das Projekt Lion Encounters ist auch in der Nähe, morgens und abends hört man daher sogar die Löwen brüllen. Ich diskutiere das mit Clara kritisch, weil es sich natürlich verlockend anhört, aber ich habe ein starkes Störgefühl dabei. Geplant ist angeblich die spätere Auswilderung, aber diese Projektphase ist noch nicht erreicht. Vielleicht ein späterer Verkauf in Zoos in die USA, aber keinesfalls Jagd seien die Alternativen, meint Clara. Manche Gäste seien begeistert, ich verzichte lieber auf einen solchen kommerzialisierten Naturschutz, der doch einen Missbrauch der Wildtiere vermuten lässt und nicht ganz ungefährlich ist. Um das Positive zu sehen: Die Projekte bieten Schulkindern aus Sambia die Möglichkeit, die Tiere zu sehen und über den Naturschutz zu lernen, was lobenswert ist. Die Chance, diese Tiere in freier Wildbahn zu erleben, haben sie normalerweise nicht. Und in der Tat sind die Bestände so sehr zurückgegangen, dass Schutzprojekte an sich ein wichtiger Gedanke sind.
Livingstone ist ein aufgeräumtes kleines Städtchen mit Museum, und mit einer historischer Dampflok, dem Royal Livingstone Express - kann eine Fahrt mit 5-Gänge-Dinner gebucht werden. Gamedrives werden in der Nähe keine gemacht, sie wären in der Gegend auch nicht lohnenswert, wenn man anschließend auf Safari geht, es sei denn, um im Mosi oa Tunya – Nationalpark die geschützten Breitmaulnashörner als Ergänzung der Big Five zu sehen (näher von den anderen Lodges am Sambesi aus, siehe 28.05.2014). Ich habe die Gegend als nicht so touristisch empfunden wie befürchtet, aber die angebotenen Aktivitäten waren außer den spektakulären Fällen, wegen denen ich unbedingt hin wollte, für mich eher uninteressant. Als Einstieg für Sambia und zum Ankommen vor der Safari fand ich den Start der Reise jedoch gut. Wer will kann von der Brücke nach Zimbabwe Bungee springen, oder auf dem unteren Sambesi bei niedrigem Wasserstand Wildwasser-Rafting machen.
Die sehr schön möblierte und dekorierte Stanley Safari Lodge hat ein offenes Hauptgebäude im afrikanischen Stil und verfügt über geschlossene und offene Chalets, die alle unterschiedlichen Geschmäcker und Platzbedürfnisse bedienen. Ich hatte die riesige zur Rückseite komplett offene Family Suite (ähnlich der Honeymoon Suite) mit eigenem Plunge-Pool, der aber in dieser Jahreszeit zu kalt ist. Standard-Cottages sind kleiner und ohne Pool, es gibt WiFi und einen Laptop in der Bibliothek zur Nutzung, fließend warmes und kaltes trinkbares Wasser aus eigenem Brunnen, Kaffee-/Tee-Tabletts. Sehr gutes Essen und Wein, persönliche Kellner und sehr aufmerksamer Service. Man kann zu jeder Mahlzeit wählen, wann und wo man essen möchte, Garten, Pool, drinnen, es gibt auch eine Kaminlounge.

28.05.2014: Stanley Safari Lodge und andere Lodges bei den Viktoriafällen
 Mein Frühstückstisch ist auf einem Podest im Garten mit Aussicht auf die Gischt der  Viktoria-Fälle gedeckt, es gibt Obstsalat, Pfannkuchen, Joghurt, Toast, was man möchte. Ich werde von FranciToka leya Lodge Livingstones im klimatisierten Van vom African Bushtracks Activity Center abgeholt, sie organisieren auch grenzübergreifende Ausflüge und Ganztagesfahrten mit Picknick in den Chobe Nationalpark.
Besichtigung Toka Leya Camp, ca. 30 min. Fahrt, es liegt im Mosi oa Tunya Nationalpark direkt am Sambesi. Die nette Managerin Undyne zeigt mir das auf Stelzen (wie in Botswana) gebaute Wilderness Camp, das mir auf Anhieb gefällt. Lockere Atmosphäre und großes Gemeinschaftsdeck mit Bar, italienischer Espressomaschine und Pizzaofen, dahinter Pool und Spa. Familiengeeignet, eigene Boote, mit Haushippo daneben. 12 geschlossene relativ dunkle Zelte mit Terrassen, Klimaanlage, Fön, drei davon als Familienzelte mit Kinderzimmer, ausreichend Beleuchtung im Bad, gut voneinander entfernt. In der Umgebung Affen, Hippos, Krokodile, Breitmaulnashörner, zeitweise Elefanten bei niedrigem Wasserstand. Tipp von Undyne: Unbedingt Livingstone Island (zum Frühstück, Lunch oder Tee) machen, ist am Devils Pool direkt an den Fällen und geht von August bis November, mindestens  zwei Wochen im voraus buchen! Viele Aktivitäten inklusive.
Sanctuary Sussi & Chuma muss gleich daneben und sehr luxuriös sein, habe ich leider nicht gesehen, aber ich denke dass man wie sonst auch bei Sanctuary unbesorgt buchen kann.
Besichtigung Tongabezi: Super schön! Weitläufige ruhige Anlage mit schattigen gepflasterten Wegen unter Bäumen, viele Vögel, zwei Hippos, Affen, tolle verschiedene Häuser für Familien und Gruppen von Freunden, sehrTongabezi Lodge geschmackvoll und luxuriös, eigene Decks mit Liegen und Pools, gute Abstände, für gehobene Ansprüche sehr geeignet. Gemeinschaftsbereich mit Pool und Eßbereich, Ponton. Häuser haben eigenes Catering, sofern gewünscht. Die River Cottages für zwei, Garden House, Dog House, … und Sindabezi Island mit noch mal 5 offenen naturnahen Cottages. Im Nsolo Camp habe ich später ein Honeymoon-Paar getroffen, das im Nut House gewohnt hat und begeistert war. Viele Aktivitäten inklusive, eigene Boote.
Besichtigung River Club: Direkt benachbart, über Wilderness Safaris wie Toka Leya angeboten, aber vom britischen Inhaber Peter Jones selbst geführt. Dieser hat eine eigene ausführliche Internetseite mit allen Fotos und Plänen gemacht, weswegen ich auf eigene Fotos verzichte. Es ist ganz anders und gefällt mir persönlich nicht, obwohl die privat liegenden Häuser innen recht schön sind. Der Club ist bewusst unafrikanisch gestaltet, BritChic mit französischen Einflüssen, Billardraum, Fitnessraum, Hubschrauberlandeplatz, Tennis- und Crocketplätzen. Peter Jones empfiehlt sich selbst für den europäischen Adel und weiß viel Geschichtliches interessant zu erzählen, das ist sein Alleinstellungsmerkmal. Er hat mal zwei Jahre für die British Army in Berlin gearbeitet, kurz vor dem Mauerfall, und spricht auch etwas deutsch. Meist hat er aber amerikanische Gäste, weil Sambia katholisch und sicher ist. Besonderheit: Ankunft immer per Boot, und eine Honeymoon-Insel gegenüber. Viele Aktivitäten inklusive,  man hat hier eigene Boote.Stanley Safari Lodge in Livingstone
Nach meiner Tour bekomme ich ein spätes sehr leckeres Mittagessen mit einem Glas Chardonnay in der Stanley Safari Lodge, wieder auf Privatdeck im Garten und mit Vögeln, Eidechsen und Eichhörnchen um mich herum. Gelina bedient mich aufmerksam und freundlich und bringt sofort einen Aschenbecher und später Kaffee, sie hat sich gemerkt, was ich mag. Als Nachmittagsaktivität bittet Clara mich, doch das Dorf Mukuni zu besuchen, das sehr authentisch ist und mir einen Eindruck vom echten Leben vermitteln soll. Wir essen später lange zusammen zu Abend und reden noch darüber. Ich werde hingefahren und mache einen kurzen Rundgang mit einer Einheimischen, die alles erklärt. Nachher kaufe ich im Curio Shop etwas ein, da ich den großen an den Fällen wegen nasser Kleidung ausgelassen habe. Es gibt schöne Sachen, die im Dorf angefertigt werden, mehr Auswahl als in der Lodge. Der Verkauf startet bei jedem Besucher an anderem Stand, der Gerechtigkeit wegen. Ich erstehe ein kleines poliertes Holzhippo für 6 $ und eine Seifenschale aus Sambesi-Stein mit Hippo für 10 $, man muss handeln! Es wird schwierig, nicht alle Händler zu begrüßen, und ich wiederhole, dass ich nicht bei allen etwas kaufen kann. Laut Clara sind sie aber alle verwandt und teilen den Erlös. Auch sie weiß nicht, wovon die Leute gelebt haben, bevor vor etwa 10 Jahren der Tourismus zur Haupteinkommensquelle wurde. Im Sandboden wächst nur während der Regenzeit etwas, Grundnahrungsmittel wie Maismehl müssen immer gekauft werden. Im Dorf lebt der König in seinem Palast, der sein Amt erbt und nicht ablehnen oder abdanken kann. Er kann nur vergiftet werden, das sind ja prima Aussichten. Der jetzige hat in den USA Jura studiert und dem Dorf Wassertanks und Pumpen sowie die asphaltierte Straße verschafft, er musste nach dem Tod seines Vaters in das Dorf zurückkehren und sein vorheriges Leben aufgeben.

29.05.2014:  Safari im South Luangwa, Puku Ridge
Ich freue mich auf meine Safari und fliege von Livingstone über Lusaka nach Mfuwe, dem Eingang zum South Luangwa Nationalpark. Der Flughafen ist klein und hat einen Shop sowie saubere Toiletten, das ist auch in Lusaka so. Die Abholung am Flughafen durch das Puku Ridge Camp klappt reibungslos, in einem sehr guten nagelneuen Landrover mit Einzelsitzen und Sonnendach. Da es schon Mittag ist, hat man mir für die über zweistündige Fahrt ein leckeres Lunchpaket mitgebracht. Die Fahrt geht zunächst vorbei an Dörfern und der bekannten Fabrik von Tribal Textiles. Nach rund einer Stunde erreichen wir den Luangwa-Fluss, der die Grenze des Nationalparks bildet. Der Landrover wird mit einem an Seilen von Hand gezogenen Ponton auf die andere Seite verschifft, was recht abenteuerlich aussieht. Der Gamedrive beginnt mit Fischadler, Hippos im Fluss und an Land, kein Wunder, denn hier gibt es die höchste Flusspferd-Dichte Afrikas! Der Empfang in Puku Ridge durch Claire und Lewis ist herPuku Ridge Sambiazlich, ich bekomme Zelt 5 Lion, das auf Stelzen gebaut ist und über ein hohes Aussichtsdeck mit bequemen Sesseln verfügt. Toll, hier kann man auch nachts gefahrlos sitzen, und ein Aschenbecher ist vorhanden. Ich probiere die Außendusche in der Sonne aus und ruhe ein bisschen, in einer Stunde ist schon Tea-Time. Das Zelt ist riesig, und neben einer Sitzecke und einem Schreibtisch gibt es einen Doppelwaschtisch, eine Badewanne, eine Innendusche und eine abgetrennte Toilette. Sehr gut ist die große beleuchtete Bank für das Reisegepäck, hier kann man auch nach Sonnenuntergang noch etwas in der Reisetasche finden! Es gibt insgesamt viele Lampen, denn dank der nahegelegenen Chichele Presidential Lodge (auch Sanctuary) geht die Stromleitung bis hierher. Auch das Wasser ist trinkbar. Ein Kleiderschrank mit Hantelset, Bademäntel und Schlappen sowie die netten Africology-Pflegeprodukte runden die gelungene Ausstattung ab. Im Zelt ist es warm, ein Ventilator läuft. Wie ich später von Claire erfahre, ist das ein Schwachpunkt, denn die Zelte sind nicht von Bäumen überschattet. Wer hitzeempfindlich ist, sollte im heißen Oktober und November dort nicht hinfahren. Der offene Gemeinschaftsbereich ist super gestaltet und bietet von verschiedenen Sitzgruppen einen wunderbaren Blick auf eine Lagune mit vielen Tieren, die Baby-Elefanten scheuchen die Paviane. Auf dem NacPuku ridge South Luangwa Zambia hmittags-Gamedrive sehe ich Pukus, Impalas, Hippos, Crawshays Zebras und Gelbschnabelstörche. Nachdem es dunkel ist und der NP-Park-Scout als Spotter leuchtet, treffen wir auf 12 Löwinnen und Jungtiere, die eine nach dem anderen im Gänsemarsch unseren Weg kreuzen – ich filme, und die Reihe hört gar nicht mehr auf. Danach sehen wir noch einen Leoparden auf der Jagd, eine Zibetkatze und eine Hyäne. Sensationell für den ersten Tag, meine ich! Leider fahren wir uns in tiefem Sand fest, so dass wir dem Leoparden nicht weiter folgen können. Ein Ausgraben der Reifen wird mehrmals versucht, hilft aber nichts, die Räder drehen weiter durch, und den Jungs steht der Schweiss auf der Stirn. Das andere Fahrzeug vom Camp muss zur Hilfe kommen und uns rausziehen. Im Camp gibt es zur Begrüßung Amarula auf Eis, wie auch bei Sanctuary in Botswana, später guten Wein. Das Essen ist wie gewohnt ganz hervorragend, das Drei-Gänge-Menü wählt man zuvor aus jeweils zwei Möglichkeiten aus. Man merkt, dass die Sanctuary-Philosophie in allen Camps gelebt wird, egal in welchem Land. Ich wähle eine feine Erbsensuppe mit Minze und bekomme eine würzige vegetarische Sonderoption als Hauptgericht. Die Gäste speisen in Gruppen oder an Einzeltischen. Da ich alleine bin, isst die Australierin Claire, die seit einem Jahr hier ist und das sambische Management ergänzt, mit mir. Sie erzählt mir von ihrem bisherigen Werdegang und ihrem deutschen Exfreund in Lusaka. Sie hat auch in Botswana gearbeitet und mag (im Gegensatz zu mir!) Jack’s Camp nicht, sagt aber, dass das nur saisonal geöffnete schneeweiße San Camp spektakulär ist. Bevor ich in das kuschelige Bett falle, sitze ich noch eine Weile auf meinem Deck und sehe zwei Hippos direkt unter mir beim Grasen zu. Es ist wunderbar, hier könnte ich bleiben! Es ist kein bisschen kalt, sondern sehr angenehm.

30.  Mai 2014:  Zum Nkwali Camp
Ich schlafe tief und fest, Frühstück gibt es um 6 Uhr kurz vor dem Sonnenaufgang. Croissants! Die anderen Gäste sind eine Freiwilligengruppe aus Canada, die mit der Safari zum Abschluss ihres Sambia-Aufenthalts belohnt wird, so fahre ich wieder mit dem Fahrzeug von Chichele und einem jungen Paar, das in Malawi lebt und hier ein verlängertes Wochenende verbringt. Der Morgen-Drive wird noch sensationeller, ich kann es kaum fassen: Die Mfuwe-Pride, die wir gestern schon sahen, hat einen Büffel gerissen, alle fressen und haben Kugelbäuche. Die Kleinen sehen aus, als hätten sie sich überfressen, bis ihnen schlecht ist. Wir stehen lange da und schauen ihnen zu, nach und nach treffen andere Autos ein, so dass wir Platz machen. Danach nkwali camp zambia Löwensehen wir noch einen jungen Leoparden, der sich in einem Busch versteckt, es gibt wieder einen Ansturm der Autos, weil alle ihn sehen wollen. Der kommt sicher so schnell nicht mehr heraus. Wir sind im Hauptgebiet des Parks, wo es einige andere Camps gibt, allein ist man hier nicht, aber es gibt dafür viel zu sehen. Wir begegnen noch vier Thornicroft-Giraffen, die hier wie die Crawshays Zebras endemisch sind. Das Muster mit recht dunklen Flecken geht bei ihnen nicht das ganze Bein hinab. Die Elefanten sind hier kleiner als in Botswana oder Ostafrika, bisher haben aber alle Stoßzähne, die ich sehe.
Zum Glück kann ich noch bis nach dem feinen Mittagessen in Puku Ridge bleiben, bei dem leistet mir der Manager Lewis aus Sambia Gesellschaft. Er hat zuvor 20 Jahre für Norman Carr Safaris gearbeitet, auch als Guide.  Danach fährt mich Lamech nach Nkwali, er hat dort mal als Koch gearbeitet und freut sich, seine alten Kumpels begrüßen zu können. Neben dem sambischen Manager Kiki steht Will zum Empfang bereit, er ist aus New Orleans und erst seit ein paar Tagen als Food and Beverage Manager dort. Es sind noch keine anderen Gäste eingetroffen und Siesta-Zeit, so inspiziere ich Zimmer und Doppel-Dusche, und setze mich ein bisschen in den angenehmen Schatten am Pool, um die Nilwaran  kommt auch vorbei. Der Pool ist nicht sehr gepflegt, wohl weil noch nicht das Wetter dafür ist, das Zimmer ist jedoch geräumig und schön, mit Sesseln zum Fluss hin. Die offene Seite wird abends mit Gittern und Vorhängen geschlossen, eine gute Idee. Im offenen Bad sind die Wände zum Weg hin etwas niedrig, wenn man größer als 1,70 m ist, auch die Nachbarhäuser stehen nicht weit weg. Etwas mehr Privatsphäre wäre mir lieber! Blöd finde ich, dass der Badmülleimer ein Korb mit schmutzigem  Stoffinlay ist, es keine braunen Papiertüten gibt und auch keinen Aschenbecher. Nkwali ist insgesamt etwas rustikaler. Zum Tee gibt es köstliche Schokoladen-Brownies und Käsesandwiches nur für mich, und ich lerne meinen Guide Emanuel kennen, der mich daran erinnert, meine gekühlte Wasserflasche mitzunehmen. Die Alu-Trinkflaschen darf man behalten, ich habe auch schon eine von der Stanley Safari Lodge. Wir werden mit dem Motorboot über den Fluss gefahren, keine Flusspferdgefahr in der Nähe. Nkwali lässt die Fahrzeuge immer auf der anderen Seite im Nationalpark stehen, das spart Wege. Die Anlegestelle besteht aus Sandsäcken im Wasser, ich schaffe es aber gut ohne nasse Füße an Land. Die Autos von Robin Pope sind nicht ganz so komfortabel und haben kein Dach, ich muss mich daran gewöhnen, dass mir die ganze Zeit die Sonne auf Kopf und Schultern scheint., ( also nicht den Hut vergessen) .  Ich bin mit Scout und Guide exklusiv allein unterwegs! Eine große Elefantenherde steht ein Stück weiter am Fluss, das ist ein gutes Zeichen, auch Babys sind dabei. Wir suchen wieder das Löwenrudel, 14 und ein Löwenmann liegen im Schatten auf eineLöwen im South Luangwa Sambia m Sandbett und schlafen mit ihren dicken Bäuchen. Bestimmt können sie nun drei Tage nichts mehr fressen und bewegen sich nicht, ich habe wirklich Glück gehabt. Emanuel liebt die Impalas, wir sehen unzählige und er weiß viel über sie. Zahlreich sind auch die Pukus, die mit ihnen gemeinsam weiden und ab und zu ihren Pfiff als Alarmruf hören lassen. Sehr witzig ist, dass er die Stimmen aller Vögel nachmachen kann und ihren Gesang in Texte übersetzt. Ich wusste noch gar nicht, dass die afrikanischen Tauben morgens work harder, work harder  und abends drink lager, drink lager rufen! Eine Hyäne liegt versteckt in einer Mulde am Straßenrand, sie hat auch einen dicken Bauch. Insgesamt sehen wir drei, auch einige Buschböckchen. Ein großes Krokodil läuft weit vom Fluss am Auto vorbei, ich bin verblüfft. Die Lagunen und Wasserlöcher beginnen bereits auszutrocknen, da müssen die Bewohner ans große Wasser ziehen, das gilt auch für die Hippo-Junggesellen, die den Territorialkämpfen ausgewichen sind. Hundert Meter entfernt machen wir Sundowner-Pause, ich schaue, ob nicht das Krokodil vorbeikommt … Es gibt weiche Fleece-Decken im Auto, praktisch, wenn man in Shorts losgefahren ist, auch gegen die Moskitos, die nach Sonnenuntergang unterwegs sind, besonders wenn man vergessen hat sich einzusprühen. Zur Hochform läuft Emanuel bei der Nachfahrt auf, wir sehen eine Zibetkatze und ein Pärchen Honigdachse! Kurz vor unserer Flußüberquerung steht plötzlich ein großer Leopard in unserem Scheinwerferkegel, ich halte den Atem an, als er majestätisch direkt neben mir vorbeischreitet, und schaffe es erst ein Foto zu machen, als er vorbei ist. Die Überfahrt mit dem Boot ist in der Nacht etwas abenteuerlicher, daran hatte ich gar nicht gedacht, es ist stockfinster, weil Neumond ist. Wir kommen aber gut an, und Kiki zeigt mir in einem hohen Baum neben der Bar zwei der von mir ersehnten Buschbabies mit der Taschenlampe, ich bin glücklich, auch wegen des schönen Leoparden und der Dachse. Claire aus London und ihre Stieftochter Anna sind angekommen und essen mit mir am großen Tisch mit karierter Decke zu Abend, sie ist schon zum dritten Mal mit Robin Pope Safaris in Sambia und kennt das Camp gut. Das Abendessen ist reichlich und schmackhaft, ich bekomme wieder etwas vegetarisches extra, aber auch Reis und Gemüse aus den großen Schüsseln.

31.05.2014: Nkwali Camp, South Luangwa
Kleines Frühstück gibt’s am Lagerfeuer mit dem Porridge-Topf und Kiki röstet Toast auf einem kleinen Grill. Dieses Bild werde ich noch in den meisten Camps sehen. Mit einem Kaffee und Toast bin ich um 5,45 Uhr zufrieden, Cornflakes und Äpfel lasse ich stehen. Die netten Frauen aus London fahren mit Emanuel und mir raus, wir lernen wieder viel von ihm und fotografieren einige Vögel, Claire schreibt ihre Beobachtungen alle auf. Wir sehen Bateleur-, Tawny- und Fischadler, GelbschnWildhunde in Sambiaabelstörche und Reiher, winzige rote Feuerfinken, Bienenfresser, Lilac breasted Roller, einen weißen Baumfrosch, Hippos, Elies, Giraffen, Zebras. Die Zebras sind hier meist in kleinen Herden von 3-4 Tieren unterwegs. Die Giraffen kommen uns ganz nahe, als wir Kaffeepause unter einem großen Baum machen. Emanuel weiß zu berichten, dass die Früchte des Leberwurstbaumes gut gegen Verletzungen sind, und eine Kigelia Salbe sogar gegen Hautkrebs helfen soll. Der Dung der Hippos, in Wasser aufgelöst, hilft bei Babies mit Verstopfung. Dieses und ähnlich Naturrezepte finden wir nicht so überzeugend, er hat aber eine ganze Menge davor parat. Da es wenige Ärzte gibt, sind die Leute in den Dörfern in Selbsthilfe erfahren. Das tierreiche Gebiet ist das gleiche wie bei Puku Ridge, und die Guides sind alle über Funk in Kontakt. Es wurden Wildhunde gesichtet und wir fahren schnell hin, es sind vier mit einer besenderten Alpha-Hündin. Sie schlafen, stehen aber dann auf und laufen herum, ich vermute, sie machen sich zur Jagd auf. Die Freude ist bei allen groß, denn sie werden hier selten gesehen und waren in den letzten zwei Wochen nicht da. Wir aber verlassen den Schauplatz, denn es sind weitere Fahrzeuge gekommen und stehen Schlange, mehr als vier will man hier nicht an einer Sichtung haben, was wirklich die Obergrenze ist. Eine Steigerung von Abgasen und Lärm startender Motoren und rangierender Fahrzeuge gibt es, als in der Nähe ein Leopard mit einem Impala in einem Baum gesichtet wird. Er ist im dichten Blattwerk kaum zu entdecken, wir haben aber auch nur einen Moment zum fotografieren direkt unter dem Baum, bevor der Motor wieder losrüttelt. Mir ist schlecht von den Abgasen und ich ärgere mich etwas, dass die Tiere so geballt verfolgt werden. Es ist aber auch unglaublich hier, nachdem es dunkel wird und wir wieder allein unterwegs sind, sehen wir noch einmal einen Honigdachs, 3 Ginsterkatzen, eine Zibetkatze, zwei Stachelschweine, eine Weißschwanzmanguste und einen Leoparden, da kann man nur versöhnt sein! Meine kühnsten Erwartungen sind nach den ersten drei Tagen schon weit übertroffen. Der große Tisch beim Abendessen ist heute voll, es sind einige Australier angekommen.

1. Juni  2014: Bush Camps  Bilimungwe Camp und  ChindeniBilimungwe Camp  im South-Luangwa
Ich kann später frühstücken, muss aber auch noch packen, da ich um 9 Uhr von einem Auto der Bushcamp-Company abgeholt werde. Vorher zeigt Fred mir noch das Luangwa Safari Haus mit vier Schlafzimmern und Bädern, das sehr schön eingerichtet ist und einen Blick auf eine Lagune mit zahlreichen Tieren hat. Wunderbar für eine Gruppe, die hier privat betreut und bekocht wird! Guide Peter vom Chindeni Camp sowie Cathy, die temporäre Betreuerin vom Bilimungwe Camp, nehmen mich in Empfang. Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden, Landschaften und Habitate wechseln, auch ein paar Doum-Palmen gibt es zwischendurch. Ich sehe Pukus, Impalas, die ersten Wasserböcke, Hornraben und Zebras. Es ist interessant, aber für einen Game-Drive etwas schnell, weil der Weg so weit ist und wir in Bilimungwe zum Lunch erwartet werden. Dort muss ich schnell ein Bad aufsuchen und darf in eines der nur vier Chalets auf Stelzen. Sie sind sehr schön und ganz aus Ried, mit einem edlen Mahagoni-Doppelwaschtisch aus einem Block und viel Platz. Naturnah und trotzdem komfortabel. Ich gehe gerade auf die Terrasse, als drei Elefanten mit einem Baby an die Lagune zum trinken kommen. Sie sind ganz nah, und das Kleine veranstaltet ein Showprogramm mit Rüssel und Ohren. Fasziniert gehe ich zurück zur Lounge, und empfinde den Ort als magisch: Design für die Sinne, bunte Kissen und schöne Lampen und Möbel. So ein Camp habe ich bisher noch nicht gesehen und würde am liebsten hierbleiben. Es ist ganz still, und auch das Essen ist toll und keineswegs rustikal. Peter, Cathy und der interessante Headguide Manda fachsimpeln mit mir über die unterschiedlichen Arten von Gästen, manche wollen tatsächlich Klimaanlage und WiFi total im Busch, wie soll das gehen und was wollen die hier? Die Versorgung über Solaranlagen und mit fließendem Wasser ist doch schon klasse, und der Zauber würde völlig zerstört. Da die besondere Spezialität im South Luangwa Nationalpark die Walking Safaris sind, aber manche Leute nur Gamedrives und Löwen wollen, tut mir leid für die engagierten und hervorragenden Guides, ich schlage ihnen vor, dass sie einfach mal lohnende Aktivitäten vorschlagen sollen anstatt zu fragen, schließlich wissen sie am besten, was gerade im Busch ist, es ist ja kein Zoo. Ich erkläre ihnen, dass viele Gäste gar nicht wissen, was zu Fuß möglich ist, sie kennen es so nicht von woanders. Ich drücke die Daumen für dieses Camp und würde gerne mal mit Manda auf Walking Safari gehen! Leider müssen wir wieder los, sie wollen mir noch Kapamba zeigen. Das ist auchchindeni safaricamp im south-luangwa Zambia schön, aber ganz anders und hat Steinhäuser mit großen Badewannen und mehr Clean Chic. Es liegt an einem ganz klaren seichten Flussarm, in dem man sogar baden oder zum Kerzenlichtdinner am Tisch sitzen kann. Alle Buschcamps haben auch Pizzaöfen und einen abgestimmten Speiseplan, so dass Gäste die wechseln alle Besonderheiten mitbekommen. Endlich komme ich in Chindeni an und werde nicht enttäuscht, hier gibt es große helle Zelte mit Hängematten auf den Holzdecks und wiederum exquisites Design, diesmal in creme und Holz mit blauen Akzenten. Unglaublich schön und mit Aussicht auf Fluss und Hügel, die Elefanten stehen am Ufer. Sofort weiß ich, dass dies neben Puku Ridge und dem wilderen Bilimungwe mein Lieblingscamp wird. Ich halte eine kurze Siesta und teste die (gute) Innendusche, nachher gibt es Scones und Kaffee mit der schon älteren Susan aus Cornwall, die eigentlich Innenarchitektin ist, sich aber in das Camp verliebt hat und für eine Saison hier arbeitet. Wir verstehen uns auf Anhieb gut, heute am späten Abend sollen zwei weitere Gäste vom Flughafen ankommen und den Weg gleich als Nachtfahrt erleben. Man ist hier sehr flexibel mit den Uhrzeiten. Insgesamt gibt es wie in Bilimungwe nur vier Zimmer, was exklusiv und familiär zugleich ist. Die Atmosphäre ist stylisch, aber sehr entspannt und familiär, so mag ich es. Susan erzält mir, dass sie auch Buschfrühstücke und Barbecues am Strand veranstalten, eine weitere Spezialität ist der Mongolen-Wok, bei dem jeder seine Zutaten aussucht. Die verspielten Paviane nutzen mein Zeltdach als Rutsche! Die Nachtfahrt bringt diesmal keine großen Katzen, aber 3 Ginsterkatzen, eine Zibetkatze, eine Weißschwanzmanguste und Büffel. Beim sehr leckeren Abendessen leisten mir Susan und Chefguide Peter nette Gesellschaft, einzig der Rotwein aus dem 5-Liter-Schlauch ist etwas unter dem sonstigen Standard. Die Nacht wird unerwartet laut, weil ein Hippo gleich neben meinem Zelt grast und dabei ständig ruft. Beleuchtung gibt es mit aufblasbaren Solarlichtern, die man im Zelt platzieren kann, wo man sie braucht, sehr praktisch, leicht und hell genug.
2. Juni 2014: Meine erste Safari zu Fuss in Sambia
Am nächsten Morgen treffe ich die zwei holländischen Jungs, sie sind einverstanden, mit Peter, dem Scout Godrick und mir eine Wanderung zu machen, meine erste. Moses ist der Backup und trägt den Kaffee-Rucksack für unterwegs. Die Landschaft am Morgen ist malerisch, wir begegnen Pukus, Kudus und Hornraben. Peter erklärt den Dung und die Spuren der verschiedenen Tiere und wir machen Rast auf einem Baumstamm. Auf der Rückfahrt ins Camp sehen wir noch Büffel und Elefanten, und beim hervorragenden Lunch auf der tollen Terrasse kommen Giraffen zum Abschied an den Fluss. Gemüse wird von umliegenden Bauern angebaut, und das Wasser aus dem eigenen Brunnen ist von so guter Qualität, dass man es in Flaschen abfüllen und verkaufen könnte. Beim Transfer zur Mfuwe Lodge zurück in das Hauptgebiet des Parks ist das Fahrzeug voll mit Männern vom Personal, der Weg ist etwas anstrenZambia Mfuwe-Lodge gend weil warm und weit. Ich komme fast gegen Ende der Siesta an und will unbedingt noch duschen, so dass ich keine große Lust auf Gespräche mit dem Management habe, sondern zum meinem Leopard-Haus eile. Es ist gleich das erste hinter dem großen Pool, und hat ein Deck nach hinten zur Lagune, wo es wieder Tiere zu beobachten gibt. Ich höre einen Generator laufen und rieche Küche. Ich lasse Zigaretten und Feuerzeug draußen liegen, und als ich aus der Dusche komme, sehe ich gerade noch, wie ein Pavian sich diese greifen will. Ich scheuche ihn weg, und er gibt nach, das ist noch mal gutgegangen. So nah trauen die sich sonst nicht, aber das ist eine große Lodge mit 18 Zimmern. Ich komme mir ein bisschen vor wie im Hotel nach den abgelegenen Bushcamps, zumal das Zimmer einen Schlüssel hat, was ungewohnt ist. Die nette Marketing Managerin Amy und den eher eiligen Chef und Mitinhaber Andy treffe ich kurz beim Kaffee, denn der Hauptsitz der Bushcamp Company ist in der Mfuwe Lodge. Obwohl die Ausstattung gut ist, ist das nicht mein Platz und auch zu groß für eine Safari-Lodge. Viele Gäste mögen sie aber gerne, um als Einstieg in den Urlaub erst einmal zu relaxen und das Spa zu nutzen. Ein Paar aus Arizona, das in Lusaka lebt fährt mit mir raus, und wir sehen ganz viele Elefanten. Auch beim Sundowner stehen sie auf einmal ganz in der Nähe und betrachten uns freundlich. Der Spotter Steve leuchtet eine Ginsterkatze und eine Weißschwanzmanguste an, dann sehen wir drei Autos vor einem Baum mit einem Leopard und einem frisch erbeuteten Impala. Unter dem Baum sind zwei tiefe Löcher, ein Fahrzeug hängt qualmend fest und wir krachen in das andere Loch, ich stoße mir die Knie an. Eine Abgaswolke hängt in der Luft, zig Scheinwerfer, und in all dem Getöse ergreift der Leopard die Flucht ohne sein Impala! Ich bin sauer auf den Guide Jason, der alle 30 Sekunden den Motor an- und ausgemacht hat, so dass ich nicht mal ein Foto machen konnte, was im Dunkeln wirklich nur ohne Erschütterungen möglich ist. Alle kreisen um den Block, doch der Leo versteckt sich verständlicherweise im hohen Gras und kommt nicht mehr raus. Wir sehen nur noch drei Hyänen, die wohl gern seine Beute fressen würden. Ich sage, dass das nun ein bisschen viel Druck auf das arme Tier war. Jason bietet mir an, am nächsten Morgen früher loszufahren als die anderen, um zuerst an dem Baum zu sein, denn die Beute reicht für 2-3 Tage. Das Abendessen findet im kleinen Kreis statt und ist eher unpersönlich, mein Glas Wein muss ich ungewohnter Weise mit 5 $ extra bezahlen, er ist nicht mal besonders und ich wurde nicht gefragt, ob ich eine bestimmte Sorte bevorzuge … ich mache, dass ich ins Bett komme.

3. Juli 2014: Chinzombo und Nsolo Camp
Ich habe alles fertig gepackt und Jason und ich sind zu zweit schon um kurz nach 6 Uhr am Baum. Aber kein Leopard da! Wieder nur eine Hyäne, die im Gras wartet. Den haben wir wohl gründlich vertrieben, was mir sehr leid tut. Jason fährt aber dann eine schöne Strecke und findet zwei große männliche Leoparden. Einem davon folgen wir eine ganze Chinzombo Luxussafari in SambiaWeile auf der Jagd, bevor wir ihn verlieren. Diesmal war es allein unsere Sichtung. Auch der Rest vom Morgen wird noch schön, bevor er mich am Bootssteg von Chinzombo abliefert. Überraschung! Mario erwartet mich strahlend zum Lunch und zeigt mir das neue Luxuscamp von Norman Carr. Zwei südafrikanische Designer haben das Camp ganz in weiß und grau mit Holz, Stahl und Kupfer gestaltet, die Zelte haben große geschnitzte Holztüren, eigene Pools und riesige Lounge-Decks. Das Paradies für Design-Freaks wie mich! Innen gibt es Dusche und Wanne, Doppelwaschtisch, und als Clou eine neuartige Klimaanlage, bei der Stoffbahnen über dem Bett gekühlt werden, ohne dass es zieht. Die Zelte liegen um die Mittagszeit im Schatten, man darf aber nicht vergessen, dass der Sommer sehr heiß wird. Für die hier angepeilte Zielgruppe gibt es natürlich auch WiFi. Ich schalte im Busch lieber ab.  Das Mittagessen ist ein edles Buffet mit vielen schönen Salaten und gebratenem Fleisch, dazu gibt es Chardonnay und ein Vanilleeis zum Dessert. Der Kellner Josphat ist klasse und natürlich stolz, im besten Camp arbeiten zu dürfen. Leider drängt Philimon zum Aufbruch, weil wir noch anderthalb Stunden zum Nsolo Camp brauchen. Ich hätte gut noch ein weiteres Stündchen mit Mario schwatzen können, denn er erzählt mit Begeisterung von seinem Job und 11 Jahren in Afrika. Er will nicht zurück nach Deutschland, und wohnt auf der gegenüberliegenden Flußseite neben Adrian Carr, dem Sohn des Gründers. Ich erhalte die Empfehlung, doch mal eines der Bücher von Norman Carr zu lesen. Er berichtet noch, dass sie kürzlich eine Hochzeit mit 100 Gästen in Chinzombo veranstaltet hätten . Seine Aufgabe ist das internationale Marketing, er überrascht gern mal Gäste mit einem Besuch in den anderen Camps und grüsst sie persönlich von ihrem Reiseveranstalter. Ich schlage ein Abendessen in Nsolo, seinem Lieblingscamp vor, aber leider muss er noch eine Gruppe südafrikanischer Reiseagenten betreuen, die gerade ankommt. War das schön, sich mal wieder auf deutsch unterhalten zu können, vor allem nicht nach amerikanischem Smalltalk-Schema!
Los geht die Fahrt, und es wird wieder einsamer auf dem Weg zum abgelegenen Nsolo Camp. Hier ist das Gras an vielen Stellen meterhoch, und wir sehen einige kleine Feuer oder verbrannte Flecken unterwegs. Ich erfahre auf Nachfrage, dass die Camps selbst immer wieder kleine Flächen abfackeln, da das gut für Boden und Tiere ist, wenn danach frisches Gras sprießt. Wir durchqueren Waldstücke und haben fast immer dichten Bewuchs entlang des Weges, nicht die typisch afrikanische Savannenlandschaft mit großen offenen Ebenen, die ich so mag. Wir sehen Zebras und ich entdecke ein Löwenjunges links am WegesrandNsolo Camp South Luangwa und rufe Stopp! Es hat sich von seiner Familie entfernt, und will nun schnell am Auto vorbei zu seiner Gruppe, so sehen wir es maunzend vorbeirennen. Die Löwen können also nicht weit sein, und wir werden sie später nach der, für mich wieder kurzen, Siesta suchen. Nsolo ist für mich das erste richtig rustikale Bushcamp, ganz auf Sandboden und die vier geräumigen Riedhäuser auf kurzen Stelzen. Toll, das schöne Bad ist draußen (eine Insektenphobie ist hier fehl am Platz), und durch meine riesige Terrasse wächst ein Leberwurstbaum. Die Einrichtung ist trotzdem komfortabel mit Sofa, sehr gutem Bett und elektrischen Lampen, mir gefällt es aber nicht so gut wie die von der Bushcamp Company. Der Wasserdruck beim Duschen lässt etwas zu wünschen übrig, dafür kann man das Wasser trinken. Das Camp liegt an einem trockenen Flussbett und hat Anfang Juni schon nur noch ganz kleine Wasserstellen, die heute ein paar Impalas und Vögel anziehen. Hier betreut Sarah, eine junge Engländerin für eine Saison die Gäste und verstärkt damit das sambische Management, ich habe allerdings Schwierigkeiten, ihre schnelle Sprache und ihren Dialekt zu verstehen, was mir sonst seltener passiert. Ihr Lieblingskommentar ist cool. Eine solche Kombination findet sich fast in allen Camps. Wie Mario mir erzählte, ist hierfür keine Reisebranchen- oder Hotellerie-Erfahrung notwendig, aber ein abgeschlossenes Studium, um einen gewissen internationalen Qualitätsstandard sicherzustellen. Die eigentlichen Kenntnisse hat das sambische Personal, vor ansolo camp Sambiallem die sehr guten Guides, man lernt voneinander, das ist Personalentwicklung. Das gefällt mir besser als in Botswana, wo wir außer bei Kwando Safaris kein einheimisches Management vorgefunden haben. Meine Befürchtung, dass es in der Umgebung derzeit nur Vögel zu sehen gibt, bestätigt sich nicht. Wir finden später die Löwen in der Nähe eines toten Elefanten, die hundert Geier auf den umliegenden Bäumen zeigen uns seinen Fundort an. Philimon inspiziert ihn näher, er hat keine Stoßzähne, scheint aber kein Wilderei-Opfer zu sein, sondern einer der hiesigen Elefanten, die aufgrund  der früheren Bejagung und Selektion keine haben. Die Löwen sind sehr gut versteckt im hohen Gras, und wir erhaschen nur einen Blick auf die mächtige Mähne des Männchens. Das nette Honeymoon-Paar aus London im anderen Auto (ich fahre allein, warum auch immer) ist trotzdem begeistert, sie waren vorher im Luwi Camp und haben noch keine Löwen gesehen. Da schweige ich besser! Der Sundowner an einem ausgetrockneten Flussbett allein mit den Guides ist nicht so unterhaltsam, und die Nachtfahrt bietet mir einen light grey mongoose, steht gar nicht auf meiner Tierliste! Das Abendessen ist wirklich gut und gesellig, aber irgendwie ist es nicht mein Camp.

4. Juni  2014:  Besichtigung von Luwi, Kakuli und Mchenja, dann nach Kaingo
Der Morgendrive hält Besichtigungen von Luwi, Kakuli und Mchenja für mich bereit, Philimon entschuldigt sich, dass er aufgrund der Strecken keine Zeit für Guiding hat und Gas geben muss,  na ja, er hat auch keine große Lust, denke ich mir. Alle Camps sind unterschiedlich, in Luwi liegt eine grüne Graslandschaft (Flutebene) direkt vor den kleinen, einfachen aber schnuckeligen Riedhütten und der sambische Manager Frank ist sehr sympathisch. Hat irgendwie mehr Flair als Nsolo, obwohl auch hier noch nicht die rechte Jahreszeit für viele Tiere angebrochen zu sein scheint. Vom angebotenen Sleeping Out waren die Honeymooner allerdings begeistert.
Kakuli liegt am Fluß und hat große Zelte kombiniert mit Rieddächern und –wänden. Mir gefällt Zelt 3 am besten, aber alle haben schöne Aussichten und Sitzgelegenheiten vor der Tür. Auch Lounge- und Eßbereich sind nett, ich habe aber bei dem kurzen Besuch keinen besonderen Charakter des ganzen wahrnehmen können. Die Gegend ist angenehm weil offener und gegenüber des Nsefu-Sektor.
Nach Mchenja fährt man durch den namensgebenden malerischen Ebenholzwald, die zimbabwische junge Managerin empfängt mich herzlich und hat die Lounge mit sehr schönen selbstgemachten Traumfängern aus Federn und Blättern dekoriert. Sie ist merklich vom Fach, und präsentiert mir die komfortablen Luxuszelte mit Wanne und Aussicht auf den Fluss. Hier würde es mir gefallen, zumal an die Zelte noch Open-Air-Bäder mit schicker Ausstattung und Sichtschutz angeschlossen sind. Außer Chinzombo sicherlich das luxuriöseste Camp von Norman Carr, die Bushcamps sind zwar charmant, aber einfach, und nicht gerade in Gegenden mit der höchsten Tierdichte im Juni. Doch das ändert sich spätestens ab August !
Leicht gestresst und ohne wesentliche Tiersichtungen auf meiner Morgenfahrt Kaingo-Safaricamp Zambia komme ich in Kaingo an. Dort empfängt mich Izzy sehr nett und gastfreundlich, auch der Inhaber Derek Shenton ist da, weil das Camp erst vor kurzem nach der Regenzeit wieder geöffnet wurde. Sie merkt sofort, dass ich erst mal runterkommen muss. Im Kaingo Camp geht es sehr entspannt zu, und ich könne mich erholen, meint sie. Gleich bietet sie mir an, ein paar Pfannkuchen oder ein sonstiges nettes Frühstück für mich zu organisieren, da das Mittagessen hier erst gegen 13:30 Uhr vorgesehen ist. Ich verzichte, weil ich in den letzten Tagen wahrhaftig gut und reichlich gegessen habe, lasse ihr aber gern ein T-Shirt zum schnellen Waschen da. Dann darf ich in mein Chalet und bin begeistert, besonders vom eigenen Deck mit bequemen Sesseln hoch über dem Luangwa und dem zusätzlichen Außenbad mit großer Wanne. Die 6 Zimmer in riedgedeckten Steinhäusern sind neu und geschmackvoll möbliert und mit Schwarzweiß-Fotografien von Frau Shenton dekoriert, ich habe Wildhunde, auch im Bad! Es gibt einen richtigen Kleiderschrank und ein bequemes Sofa, aber ich entscheide mich für meine Terrasse, um mal ein Stündchen abzuschalten. Sogleich muss ich aber die Kamera holen gehen, um die vor meinem Haus spielenden Vervet Monkeys und die Hippos mit Babys auf der Sandbank zu fotografieren! Später holt Izzy mich ab, um mir mit Vicson die Hides zu zeigen, eine der Besonderheiten von Shenton Safaris. Ich sehe die hohe Elefanten-Plattform, auf der man auch übernachten kann (Zusatzkosten), ein Mobile Hide an einer Lagune mit Hippo und Wasservögeln, und schließlich das Hippo-Hide, das viele Sitzplätze hat und eine fast hautnahe Begegnung ermöglicht. Super für Beobachtungen und TierportraiKaingo-Safaricamp Zambia ts, auch wenn man keine Profi-Kamera hat. Viele Gäste verbringen hier Stunden, was ich verstehen kann. Die mobilen Beobachtungsstände werden immer dort aufgestellt, wo es zur Saison gerade interessant ist. Viele kommen extra ab Mitte September, um die Brutkolonien der Carmine Bee Eater zu sehen, leider sind sie im Moment noch auf Reisen. Ganz toll finde ich, dass es im Kaingo-Camp keinen festen Safari-Zeitplan gibt. Alle Gäste können entscheiden, wann sie was wie lange machen wollen oder wann sie essen wollen, auf jeden Fall können neben einer Morgen- und einer Abend-Aktivität als drittes Fahrten zu den Beobachtungsständen gemacht werden. Zurück im Camp bin ich wieder positiv überrascht, dass ich mein Lunch in einer Holzkiste auf mein privates Deck gebracht bekomme, wo auch schon eine Kühlbox mit einer Auswahl an Getränken wartet. Ist das schön, ganz in Ruhe und für mich gönne ich mir ein Glas Weißwein und gucke Buschfernsehen beim Essen. Das Konzept ist richtig gut, man hat auch erkannt, dass die Gäste morgens nicht lange frühstücken wollen, sondern die Zeit bei Sonnenaufgang für Tierbeobachtungen nutzen wollen. Wenn man zurückkommt, hat man viel mehr Lust auf Frühstück, und auch mehr Hunger – ich jedenfalls bin mit Kaffee und Gebäck morgens um 6 Uhr völlig zufrieden. Ich dusche noch und freue mich über guten Wasserdruck, sehr flauschige Handtücher und einen Kikoi auf dem Bett. Auch genügend elektrisches Licht ist vorhanden, obwohl nur mit Photovoltaik gearbeitet wird. Meinen Akku lade ich im Service-Häuschen gegenüber dem gut bestückten Curio-Shop, wo ich einen passenden Tischläufer von Tribal Textiles finde, juchhu! Es gibt später Tea-Time mit Mandarinen-Joghurtkuchen auf dem Ponton, bevor ich mit Guide Meyam und dem australischen Rentnerpaar Elizabeth und Graham auf Gamedrive gehe. Die beiden haben Profi-Teleobjektive dabei, viele Fotografen genießen den besonderen Service, zu dem auch Staubschutztücher für die Kameras gehören. In Kaingo werden auch Fotografie-Workshops veranstaltet, wie Izzy mir erzählt. Wie ich später sehe, hRotschnabelweber Sambiaaben die Guides und Izzy selbst eine beachtlich gute Fotosammlung zusammengetragen. Wir sehen viele Vögel, darunter grüne Tauben und Schwärme von Red billed Queleas (Quelea quelea, Rotschnabelweber), deren Tornados und Wegüberquerungen wir eine ganze Weile zusehen. So etwas habe ich noch nicht gesehen, es müssen abertausende sein, die ganze Sträucher in gefiederte Wesen verwandeln. Mein Video gelingt, und auf den Fotos kann man bei Vergrößerung die vielen Einzellebewesen erkennen. Ich freue mich über die vielen Perlhühner, Paviane und Giraffen im Abendlicht, sowie Herrn und Frau Puku, die in Hochzeitslaune sind. Beim Nightdrive nach dem Sundowner mit vielen großen Krokodilen sehen wir eine einsame Löwin auf der Jagd, die sich von ihrem Rudel abgesondert hat. Sie hat es schwer alleine und ist auch nicht erfolgreich, weil das Rudel Impalas sie im Mondlicht gut entdecken kann. Pärchen von Double Banded Crousern sitzen im Dunkeln auf dem Weg und rühren sich nicht. Das Abendessen ist sehr entspannt, Gäste und Personal sitzen locker zusammen und unterhalten sich, Drinks werden großzügig angeboten und ich bekomme meinen Amarula zum Vorab-Snack und später einen feinen Chardonnay. Der Koch Sky schaut, wie es den Leuten schmeckt, und Sylvester spricht mich strahlend an, er kann ein paar Worte deutsch und ist Fußballfan. Sehr nett unterhalte ich mich später noch mit Yvonne aus England, die sich um den Hausservice kümmert, und die ich zu einer gemeinsamen Zigarette überreden kann, nachdem die anderen gegangen sind. Kaffee wird natürlich angeboten und schnell gebracht. Ich erfahre, dass die meisten Gäste über 60 sind und viele von ihnen Stammgäste, die gleich für zwei Wochen kommen – Neid!! Ich finde es aber auch für jüngere Leute absolut exklusiv und angenehm mit dem unaufdringlichen Service, eine wahre Oase in einem tierreichen, weitgehend allein genutzten Gebiet, das viele unterschiedliche Habitate und von Derek Shenton selbst angelegte sehr gepflegte Wege bietet. Nur die offenen Fahrzeuge sind schon etwas älter und haben nicht sehr viel Beinfreiheit auf den hinteren Sitzen.

5. Juni  2014: Walking Safari in Kaingo- Safari zu Fuss, dann nach Mwamba
 Ich gehe mit Meyam, einem bewaffneten Scout und Elizabeth und Graham auf eine Morgenwanderung. Mit den beiden habe ich mich schon angefreundet, sie sind Weltreisende und oft in Afrika. Wir sehen ein Cooksons Wildebeest, Elefanten und eine große Gruppe von Lilians Lovebirds, es ist das erste Mal, dass ich die fotogenen Erdbeerköpfchen (der deutsche Name ist nicht schön!) sehe. Diskussionsstoff liefern die Spuren des Erdferkels, nur wenige haben es je nachts gesehen, auch Meyam nicht. Wir lernen noch sämtliche Bäume mit ihren dekorativen Früchten und Samen kennen, und bereuen, dass wir wegen des Nationalparkstatus keine der Holzbananen mitnehmen dürfen, die von selbst aufspringen. Die Marula-Früchte waren leider noch nicht reif!
Die Überraschung ist gelungen, als wir auf der Heimfahrt mitten Mwamba Bushcamp  in Zambiaim malerischen Ebenholzhain ein gedecktes Brunchbuffet und eine Buschküche vorfinden. Herrlich, jetzt genau das richtige, und während noch fleißig an den warmen Speisen gebrutzelt wird, trinken wir schon mal ein Gläschen Sekt mit Yvonne. Ich will nicht weg und liebe auch die handgefertigten Kaffeetassen mit dem Shenton-Leopardenlogo. Eine letzte Siesta auf meinem Privatdeck lässt mir Zeit für ein Fotoshooting mit einem Nilwaran und einem Eichhörnchen.
Für mich geht es danach weiter zum Shenton Buschcamp Mwamba, Izzy begleitet mich hin und wir sehen auf dem Weg ein männliches Kudu, das netterweise nicht gleich wegläuft. Charlie und Matt haben dort gerade das Management übernommen, und weil sie so schön sind, gebe ich ihnen die Namen Barbie und Ken. Mwamba ist stilvoll und bushy zugleich, und hat zwei Hides direkt am Camp, eines am Wasserloch, das in der Trockenzeit bewässert wird, und ein offenes mit Sitzkissen am Termitenhügel mit Blick in die Landschaft. Mein Chalet ist eines von nur dreien und steht unter einem wilden Feigenbaum mit Eimerdusche. Es ist aus Holz und Riedmatten mit einem großen offenen Bad. Auf dem Spiegelrahmen sitzt ein Frosch, und da er sich nicht rührt, muss ich ihn neugierig anstupsen, um zu sehen, ob er echt ist. Ja, er atmet, geht aber nicht weg. Etwas beunruhigender finde ich die kleine gesprenkelte Schlange, die hinter der Verkleidung hervorlugt, aber als ich die Kamera startklar mache, ist sie blitzschnell verschwunden, so dass ich sie nicht mehr identifizieren kann. Das Chalet hat bequeme Sessel im weißen Sand vor der Tür und ist gut ausgestattet, ein mit Moskitonetz versehener Ausschnitt im Dach gibt den Blick auf den Sternenhimmel frei. Die Elefanten Tom und Jerry waren kurz zuvor noch im Camp und Charlie warnt mich vorsichtig zu sein, weil sie frech sind. Sie kreuzen aber nicht wieder auf, und wir genießen unseren Nachmittagskaffee mit Kuchen auf Stühlen im trockenen Flussbett, bevor es zum abendlichen Gamedrive mit einem australischen und einem schottischen Paar geht. Wir finden eine riesige Büffelherde mit Kälbern, Zebras, Giraffen, Pukus, Impalas, einen Spitzschwanz-Paradieswitwenvogel, und neben unzähligen Perlhühnern auch Gelbschnabelstörche und Marabus in trauter Gemeinschaft an einer Lagune, überwacht von einem Fischadler. Mit dem Spotlight gelingt noch eine Sichtung eines großen Löwen, der sich verschlafen putzt, und an einem Baum hängen zwei niedliche Flughunde, die uns mit den Ohren orten und dabei hin- und herschaukeln.  Das kommunikative Abendessen mit Laternen und Kerzen am großen Tisch ist erstaunlicherweise feiner als in Kaingo, und ich schlafe tief, bequem und insektenfrei in meinem Chalet.

6. Juni  2014: Safari im Mwamba Camp und Bushcamping
Nach einem kurzen Frühstück wollen wir uns in Begleitung von Matt auf die Suche nach der Kaingo Pride machen, diese Löwen wurden noch nicht gesichtet, seit das Camp zwei Wochen zuvor eröffnet hat. Es geht durch erstaunlich unterschiedliche Landschaften, hier gibt es sogar Fieberakazien. Die Löwen finden wir leider nicht, aber zwei Hyänen im rosigen Morgenlicht und eine ganze Herde der interessant gestreiften endemischen Cooksons Wildebeest. Sie sehen ganz anders aus als die mir bekannten blauen (Botswana) und Weißbart-Gnus (Kenia). Kaffeepause machen wir auf einer weiten offenen Ebene, auf der auf einem Hochstand ein Sleep-Out angeboten wird. Das müsste ich nicht unbedingt haben, auch wenn der Guide in der Nähe schläft und ein Plumpsklo vorhanden ibuschcamping-south-luangwast.
Ich werde später zum Kaingo Camp zurückgefahren, von wo aus es mit dem Boot zum Luangwa Bushcamping von Robin Pope Safaris auf der anderen Seite des Flusses geht. Kanga, der junge Guide, der als einziger diese speziellen Walking Safaris leitet, empfängt mich im mobilen Camp unter einem Baum mit riesigem Hammerkop-Nest. Es gibt noch Mittagessen für mich, die beiden anderen Gäste halten schon Siesta. Wie ich später feststelle, sind es die beiden netten Holländer, die ich schon im Chindeni Camp kennengelernt habe! Auch sie freuen sich, als wir nachmittags losgehen und die Löwen suchen wollen. Allerdings versperren uns Elefanten den geplanten Weg, auch Plan B geht nicht, denn ich entdecke noch einen dritten Elefanten links von uns im Gebüsch, den Kanga und der Scout noch nicht gesehen haben. Natürlich muss ich später noch mal erwähnen, dass ich den Jungs das Leben gerettet habe … es ist ein Bulle, und Kanga macht lieber einen großen Bogen um ihn. Er ruft einfach das Buschtaxi, das uns nach der Wanderung doch noch zu den sich paarenden Löwen bringt, rechtzeitig, bevor die Sonne untergeht. Ein echtes Erlebnis, und dank Auto sehr nah! Es gibt ein tolles Abendessen, auch im Busch haben die fleißigen Helfer weiße Servietten zu Reihern gefaltet und den Wein kalt gestellt. Noch eine Runde am Lagerfeuer bei Kangas Geschichten, dann wollen alle das kuschelige Bett im Zelt ausprobieren und hoffen, das keiner nachts raus muss, denn das Toilettenzelt mit Holzthron auf Erdloch mit Sandeimer ist ein Stück entfernt. Ich schlafe wieder wunderbar, auch allein im Zelt habe ich kein bisschen Angst. Es gibt noch nicht mal InseSouth Luangwa bushcampingkten.

7. Juni 2014:  Buschcamping und Safari zu Fuss-South Luangwa
Um 5:30 Uhr ist wie immer Wecken, hier wird heißes Wasser in das Campingwaschbecken vor jedem Zelt gebracht, so dass man sich mit Waschlappen und Seife waschen und die Zähne putzen kann. Sogar einen Spiegel gibt es, damit die Sonnencreme an der richtigen Stelle landet. Ich bin überhaupt kein Camping-Typ, aber das hier finde ich ganz angenehm und schön. Beim ersten Morgenkaffee kommt Kanga ganz aufgeregt angelaufen und ruft, wir sollen schnell mitkommen, Fernglas und Kaffee mitbringen. Er hat nicht weit vom Camp einen Leoparden auf der Jagd gesichtet. Wir können ihn kurz beobachten, bevor er im hohen Gras verschwindet, und sind begeistert über den Tagesbeginn. Als wir dann richtig losgehen, sehen wir zu Fuß alles, was der Busch hergibt: Büffel, Hippos und Löwen, ein Stachelschweinpaar mit Baby in einem dichten Gebüsch, und die größte Storchenbrutkolonie,  ( Nimmersatt) die man sich vorstellen kann. Der Platz ist sehr schön, und wir entdecken immer weitere Tiere darum herum, Zebras, Paviane, Pukus, … Als das Buschtaxi zur Abholung kommt, können wir noch etwas näher an die Löwen heran, aber vorher war es natürlich ein einzigartiges Gefühl zu Fuß. In einem Baum entdecke ich rosarote Vögel und rufe Stopp! Ich bin ganz aufgeregt, es sind tatsächlich Scharlachspinte , Merops Nubicus die man um diese Jahreszeit normalerweise nicht zu sehen bekommt. Ich habe zwar Gegenlicht, aber immerhinsouth luangwa bushcampcamping ein paar Fotos geschossen. Die unterschiedlichen Arten der bunten Bienenfresser stellen immer wieder eine Herausforderung dar, sie sind unheimlich schnell weg, bevor die Kamera startklar ist. Unser mobiles Camp ist nun am Fluss aufgebaut, ein sehr schöner Anblick. Jetzt haben wir auch Zeit zum Duschen, Ladies first. Es gibt zum Glück einen Kikoi, den ich mir als Kleid umwickele auf dem Weg zum Duschzelt, die anderen gucken aber auch nicht. Den Kaffee nach dem Abendessen hätte ich mir wahrscheinlich besser gespart, ausgerechnet hier werde ich gegen 23 Uhr mit voller Blase wach, das ist jetzt blöd. Ich horche ein Weilchen in die Nacht, kann aber keine verdächtigen Geräusche entdecken. Zumindest ist nichts um mein Zelt herum, als ich mit der Taschenlampe durch die Netz-Wände leuchte, ich sehe nur die Petroleumlampen, die die ganze Nacht über brennen. 50 m bis zum Häuschen, geschafft. Wenn man bedenkt, dass in jedem Camp die Warnung ausgesprochen wird, nachts nicht allein vor die Tür zu gehen, sorgt das hier schon für etwas Adrenalin! Als ich zurück bin, muss ich auf die Aufregung erst mal eine rauchen, von drinnen am knapp geöffneten Reißverschluss meines Zeltes natürlich.

8. Juni 2014: Safari zu Fuss zum Tena Tena Camp, dann nach Nsefu
 Heute morgen wandern wir zum Tena Tena Camp, mit Teepause und Elefanten nicht weit von uns. Die Holländer bleiben dort für zwei Tage, und ich darf mir ihr Zelt anschauen. Tena Tena musste 2012 verlegt werden, weil ein Stück vom Luangwa-Steilufer abgebrochen ist, es liegt aber wieder mit sehr schöner Aussicht auf den Fluss unter Bäumen mit einem schicken Bar- und Eßbereich sowie gemütlichen Kissen. Alles wirkt ganz neu, auch die nur vier komfortablen Zelte mit Outdoor-Bad. Ein ganz schönes exklusives Camp, schade, dass ich nicht hierbleibe. Ich fahre weiter nach Nsefu, das nicht weit entfernt ist, und über 6 runde Steinhäuser mit Terrassen auf Stelzen verfügt. Sie sind schick und klassisch eingerichtet, haben ein innenliegendes Bad und sogar eine Stoffbahnen-Klimaanlage über dem Bett wie in Chinzombo, sind aber klein und haben keine Sitzgelegenheit zum Schuhe anziehen, wenn morgens noch das Moskitonetz über dem Bett hängt. Im Dunkeln stelle ich auch fest, dass kein Lichtschalter am Bett ist und ich die Taschenlampe nehmen muss. Es ist das erste Camp im Park und wurde schon in den 50iger Jahren erbaut, ist aber tiptop in Schuss. Was mich stört, ist dass die Häuschen sehr nah beieinander liegen, und wegen fehlender Fenster Sozialgeräusche unvermeidlich wahrnehmbar sind. Auch hier gibt es ein Hide, das aber vornehmlich im Sommer aktiver bevölkert ist, und einen Blick auf Elefanten, die den Fluss durchqueren. Es sind einige Gäste neu angekommen, und ich fahre mit einer Amerikanerin und ihrem Sohn auf Nachmittagsdrive. Mein letzter Tag auf Safari in Sambia! Gleich finden wir ein anderes sich paarendes Löwenpaar. Da die Abstände über 20 Minuten betragen und auch nicht mehr lange gefackelt wird, vermutet unser Guide, dass es schon der dritte Tag dieser Hungerphase ist. Wir genießen die nahe Begegnung, da die beiden sich durch uns nicht stören lassen, nur das andere Fahrzeug von Nsefu kommt noch dazu. Beim Sundowner lernt der amerikanische Junge fleißig Spuren mit dem netten Guide, und wenige Meter weiter treffen wir auf einen Leoparden, als wir wieder losfahren. Welch ein Abschiedsgeschenk! Auch eine Scops Owl sehen wir noch.Auf Safari im South Luangwa Zambia
9. Juni 2014: Abreise aus dem South Luangwa
Beim Frühstück kann ich mir Zeit lassen, ich soll um 7 Uhr zum Flughafen gefahren werden, was vom Nsefu Camp nur etwa anderthalb Stunden dauert. Am Vorabend gab es noch Verwirrung, weil Managerin Hannah von Kiki in Nkwali bestätigt bekam, dass mein Flug um 13 Uhr ginge, ich aber extra den frühen Flug um 10 Uhr gebucht hatte. Es lässt sich aufgrund der Bürozeiten nicht mehr klären, aber ich verweise auf mein bestätigtes E-Ticket. Wenn ich Glück habe, gibt es unterwegs noch etwas Interessantes zu sehen. Mein Fahrer John ist ein Cousin von Lamech, der mich am Flughafen abgeholt hatte, und arbeitet daran, ein Guide zu werden. Es ist aber schon 7:15 Uhr, als wir losfahren. Ich will nicht unentspannt sein, und so halten wir für zwei Kudus und einige Vögel. John kennt sich schon gut aus und man kann sich mit ihm unterhalten. Ich bestehe das Bäumeraten im Wald (Mopane, ich war ja schließlich auf Walking Safari) und staune über die Baumwollplantagen, als wir das Dorf erreichen. Für eine Besichtigung bei Tribal Textiles habe ich leider keine Zeit, aber ja dank Kaingos Shop schon ein schönes Stück im Gepäck. Es geht durch einen kleinen Fluss, und dann haben wir einen Platten vorne links. John holt Reserverad und Wagenheber, ein paar Fußgänger und Fahrradfahrer kommen vorbei. Als der Wagenheber im letzten Stück nicht mehr weiterhebt und den Dienst verweigert, werde ich doch langsam nervös. Ich bitte ihn, das nächste Robin Pope Camp anzufunken, es ist das River Camp, damit die mich zur Not zum Flughafen Mfuwe fahren, der vielleicht noch eine halbe Stunde entfernt ist. Es kommt aber keiner, wahrscheinlich sind die alle auf Gamedrive. John schafft es mit einem vorbeikommenden hilfsbereiten Mann, das Rad trotzdem zu wechseln und das Auto dann mit einem Rumms vom Wagenheber zu fahren. Ich bin nur eine dreiviertel Stunde vor Abflug am Flughafen und schaffe es nicht mehr, den Shop zu besuchen, weil ich gleich zum Check-In durchgehen muss, der klappt aber problemlos. Im 18-sitzigen Flugzeug sitze ich hinter Andy Hogg, dem Direktor der Bushcamp Company. Er hat aber keine Lust mit mir zu reden, er ist geschäftlich unterwegs. Ein bisschen langweilig wird die viereinhalbstündige Wartezeit im Flughafen Lusaka, bevor es nach Johannesburg weitergeht. Ich habe kein sambisches Geld umgetauscht und verkneife mir daher einen Kaffee. Viel zu sehen gibt es nicht, aber der Flughafen ist sauber und recht ruhig, so lese ich ein wenig in meinem Buch, das ich während der ganzen Safari nicht einmal herausgeholt habe. Als ich zum boarding durchgehe, stelle ich fest, dass es erst dort drei Shops gibt, in denen man ein bisschen stöbern kann, und ich werde bei Holzmasken fündig. Neben meinem Rucksack, der Fototasche und der großen Reisetasche habe ich nun auch noch eine Tüte zu schleppen und bin begeistert, als bei der nachfolgenden nochmaligen Sicherheitskontrolle ausnahmslos alle Fluggäste die Schuhe vor der Durchleuchtung ausziehen müssen, ganz toll bei geschnürten Wanderstiefeln …

Fazit meiner Safari -Reise nach Sambia:
Ich bin total begeistert vom South Luangwa National Park, denn ich habe sehr viele Tiere gesehen, obwohl die Hauptsaison (Juli bis Oktober) noch gar nicht begonnen hatte. Das Klima Ende Mai / Anfang Juni war angenehm und trocken, auch nachts habe ich in den Zimmern nie gefroren. Die Landschaften waren abwechslungsreich, die Camps durchweg gut bis hervorragend, die Menschen freundlich und die Guides gut ausgebildet. Einige meiner neuen Lieblingscamps sind jetzt hier, etwa Chinzombo,  Puku Ridge, Chindeni und Bilimungwe, sowie Kaingo und Mwamba. Es gibt so viele unterschiedliche Plätze, dass für wirklich jeden Geschmack etwas dabei ist. Das Bushcamping und die Walking Safaris möchte ich als Erfahrung nicht mehr missen. Toll fand ich, dass im Park richtige Nachtfahrten bis 20 Uhr gemacht werden dürfen, und dass das Wegenetz so verzweigt ist, dass man zu jeder Sichtung hinkommt. Für Löwen, Leoparden und Hyänen ist das ein grandioses Safari-Ziel, sattsehen und -hören kann man sich an tausenden Flusspferden und Krokodilen sowie an den Herden von Pukus und Impalas. Sonst selten zu sehen, aber hier gut: Die nachtaktiven kleineren Tiere wie Honigdachs, Ginsterkatze, Zibetkatze und Stachelschwein. Nicht zu vergessen die nur dort vorkommenden Arten Crawshays Zebra, Thornicroft Giraffe und Cooksons Gnu. Und, mit etwas Glück: Wildhunde! Beeindruckend wie selten zuvor habe ich auch die Anzahl an Adlern, Störchen und Reihern sowie sonstigen Vogelarten wie Bienenfressern, Lovebirds und Queleas erlebt. Und es ist überhaupt kein Problem, als Frau alleine unterwegs zu sein. Sambia  und der South Luangwa verdient es, als Safari-Ziel bekannter zu werden!