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Reisebericht aus der Masai Mara und Insel Lamu, 8. Juli 2009

Nairobi und Karen Blixen Camp: Raus in die Wildnis
8. Juli 09:
Abflug in Frankfurt am frühen Morgen mit der Swiss, wir sind noch sehr verschlafen; gleich die erste Überraschung: Übergepäck über 20 kg  kostet 30.-€  pro Kilo.  Wir packen noch 2 Bücher ins Handgepäck und haben immer  noch 5 kg mehr, die Schweizer nehmen das sehr genau: Wir berappen 150.-€ und ärgern uns später, dass wir nicht alles umgepackt haben....
Aber was solls, der Flieger ist sehr eng, der Service nicht besonders gut und ich bin froh, als wir endlich in Nairobi landen.
Es ist gerade dunkel geworden und Nairobi ist kühl, grau und voller Leute die in Landrover ein- oder aussteigen Wir holen ein Taxi und los geht’s Richtung Karen, das hat der Fahrer hoffentlich verstanden.  Ich sehe und rieche  zu viele Autos und  Menschen, Nairobi kommt mir heute vor wie eine grosse Spinne: Die Strassen sind ihr Netz, die Autos und Menschen, die sich da bewegen ihre Beute und alle sind magisch angezogen von irgendwas in der Mitte.
Unser Taxifahrer ist nett, hat aber leider keine Ahnung, wo unser Hotel ist: Ich erkläre ihm, das es in der Nähe des Giraffe Center sei, das kennt er. Nach einer halben Stunde hat das Taxi einen Plattfuss und er sucht einen Platz,  wo er aussteigen und den Reifen wechseln kann. Die juristische Fakultät erscheint im sicher, aber leider ist es dunkel  und im Licht seines Mobiltelefons versucht er, uns wieder fahrtüchtig zu machen. Hans-Peter geht ihm zur Hand und nach einiger Zeit geht’s weiter . Dann will er uns am Giraffe Manor absetzen, nein das ist nicht unser Hotel, es heisst MACUHSLA!!   Es gibt hier keine Strassennamen oder Hausnummern,  (sicher damit die Spinne leichter Beute machen kann) aber nach einigem Herumfahren und Fragen sind wir dann am Hotel, das Tor geht auf und wir werden freundlich empfangen. ( Den Ärger kann man sich ersparen wenn man dieTransfers mitbucht, wozu wir normalerweise raten !)  Im Kamin brennt Feuer, aber wir gehen erst mal in den Garten, trinken ein Tusker und füllen den Nikotinspiegel auf. Das Abendessen bestellen wir noch, dann ins Zimmer zum Duschen. Ein schönes Zimmer, sehr gross und ein gutes Bett, auch wenn die Bäder etwas altmodisch sind. Am Kamin sitzen noch andere Leute und auch die deutsche Besitzerin kommt mal vorbei gerollt, sie sitzt im Rollstuhl.  Das Essen ist wie immer lecker und reichlich.  Es ist kühl hier, aber wir bleiben noch an der frischen Luft und gehen als letzte ins Bett.  Wecken soll man uns um Sieben, das reicht. 
9. Juli 2009 Aufbruch in die Mara :
Wir sind früher wach, bei Sonnenaufgang wecken uns die vielen Vögel im Garten und ich geh schon mal raus. Nach dem Frühstück begutachte ich das neue Gästehaus, was für 4 Personen reichlich Platz bietet, mit Wohnraum und Küche gut ausgestattet. Unser Fahrer ist früh da, er muss noch warten bis wir alles gepackt haben und dann fahren wir zum Wilson Airport. Nairobi ist kalt und grau, gut das wir gleich weg sind. Wir hoffen auf die Sonne in der Mara. Wie immer bleibt 1 Tasche für Lamu am Flughafen, sonst hätten wir zuviel Gepäck. Unser Flug wurde geändert von Safarilink auf Airkenya, wir werden karen-blixencamp-masaimarahin und her gefahren, dann geht’s endlich los. Mein Lieblingsflugzeug wartet, eine Twinotter mit 18 Sitzen, das wird ein schöner Flug.Nach einer Stunde sind wir in der Mara, zuerst landen wir in Ngerende, dann auf dem Shikar Airstrip, wo wir abgeholt werden: Alles in Ordnung. Die Sonne scheint, ein prima Auto, ein offener Toyota mit Einzelsitzen und 2 netten Guides, Twollo und David, die uns abholen. Wir fahren ins Karen Blixen Camp, wo wir die ersten 2 Tage sein werden.  Der erste Gamedrive auf dem Weg, die Gegend ist typisch für die Mara, Grasland mit eingestreuten Akazien und das Riftgebirge ist zum Greifen nah, genau dorthin fahren wir. Wir sehen schon jede Menge Wild, na gut noch keine Löwen. Das Camp liegt am Marafluss im Northern Conservancy, ausserhalb des Nationalparks. Wir wollen unter anderem feststellen, ob es hier genau soviel Wild gibt wie im Nationalpark und ob man hier ungestört Beobachtungen machen kann.  Die Mara hat den Ruf überlaufen zu sein, es sollen hier schon Löwenrudel verhungert sein, weil sie ständig von Minibussen eingekreist warenKaren Blixencamp, sobald Sie aktiv wurden. Sowas wollen wir natürlich nicht unterstützen. Wir werden uns 4 Camps ausserhalb und 1 Camp innerhalb des Nationalparks ansehen in dieser Woche, wir wissen noch nicht wie anstrengend das sein wird. Bei Ankunft begrüssen uns die dänischen Manager David, John und eine der Besitzerinnen, Karrie höchst persönlich und wir bedanken uns für die Einladung, die wir hier erhielten.  Die Anlage macht einen gepflegten Eindruck, das Gras ist kurz, die Gebäude sind sehr schön und die Lage am Fluss ist phantastisch: Vom Speisesaal aus sehen wir, wie die Elefanten  zum Trinken kommen, eine grosse Herde von über 30 Tieren!! Wie in der Samburu ... Schon ist die Kamera in der Hand und alles Andere vergessen.  Karrie kommt und erklärt uns aufgeregt, was sie hier alles Tolles für die Umwelt machen, sie ist temperamentvoll und fuchtelt mit den Armen, das finden die Elies nicht gut und sie blasen zum Rückzug. Auf der Wiese sind 2 kleine Thompsongazellen, die sind ganz zahm und wurden im Busch allein gefunden, man hat sie hier mit der Flasche aufgezogen, sie sind fast wie Hunde.  Ein  junges Impala gleicher Herkunft gehört auch zum Hausrudel. Jetzt sollen wir uns mal unser Zelt ansehen, ich bin schon gespannt. Es liegt am Fluss und ist wirklich sehr schön: Es steht auf einer Holzplattform, hat ein Makutidach, Holzfussboden, Teppiche, eine Veranda, Ohrensessel, ein sehr grosses Bett; Ablagen und ein grosses Bad mit warmem und kaltem Wasser zu jeder Zeit, Solarbeleuchtung und Stromversorgung und sogar eine Öko- Minibar: Eine Kühlbox in einer Holzkiste. Das würde sogar meiner verwöhnten Schwester zusagen. Das Beste ist die Aussendusche: Viel Platz für zwei, man duscht  im Sonnenschein  (oder im Sternenlicht) und hat keine Feuchtigkeit im Zelt.Porinicamp Masai Mara Das warme Wasser wird hier mit einer Gasflasche gemacht, eine gute Idee wie ich finde. So authentisch die sonst üblichen Safari-Eimerduschen sind, es ist halt nicht viel drin und spontan mal duschen geht auch nicht. Ich räume ein bisschen was in den Schrank, zieh was Leichtes an und wir gehen zum Mittagessen, hab ich einen Hunger...ich bin gespannt was es gibt. Kleine Auswahl am Mittag, heute gibt es afrikanisch: Fischburger oder Hamburger mit Chips, aber alles frisch und gut gemacht, Nachtisch auch OK. Am Fluss gibt es schon wieder was zu sehen, eine Herde  Elefanten, Krokodile und eine Hippomutter mit einem ganz jungen Baby, wenige Tage alt. Hier ist immer was los. Zurück im Zelt: Eine Dusche in der Sonne, ausruhen auf der Terrasse. In der Anlage gibt es nur Pflanzen die auch im Busch wachsen und alle sind beschriftet, so hat man einen kleinen Naturlehrpfad im Camp.  Um 16 Uhr gibt es Tee und Kuchen, dann sind wir zum Gamedrive mit Fahrer und Guide verabredet. Wir nehmen ein Bier für den Sundowner mit wie es sich gehört.  Es gibt viel zu sehen, Gnus und Zebras, die Migration ist im Gange, Impalas, Giraffen, Dik Diks, viele Topis , Grantgazellen, Eland, Büffel und später sehen wir die ersten Löwen: Eine Mutter mit 5 Jungtieren, die schon fast so gross sind wie sie selbst, also ungefähr 1 Jahr alt. Ausser uns sind dann nochkaren-blixencamp-masaimara 3 andere Autos da, das stört die Löwen nicht sichtbar. Auch Schakale sehen wir, sie gehören zu meinen Favoriten: Klein und flink, schnappen oft den grossen Raubtieren die Brocken unter der Nase weg.  Wir fahren zu einem freien Platz, wo wir aussteigen und als die Sonne untergeht, stossen wir auf die Safari an. Der Wind ist kalt und wir sind froh die dicken Jacken dabei zu haben, auf dem Rückweg im Dunkeln ist es sehr kühl und wir waren weit vom Camp. Das Abendessen  findet im Speisezelt statt, wo jetzt die Zeltplanen heruntergelassen wurden, um uns und die anderen 10 Gäste vor dem kalten Wind zu schützen. Das Essen ist gut: Suppe, Hühnercurry mit gutem Gemüse; die Weinauswahl ist gut und bezahlbar. Danach sitzen wir draussen noch am Feuer am Fluss, aber der Rauch ist immer bei mir, ich muss ständig den Platz wechseln. Der Masai bringt uns zum Zelt und stellt die Lampe auf der Veranda auf kleine Flamme. Die Baumfrösche geben ein lautes Konzert als wir im Bett liegen, später  fallen noch die Flusspferde  mit ein und auch Hyänen sind in der Nähe. Ein gutes Gefühl wieder im Busch zu sein und im Zelt. An die Wärmflasche wurde auch gedacht und die Decken sind warm, der Schlaf holt uns bald ein...
.Zum Karen Blixen Camp

Wie man es in der Mara erwartet: Viele Löwen, Elefanten, Flusspferde und ein traumhafter Platz.
10. Juli, Karen Blixen Camp.
Es ist sehr kalt als man uns weckt, mit Kaffee, Tee und Keksen . Der Early Morning Game Drive ist hier obligatorisch, gleich beim Losfahren sehen wir 2 große Elefantenbullen mit langen Stosszähnen. Wir fahren zum Musiara Sumpf mit den beiden Guides, sie sind recht gesprächig, auch wenn manchmal nicht alles stimmt was Sie erzählen: Die Giraffe und der Mensch haben beide 7 Wirbel ? Upps.. . Und die Giraffe ist eines der wenigen Tiere, die Farben sehen ?? Das muss ich gleich mal richtig stellen und zwar mit Nachdruck, als man mir nicht glaubt.  Amkaren-blixencamp-masaimara_0005 Musiara Sumpf treffen wir die Marsh Pride, ein staatliches Rudel von 14 Löwen, viele Jungtiere; Einjährige, die im Gras spielen . Die sehen satt aus, sie haben alle dicke Bäuche, also erfolgreich gejagt heute Nacht. Überall sind Gnus und Zebras, die Migration ist im Gange und der Tisch reich gedeckt.  Etwas weiter finden wir den Riss: Sieben Hyänen,  Schakale und 4 Arten von Geiern, die sich um die Reste bemühen, wirklich Streit gibt es nicht, es sind fast nur noch Knochen da. Es war ein Gnu, was hier verspeist wurde, das sagen uns die Guides und die Hörner. Hier im Sumpf gibt es viele Vögel: Ibisse, Störche, Kraniche, Reiher, Seeadler...und  Regenpfeiffer die nicht zu überhören sind. Ein guter, aber auch bekannter Platz, ganz in der Nähe ist der Eingang zum Park, hier sind schon ein paar andere Autos unterwegs. Zurück im Camp lasse ich mir auf der Veranda eine Massage geben, das macht die junge Dame von der Rezeption, man ist hier  Multi-Tasking -fähig. Sandelholzöl verströmt seinen Duft, der Fluss rauscht und die Vögel geben ein Konzert. Danach bin ich wie neu, noch eine Dusche und ich gehe auf die Wiese, wo Hans-Peter die Aktivitäten am Fluss filmt: Elefanten und eine grosse Impalaherde sind heute da. Zu Mittag gibt es Pasta mit verschiedenen Saucen und Salat, alles frisch und gut gemacht. David zeigt mir stolz das Kühlhaus, was ohne Strom auskommt: Isolierung mit Holzkohle und Kühlung durch Wasserverdunstung auf dem Dach. Die zahmen Tommys und das Impala grasen auf der Wiese und betteln die Gäste um Brot an. Am anderen Flussufer liegt ein Krokodil in der Sonne. Die Flusspferdmutter bewacht ihr Baby, was immer im Wasser bleibt. Sie bleiben die ersten 6 Wochen abseits der Herde. Hippobabys  werden auch unter Wasser gesäugt,  Augen und Nase verschliessen sich automatisch beim Trinken, auch später an Land.  Ein kleines Paradies haben wir hier gefunden.  Nach der Siesta geht es zum Gamedrive mit unseren beiden Guides, wir sind übrigens immer allein im Auto. Es ist ein kalter Wind der über die Savanne weht, wir sehen Hyänen, Schakale, viele Gnus und Topis, die Löwen halten sich im Gebüsch versteckt. Twollo und David fahren uns zur  Leopard Gorge: Eine Auffaltung des Riffgebirges mitten in der Savanne, eine Minischlucht die ungefähr 500 m lang und 20 m breit ist, oft werden hier Leoparden gesehen; ich habe hier aber noch nie Einen gesehen. Trotzdem ein schöner Platz, der wie verzaubert wirkt, vor allem wenn man allein ist. Wir machen unseren Sundowner und sehen die Sonne über dem allgegenwärtigen Riffgebirge untergehen und als wir zurückfahren durch eine Landschaft wie aus dem Afrika-Bilderbuch, wird es wärmer; der Wind ist weg. Zurück im Camp ist am Wasserloch noch viel los, die Flusspferde kommen aus dem Wasser, nur die Mutter mit dem Baby bleibt noch drin.  Zum Abendessen kann man mit Sandalen gehen, es ist nicht kalt und es gibt ein gutes Menü;  italienisch mit Fisch. Dann sitzen wir noch am Feuer und schauen was im Fluss noch passiert, die Baumfrösche quaken und irgendwann lassen wir uns zum Zelt eskortieren.  In der Nacht hören wir Löwen brüllen und die Flusspferde unter uns im Wasser.

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11. Juli 2009: Reisebericht Masai Mara: Karen Blixen Camp, Elefant Pepper Camp.
Eine Stampede, Löwen bei der Jagd und viel gutes Karma:
Wieder werden wir früh geweckt, es gibt noch einen Gamedrive hier im Karen Blixen Camp. Wir fahren los, das Gras ist teilweise sehr trocken, der Regen ist in diesem Jahr in der Mara sehr spärlich gewesen, auch der Marafluss hat  sehr wenig Wasser, normalerweise wäre er jetzt voll bis oben. Wir sind auch deshalb nicht zu der Stelle im Nationalpark gefahren, wo die Gnus über den Fluss gehen: Das berühmte  “Crossing” was man immer in Filmen sieht. Zudem haben uns andere Gäste erzählt, dass dort bis zu 40 Autos stehen, sogar teilweise den Weg der Gnus blockieren. Die Parkranger stehen daneben und schreiben Strafzettel. Solche Massenansammlungen wollen wir vermeiden. Der Wind ist wieder eiskalt, und alle Katzen liegen versteckt im warmen Gebüsch, die sind schlau. Eine Büffelherde von über 50 Tieren entschädigt uns und die Guides zeigen uns noch die Kinderstube der Hyänen: Einen Bau am Rande eines kleinen Waldes, wo die Hyänenmütter gemeinsam ihre Kinder aufziehen. Wir sehen ein paar Alte, die den Eingang bewachen, die Kleinen sind drin. Hyänen säugen  nur die eigenen Jungen, nicht die der Verwandtschaft, wie es Löwen tun. Nur die Unterbringung ist im selben Bau. Die Tüpfelhyäne bringt 1 bis 4 Junge zur Welt, diese haben bereits ein volles Gebiss. Schon Stunden nach der Geburt fangen die Hyänenbabys an, ihre Schwestern oder Brüder zu attackieren, so wird die Rangordnung festgelegt. Der Ranghöhere hält meist den Verlierer vom Säugen ab, so das der Bruder oder die Schwester oft stirbt. Es werden aber nur die Geschwister gleichen Geschlechts attackiert. So verlieren 25 % der Hyänenbabys  im 1. Monat ihr Leben. Die Mutter kann sich nicht einmischen, weil die Jungen in den ersten  2-6 Wochen in einem kleinen Bau leben, wo Sie nicht hinein passt. Erst dann werden sie in den gemeinsamen Kinderhort gebracht, den wir uns angesehen haben. Zurück im Camp bekomme ich noch eine Führung, wo erklärt wird wie das Camp so funktioniert: Solarstrom, Müllentsorgung, Wasser: Alles umweltfreundlich und sehr funktionell, man kann sogar im Zelt die Akkus laden. Außer den Zelten am Fluss gibt es noch 2 Zelte, die auf 4 m hohen Plattformen stehen, man hat einen tollen Blick in den Busch und ist dort ganz allein, nachts kann man unbedenklich draußen auf der Veranda sitzen. Schön für Honeymooner oder alte Hasen, die keine Angst haben wenn nicht gleich daneben der Nachbar sitzt.
 Ich erzähle David noch von der Fledermaus, die im Makutidach über unserem Zelt sitzt, leider hat dies für das Zeltdach schwerwiegende Folgen; der Kot ist ätzend, er wird sie auf freundliche Art und Weise vertreiben. Wirklich gut gefallen hat uns hier das stark engagierte Management, das sich sehr um die Gäste bemüht, ebenso die sehr guten Möglichkeiten die Tiere, vor allem Elefanten und Hippos am Fluss zu beobachten, die sehr gute Zeltausstattung ( es gibt sogar Bademäntel ) und auch das Essen. Die Ausbildung der Guides soll weiter verbessert werden und man will Studenten ermöglichen, hier eigene Forschungsprojekte durchzuführen bei freier Kost und Logie. Ein echtes Ökocamp mit hohem Anspruch und authentischem  Ambiente. Wir haben gepackt, streicheln noch mal die zahmen Tommys, deren Fell sich unglaublich schön anfühlt,  wie ... na, eine Thompsongazelle eben...
Dann werden wir von allen Managern verabschiedet, man bietet uns noch Lunchpakete an, aber lehnen dankend ab, es ist nur 1 Stunde Fahrt zum nächsten Camp und das Frühstück war reichlich und gut.elephant-peppercamp-masaimara-kenia_0025
Um 11 Uhr werden wir abgeholt vom Elefant Pepper Camp, Francis der Fahrer begrüsst uns und wir bestaunen das ungewöhnliche Fahrzeug: Ein uralter, umgebauter Landrover, der von den Briten wohl im Krieg gefahren wurde. Der ist prima als Safarifahrzeug geeignet, man sitzt hoch und hat viel Platz, weil er verbreitert wurde. Wir fahren los, der Driverguide Francis ist mir auf Anhieb sympathisch und ich inspiziere, was es so alles im Auto gibt: Alle Metallstangen sind mit Leder bezogen, sehr angenehm zu greifen. Es gibt eine Kühlbox mit Getränken, Klopapier, Erfrischungstücher, Beanbag, Fernglas, Vogelbestimmungsbuch, die Identifikationskarten für die Löwen: Es wurde an alles gedacht. Die Fahrt geht jetzt durch trockene, offene Savanne, man kann weit sehen, wie in der Serengeti. Francis sucht verschiedene Buschstreifen ab nach Löwen. Wir sehen 5 Elefanten mit einem Baby von sehr nah.  Nach anderthalb Stunde Pirschfahrt, Francis lässt es sehr langsam angehen, sind wir am Ziel: Das Elefant Pepper Camp liegt am Rande eines Wäldchens mit Blick in die Savanne.  Die Zelte stehen mit Abstand zwischen den Bäumen, in der Mitte das Messtent. (Treffpunkt mit Bar, Sofas und Esszimmer). Das nette Managerehepaar begrüsst uns: Sophie und Calum, zwischen ihren Füssen hüpft aufgeregt ein lustiger Hundewelpe herum. Der Platz gefällt mir jetzt schon. Wir werden zum Zelt gebracht, hier gibt es ganz authentisch ein Bad mit Waschschüssel und Krug sowie Safariduschen.  Alles sehr liebevoll eingerichtet, mit Masai-perlen verziert und es gibt Kikois für die Gäste. Wir richten uns ein und ruhen etwas vor dem Zelt in den Safaristühlen, ein sehr schöner Platz,. Der Blick in die Savanne ist entspannend und macht zugleich Lust auf den Gamedrive am Nachmittag; was wird uns dort erwarten? Zum Mittagessen gibt es natürlich Pasta und Salat (die Besitzer sind italienischer Herkunft); sehr lecker. Ein Gläschen Weißwein, der gut gekühlt ist, kann nicht schaden. Wir essen mit Sophie und Calum, sie erzählen, dass die anderen Gäste, eine Gruppe von 8 Kenianern im Busch unterwegs ist.  Der Welpe ist wieder da und wir hören seine Geschichte: Eines Tages vor 2 Wochen sass die kleine Hündin, die ein typischer Masaihund ist und ungefähr 10 Wochen alt , im Camp und suchte Anschluss. Der Welpe muss von einem Masaidorf durch Savanne und  Busch bis hierher gelaufen sein, vorbei an Hyänen, Löwen und Leoparden. Sie hat unglaubliches Glück gehabt oder ist sehr clever: Sie heißt jetzt Lucky und ist voll durch geimpft gegen Tollwut, Staupe und was es sonst noch gibt. Die Kleine ist ein entzückender Hund und beißt gern in die Schuhe, wie alle Welpen.  Nach dem Essen duschen wir, die Dusche ist leider eng und es läuft viel Wasser raus, auch mit der Umschaltung am Ventil komm ich nicht zurecht, ich habe Shampoo in den Augen und krieg kein Wasser mehr:  Hans-Peter: Hiiilfe!  Gerettet, Männer können manche Sachen einfach besser. Im Kikoi sitzen wir in der Sonne und trocknen die Haare, man braucht hier keinen Föhn, ein bischen Wind ist immer. Wir sind um 16 Uhr mit den netten Francis ( mit dem bin ich sofort auf einer Wellenlänge ) zum Gamedrive verabredet, er fragt noch nach den Sundownergetränken und dann fahren wir ganz gemütlich los. Slow Safari ist auf jeden Fall besser, auch weil hier die Wege voller Lavasteine sind. Er will uns Löwen zeigen, das ist klar und er erklärt uns gleich anhand der Karten, wen wir erwarten können: Die Gorgepride mit der Alphalöwin Silver, die ein ungewöhnlich helles Fell hat. Es dauert nicht lange, da finden wir die 10 Löwen ganz in Camp nähe in den Büschen liegen. Dank Karen Blixens Naturlehrpfad weiß ich jetzt sogar, wie das Gestrüpp heißt: “Orange Leave Croton” ; es hat weidenartige Blätter,  von denen immer einige knallorange sind. Die Löwen liegen immer in diesen Büschen, das muss einen GElefanten Mara Northrund haben, aber andererseits gibt es auch recht viele davon.  Die Löwen machen, was Sie die meiste Zeit tun: Dösen vor sich hin und räkeln sich, manchmal macht einer die Augen auf oder geht zu einem anderem Busch, um dort gleich wieder weiterzudösen. Wir beobachten sie eine Weile, dann meint Francis wir sollten mal ein Stück weiterfahren und später zurückkommen, wenn es kühler wird. Gute Idee, machen wir. Wir sehen einen einsamen Büffel, der sein Mütchen am Orange Leaf Croton abgekühlt hat, ein Ast davon dekoriert jetzt seine Hörner und er sieht aus wie ein Pfingstochse, er guckt uns irgendwie an, als würde er sagen : Lacht bloß nicht.  Wir lassen ihn mit seiner Schmach allein und fahren langsam weiter, da drüben steht eine schöne Elefantengruppe mit Jungtier, die wir beobachten. Francis erzählt, dass die Elefanten den Elefant Pepper fressen: Das ist ein Baum, dessen Blätter pfeffrig schmecken, er lässt uns probieren. Doch was sehen wir da, das Elefantenbaby spielt mit einer alten Plastikflasche! Francis ist besorgt, genau wie wir, denn es könnte die Flasche oder Teile davon verschlucken, das kann tödlich enden. Ich weiß das aus dem Zoo. Wir beschließen dem Baby die Flasche abzunehmen, was aber gar nicht so einfach ist, da die Mutter es nicht aus den Augen lässt. Wir fahren den Beiden langsam hinterher. Süß, wie es mit der Flasche spielt, aber ein denkbar ungeeignetes Spielzeug für Elefantenkinder.  Francis regt sich auf, dass die Einheimischen, die hier im Schutzgebiet leben, immer noch Müll einfach so wegwerfen.. Zum Glück, es hat das Interesse an der Flasche verloren, Francis fährt vorsichtig neben die Flasche, macht die Tür auf und sammelt sie ein, prima: Das gibt jede Menge gutes Karma. Wir fahren ein Stück weiter durch eine Senke mit Wasserlöchern, teilweise ist es schlammig und wieder in die trockene Ebene. Hier treffen wir zwei Fußgänger auf dem Weg von der Arbeit Nachhause, sie grüssen freundlich. Ein Stück weiter wieder eine Plastikflasche, die ist ganz neu, aber ohne Banderole, wurde wohl gerade weggeworfen. Francis erklärt uns, die Banderole würden sie abmachen, weil man sonst sieht, wo sie herkommt. Er schimpft über die Ignoranz der Leute und wir nehmen auch diese Flasche mit : Noch mehr gutes Karma, das kann nix schaden.
Dann hören wir viele Elefanten sehr aufgeregt trompeten, es kommt aus der Richtung, wo die Löwen schlafen. Sofort fährt Francis schneller, genau dahin will er jetzt und wir auch. Ein guter Guide weiß was Du willst, bevor das Du es sagst, wie ein guter Hund ! (Spiegelneuronen?)  Als wir ankommen, sehenElefanten und Löwen wir eine Stampede: Die Elefantenherde teilt sich links und rechts der Löwen und stürmt davon, die Löwen sitzen jetzt im Gras und wundern sich über die ganze Aufregung: Sie haben doch geschlafen. Die Elefanten müssen über die Löwen gestolpert sein und haben sich erschreckt, sie haben Jungtiere dabei und sind sensibel. Ein paar der Kühe kommen zurück und nähern sich den Löwen, die Leitkuh kommt näher und macht einen halbherzigen Scheinangriff, aber die Löwen sind wenig beeindruckt und gucken nur neugierig, sie geben Ihren Platz nicht auf. Die Elefanten sind nicht im Kampflaune, sondern fressen sich weiter durchs Gestrüpp. Die  Löwen legen sich wieder nieder und räkeln sich.  Es ist fast 6 Uhr und Francis fragt, ob wir zum Sundowner fahren wollen, wir entscheiden hier zu bleiben, um den Sundowner zwischen den Löwen und Elefanten zu zelebrieren. Francis fragt ungläubig, ob wir hier aussteigen wollen? Nein,  natürlich bleiben wir im Auto, es ist doch jede Menge Platz. Er lacht und packt Knabbereien, Tusker und Gin-T aus. Die Sonne geht langsam hinter die Bäume und alles färbt sich rot.  Unten in der Senke am Wasser steht eine Gruppe Gnus, aber der Wind kommt aus unserer Richtung und plötzlich stürmen sie davon, sie haben bestimmt die Löwen gerochen. Ich erzähle Francis, das ich noch nie einen “Kill” gesehen habe und nicht weiß, ob ich das überhaupelephant-peppercamp-masaimara-kenia_0044t will. Ich sehe Löwen lieber beim Spielen. Unten in der Senke kommt noch ein Gnu aus dem Gebüsch und läuft der Herde hinterher, aber das ist weit weg, bestimmt 600 m..  Wir sind gar nicht vorbereitet, als sich plötzlich Silver erhebt und zielstrebig hinunter in die Senke läuft, wir packen schnell alles in die Tasche und  fahren  hinterher. Wieder macht Francis das Richtige: Er wartet ab, um nicht zu stören und bleibt nochmal stehen. Wir sehen nur Silver, die Alphalöwin und eine Ihrer Schwestern: Die beiden Löwinnen gehen jetzt allein vor, aber sie haben sich getrennt und gehen verschiedene Wege in die Richtung, wo das Gnus hin lief, es ist hinter einem Wäldchen verschwunden. Wir sehen Sie jetzt nicht mehr, es wird schon dunkel und wo sind die anderen Löwen? Die sind weg. Hans-Peter grinst und sagt leise: Dreh dich mal um! Neben und hinter unserem Auto kommen die anderen Junglöwen jetzt langsam vorbei, sie haben unser Auto als Deckung benutzt. Dann werden Sie plötzlich schneller und laufen zum Wäldchen. Wir fahren jetzt zügig hinterher, aber wir müssen das Wäldchen umfahren, kurz dahinter hören wir die Löwen und das Gnu, was schon Boden liegt, es schreit in Todesangst. Wir können im schwachen Licht gerade noch erkennen, was passiert: Silver will das Gnu fachgerecht ersticken durch den Todeskuss: Dabei stülpt die Löwin ihre Schnauze über Nase und Mund des Tieres, bis es aufhört zu atmen. Aber einer der Junglöwen-kater ist sehr hungrig und aggressiv und verjagt die erfahrene Löwin vom Riss, die beiden alten Löwinnen stehen jetzt daneben und lassen die Jungtiere ihre Erfahrungen sammeln. Das Gnu strampelt, aber es hat keine Chance:  8 Löwen beginnen es lebendig zu fressen, es schreit noch einen Moment (der mir ewig vorkommt) und dann ist Ruhe, es wird noch mal gefaucht, ein Gnu ist nicht genug für 10 hungrige Löwen. Die Löwinnen lassen erst die Jungtiere fressen. Auch wenn sich das Ganze sehr blutig anhElephant Pepper Campört, ich war mehr fasziniert als schockiert. Diese Effizienz bei der Jagd der beiden Löwinnen, die Abstimmung des Rudels untereinander, ohne das merklich kommuniziert  wird. Wieder die Spiegelneuronen? Wir sehen eine Weile zu, dann lassen wir Sie in Ruhe fressen und fahren zurück. Leider: Der Akku der Videokamera ist leer. Das Camp ist nur 5 Minuten entfernt, wir sehen die Lichter von hier. Wir waren die ganze Zeit alleine mit den Löwen, es gab keine anderen Autos.  Dann sind solche Beobachtungen möglich, ohne das die Tiere gestört werden. Zurück im Camp erzählen wir den Anderen am Feuer von unserem Glück; die Kenianer wollen unbedingt auch die Löwen am Riss sehen und Francis fährt sie hin. Als Sie zurück kommen, berichten Sie, das von dem Gnu kaum noch was übrig war, nur der Kopf und die Knochen. Die Löwen müssen  heute Nacht noch auf die Jagd gehen, damit alle satt werden.  Auch wir haben jetzt Hunger und alle sitzen im Messtent am großen Tisch zusammen, es gibt wunderbare Cannelloni mit Spinat und danach Lammkeule, Gemüse, Kartoffelbrei. Auch wir hauen unsere Zähne ohne schlechtes Gewissen ins zarte, blutige Lammfleisch. Es gibt guten Wein und man erzählt Geschichten aus dem Busch. Was für ein erlebnisreicher Tag und es zeigte sich wieder, wie wichtig ein guter Guide ist . Und gutes Karma natürlich !
Um 11 Uhr  lassen wir uns ins Zelt bringen und fallen todmüde in unser Bett, in der Nacht hören wir die Löwen brüllen: Die sind noch unterwegs und arbeiten.   Zum Elephant Pepper Camp
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