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Reiseberichte aus Afrika

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Anreise 27. November 2008 nach Nairobi, Übernachtung im Ngong House, Luxusbaumhaushotel in Karen , 28. November Flug nach Nanyuki und Fahrt ins Rhino Camp, Ol Pejeta Conservancy.

Unser Flug geht mit der British Airways via London nach Nairobi, früh morgens geht es los in Frankfurt. Wir hätten jeder 46 kg Freigepäck, viel mehr als wir brauchen. In London haben wir eine Stunde Zeit, genug für ein “Full English Breakfast” im neuen Terminal 5. Hans-Peter ist angenehm überrascht, er war noch in Great Britain. Der Flug nach Nairobi ist sehr angenehm, nicht zu eng, Service und Catering ist auch gut.  Noch recht frisch kommen wir um 21 Uhr in Nairobi an, kommen schnell durch den Zoll und schauen uns nach unseren bestellten Fahrer um. Keiner zu sehen, das ist komisch. Ich gehe mal raus auf den Parkplatz ob da einer von Porini steht... Niemand ? Ich will anrufen, aber meine Simkarte geht nicht mehr.  War ich zu schnell durchgegangen, ich gehe noch mal zurück und schaue mir alle Schilder an, die am Ausgang hochgehalten werden... da ist der Mann doch, und unser Name ist sogar richtig geschrieben. Er freut sich, uns endlich gefunden zu haben (oder wir ihn) und geht mit uns zum Minibus, er verlädt unsere Taschen. Ich hol mir noch schnell bei Safaricom eine neue Karte fürs Handy und bin wieder erreichbar, dann fahren wir los. Es geht durch die Stadt, viel Verkehr wie immer und wir sind froh draussen zu wohnen im Grünen in Karen. Nach einer dreiviertel Stunde kommen wir in den Randbezirk und fahren über unbeleuchtete Feldwege, vorbei an einsamen Häusern hinter Mauern. Wer hier zum ersten Mal ist und dann noch mit einem fremden Taxi fährt, macht sich vielleicht so seine Gedanken, ob das der richtige Weg ist. Noch ein Stück auf dunkler Strasse, dann bleiben wir vor einem Tor stehen. Kein Schild oder sonst ein Hinweis auf das Hotel sind zusehen!  Sind wir wirklich richtig im Ngong House? Der Wachmann macht uns auf und wir fahren aufs Gelände. Ein grosses Haus mit eingewachsener Veranda ist der Eingang, es sieht immer noch nicht nach Hotel aus . ( Das Haus ist auf der ehemaligen Kaffefarm der Blixens errichtet worden). Ein freundliches Begrüssungskomitee mit Getränken empfängt uns, wir sehen, dass in der Küche noch gearbeitet wird und man führt uns in ein sehr grosses Wohnzimmer. Vor dem riesengrossen Kamin, in dem ein Feuer brennt liegt ein ebenso grosser Rhodesian Ridgeback und gähnt uns an.  Der Couchtisch ist  ca. 2 x 2 m gross, in dem liegt eine ziemlich grosse Puffotter im Sand drapiert mit allerlei anderen Kleingetier, alles präpariert und unter Glas. Wir werden nach unseren Wünschen wegen des Hauptganges gefragt, wir entscheiden uns für Lamm und dann gehen wir kurz in unser Zimmer, die schweren Schuhe und das Hemd wechseln. Wir haben das Bootszimmer, hier waren Bett und Badewanne einmal Boote.. Das Holzhaus steht auf Stelzen und ist weitläufig: Über einen ca. 10 m langen Gang kommen wir ins Bad, was fast die Ausmasse unserer halben Wohnung in Deutschland hat. Alles sehr rustikal und ausgefallen, alles ist da, was man so will: Bademäntel, Minibar, Shampoo, viele dicke Handtücher. Wirklich schön. Wir machen uns schnell frisch und gehen dann durch den Garten zurück zum Dinner ins Haupthaus. Hier kommt auch der Besitzer Paul, ein gebürtiger Belgier, der uns nett begrüsst und uns bei einem Tusker unterhält bis das Essen kommt.  Er kommt gerade aus Lamu zurück und ist braun gebrannt. Er will uns morgen früh herumführen auf dem Gelände und uns alles zeigen. Zum Dinner werden wir an einen gigantischen Esstisch  mit vielen Kerzen gesetzt, er ist  bestimmt 4 m lang und 1,5 m breit, in Afrika ist eben alles grösser. Endlich hat Hans-Peter mal genug Platz beim Essen.  Es gibt sehr guten Wein nach Wunsch, die Vorspeise ist ein Salat mit frischen Garnelen, dann Lammkoteletts mit Gemüse und Kartoffelbrei und einen unwiderstehlichen Nachtisch, eigentlich essen wir zuviel so spät... Wir bedanken uns in der (auch grossen) Küche für das späte, doch delikate Mahl und gehen dann in unser Baumhaus, duschen und setzen uns  im Bademantel auf die Veranda, es sind noch recht angenehme Temperaturen. Wir kommen uns vor wie im Busch, rundum ist  Dunkel und Stille, nur die Stimmen der afrikanischen Nacht sind zu hören und einige Hunde bellen. Was ein Unterschied zu einem Hotel in der Stadt, oft Krach und Lärm die ganze Nacht... Einer der drei Haushunde schläft auf unserer Veranda. Ich nehme mir eine Cola aus der Minibar und bin noch hellwach. Hans-Peter will langsam ins Bett und ich geh bald nach. Das Bett ist mit weissen Laken, warmer Decke und Moskitonetz ausgestattet sowie einer Wärmflasche. Ich bin immer noch nicht müde.... draussen hört man einige Hunde, die sich ziemlich über irgendwas aufregen, was haben die bloss?  Etwas später brüllt in der Ferne ein Löwe, der war es also, den die Hunde verbellten.  Der Nairobi Nationalpark ist nicht weit. Das Gebell der Hunde verstummt  irgendwann und dann ist es still.  Bei Sonnenaufgang wecken uns die vielen Vögel und die Neugier hält mich nicht mehr im Bett. Im Bademantel erkunde ich das weitläufige Gelände, auf dem die anderen Baumhäuser versteckt sind, sie sehen verwunschen aus und jedes ist anders. Als ich zurück komme, ist auch mein Schatz wach und wir duschen erstmal ausgiebig in der Riesendusche.  Dann gehen wir zum Frühstück in den wunderbaren Garten.  Die Bougainvilla sind baumhoch und überall sind Vögel, viele Mausvögel und auch Nektarvögel. Hier sind schon die Angestellten fleissig und decken die Tische, die so weit auseinander stehen, das man nur mit Fernglas sehen kann, wer am anderen Tisch sitzt.. Zuerst kommt ein schöner Teller mit Obst, dann Frühstück nach Wunsch. Paul sieht auch vorbei und verabredet sich mit uns zur Hotelbesichtigung, leider haben wir nicht viel Zeit. Die Baumhäuser sind sehr phantasievoll gestaltet und liegen soweit auseinander, so das man die Anderen nicht sieht. Ein grosses Cottage gibt es auch, perfekt für eine grössere Familie. Bei Buchung ist auch ein Defender mit Fahrer für den Tag im Zimmerpreis enthalten, ebenso alle Mahlzeiten und Getränke. Man kann damit in den Nationalpark fahren, zum Shoppen, ins Museum.. Wer Zeit hat und sich etwas ansehen will, für den lohnt sich der Zimmerpreis dann schon.  Das Konzept des Hauses gefällt uns, nicht elitär luxuriös sondern individuell, komfortabel und schon etwas ausgeflippt. Man hat nicht das Gefühl im Hotel zu sein, sondern zu Gast bei Freunden. Als ich meine Rechnung mit Kreditkarte zahlen will, geht das leider nicht. Aber kein Problem: Paul meint, ich soll von Zuhause zuweisen, ich würde mein Bargeld noch in Lamu brauchen..( wie Recht er noch haben soll, erfahrt Ihr später) . Gut , ich packe die Rechnung ein und bedanke mich sehr. Wo gibt es so was in Deutschland ? Eine CD mit Bildern gibt er mir auch noch und wünscht uns eine gute Reise. Unser Fahrer, der nette Lazarus von Cheli und  Peacock ist schon da und wartet. Wir fahren zum Wilson Airport, wo unser Flug nach Nanyuki um 11 Uhr geht. Zwei Taschen, die wir in Lamu brauchen, lassen wir im Büro, der nette Lazarus nimmt sie mit.
Nach dem Einsteigen in die Maschine erklärt uns der Pilot, das wir einen kostenlosen Rundflug über Nordkenia bekommen werden. Klasse, das kenne ich schon: In der Vorsaison werden oft Flüge zusammengelegt.  Das sieht so aus: Zuerst fliegen wir nach Lewa Downs ( auch eine schöne Landschaft), hier steigen 6 Leute aus, dann geht es in die Samburu, ( die hab ich noch nie so grün gesehen) dann nach Loisaba (wir sehen schon mal die Lodge, wo wir in 3  Tagen sein werden: Ein traumhaftes Panorama) und endlich nach Nanyuki, wo wir aussteigen. Ich bin mittlerweile etwas luftkrank wegen der Termik um die Mittagszeit. Aber unser Auto ist Ol Pejeta Nashörnerschon da und 2 freundliche Guides verladen unser Gepäck. Mit dem offenen Allradfahrzeug geht es zuerst auf eine gute Asphaltstrasse, nach einer halben Stunde sind wir am Tor zum Ol Pejeta Schutzgebiet, was an stark besiedeltes Gebiet angrenzt und deshalb teilweise eingezäunt ist. Es gibt jedoch Korridore, wo die Tiere wandern können. Kaum in Schutzgebiet sehen wir die ersten Tiere, Zebras, Antilopen, unser erster Gamedrive beginnt. Die Guides fragen uns, ob wir die Rhinos sehen wollen, aber wir glauben nicht, dass wir sie sehen, weil wir nur einen Tag hier sind. Etwas später steht eine Gruppe von 3 Nashörnern vor uns, wir staunen.  Das Camp liegt in nördlichen Teil  von Ol Pejeta in Alleinlage in einem Tal an einem kleinen Fluss. Es hat 6 Zelte die komfortabel eingerichtet sind, mit Solarstrom, grossen Badezimmer mit Toiletten und Safariduschen und keinen Generator. Unser Zelt gefällt uns gut  und ein spätes Mittagessen wartet auf uns unter einer Akazie mit Blick auf eine Zebraherde. Das Essen ist eher bescheiden, aber der Blick einmalig . Der Manager Ben hat in München studiert und spricht noch etwas Deutsch, ein sehr netter Mann. Wir ruhen uns  aus und geniessen die Natur vor unserem Zelt. Zebras und Elandantilopen grasen in 40 m Entfernung. Um 16 Uhr fahren wir mit den Guides Saruni und James wieder los, der Landrover Defender ist ein guter Umbau mit Einzelsitzen, die sehr bequem sind. Die dicken Jacken haben wir dabei, weil wir  eine Nachtfahrt machen wollen. Zuerst fahren wir zum Schimpansensancutary. Der Guide dort will versuchen, uns noch ein paar Tiere zu zeigen, wir sind aber zu spät und die meisten Schimpansen sind schon in ihrem Haus, wir sehen noch eine Mutter mit Ihrem Sohn, aber weit weg. Die Schimpansen hier leben hinter Zäunen, weil sie aus Haltung in Menschenhand kommen und für Menschen gefährlich sein können, man versucht sie hier wieder artgerecht zu halten. Sie müssen aber versorgt werden, am besten sieht man sie morgens zur Fütterung. Wir sehen viel Wild, Zebras, Giraffen, nochmals eine Nashorngruppe mit einem Jungtier, auch Elefanten und viele Vögel, wie zum Beispiel balzende Witwenvögel mit ihren langen Schwanzfedern, die im hohen Gras auf und abspringen.  Wir sehen einen Sekretärsvogel, eine Trappe, einen ganz kleinen Eisvogel (Pygmy Kingfisher) und einen Haubenadler. Auch Rinder gibt es hier, es ist aber immer ein Hirte dabei. Die Guides erklären uns, dass die Rinder nachts in ein Boma  kommen, um sie vor Raubtieren zu schützen. Es gibt hier Löwen und Geparden, wir haben jedoch keine gesehen. Zum Sundowner halten wir an einer schönen Stelle und trinken ein Tusker, die Sonne ist schnell weg und dann wird es kalt. Durch die Lage zwischen den Aberdares und dem Mount Kenia ist hier ein rauhes Klima, die Jacken brauchen wir jetzt. Wir sehen bei der Nachtfahrt einen Schakal bei der Jagd auf Hasen und eine ungewöhnlich grosse Gruppe von 5 Tupfenhyänen, die uns misstrauisch beäugen.  Die Fahrt zurück ist wirklich kalt, eine Wollmütze wäre gut. Im Zelt wartet bereits eine heisse Dusche auf uns, das tut gut. Draussen am Feuer sitzen wir noch etwas bis zum Dinner, hier sind auch die Nachtwächter, junge Masai, die uns später ans Zelt bringen. Die frieren  in ihren dünnen roten Tüchern, nur Einer hat einen Wollmantel, bestimmt das Geschenk eines Gastes. Aber jammern tun die nicht, sind viel zu stolz.  Zum Abendessen sitzen alle vier Gäste mit  Ben an einer grossen Tafel im Messtent, das Ehepaar aus England ist schon 3 Tage hier und will nicht mehr weg. Das Essen ist nur mittelmässig,  wir sind sehr verwöhnt, aber es gibt guten Wein und nette Unterhaltung. In unserem Zelt steht auch eine Flasche Rotwein, wir sitzen noch auf der Veranda und lassen den Tag zur Musik der afrikanischen Nacht ausklingen, wir hören die Zebras, ab und zu eine Hyäne, die kommt nicht näher wegen den Masai, die am Feuer Wache halten. Wir schlafen tief und fest. Niemals schlafe ich so gut wie im Zelt im Busch. zum Porini Rhino Camp

29. November, Rhino Camp und Fahrt nach Sosian

Früh um 6 Uhr weckt uns ein Masai mit Tee, Kaffee und Gebäck.  Ich ziehe mich unter der warmen Decke an und wir trinken draussen den Tee, die Vögel sind schon munter und die Zebras grasen immer noch. Dick angezogen, aber im Zwiebelsystem, später wird es ja warm und wir machen eine Buschwanderung. Mit uns gehen 3 Masai und die Guides, die Masai haben ihre Speere dabei, wir fühlen uns sicher. Sie zeigen uns, wo der Erdwolf heute Nacht nach Termiten gegraben hat, tiefe Löcher, die er am liebsten auf den Wegen gräbt. Die Masai demonstrieren uns Ihre Künste im Sperrwerfen, die Treffsicherheit ist erstaunlich. Wir sehen Spuren von einem Nashorn, von Büffeln und von Hyänen. Ein schöner Spaziergang, ganz anders als im Auto zu fahren. Zurück im Camp gibt es Frühstück, dann packen wir. Schade, dass wir schon weg müssen, um 11 Uhr holt uns das Auto von Sosian am Tor ab. Die Fahrt dorthin ist ein letzter Gamedrive hier... Wir sehen wieder balzende Witwenvögel im hohen Gras , Giraffen und Impalas.  Pünktlich um 11 Uhr sind wir am Tor und das Auto, ein offener Toyota von Sosian ist schon da. Die 3 Guides begrüssen uns und laden das Gepäck, wir verabschieden uns von den netten Jungs vom Rhino Camp und weiter geht es. Die Fahrt durch das Hochland ist wunderschön und abwechslungsreich, wir fahren über die Hochebene und durch kleine Täler, die Luft ist klar und die Farben Afrikas sind kräftig: Blau der Himmel, rot die Erde und grün der Busch, die kleine Regenzeit ist gerade vorbei. Die Sonne scheint und wärmt uns, der Fahrtwind ist noch kühl. Wir fahren an anderen Schutzgebieten vorbei und an grossen Granitfelsformationen. Ich frage die Guides nach den Afrikanischen Wildhunden, die auf der Ranch heimisch sein sollen:  Ja, das Rudel besteht aus 9 Adulten und es hat gerade Welpen, der Bau liegt 2 km von der Lodge und sie haben die Tiere fast täglich gesehen.  Drei der Wildhunde tragen Funkhalsbänder und sind so leicht mit der Peilantenne zu orten. Ich kann es kaum glauben, das hat uns niemand gesagt.  Nach fast 2 Stunden sind wir auf der Sosian Ranch.  Es gibt Pferdekoppeln mit gepflegten Tieren, Gemüsegärten und verschiedene Betriebsgebäude zu sehen, bis wir am Haupthaus sind: Ein renoviertes Farmhaus aus den 40er Jahren in einem schönen Garten. Wir werden von Annabelle und Steve, dem Managerehepaar erwartet, sie begrüssen uns sehr nett und fragen, was wir mit den ganzen warmen Jacken wollen.. ?  Zwei nette Hunde gehören auch dazu, von denen kommt uns einer sehr bekannt vor, er sieht aus wie einer der Strandhunde in Shella, die wir letztes Jahr versorgt haben. Es gibt ein Begrüssungsgetränk und dann zeigen Sie uns das italienische Cottage, einen entzückenden Bau der aus 2 runden, hellen Bungalows mit einem Verbindungsgang besteht, eins ist das Schlafzimmer, eins ist das Bad, im Gang ist der grosse Einbauschrank.  Wenn uns das Zimmer nicht gefällt, könnten wir auch ein Anderes haben, wir sind noch die einzigen Gäste, es ist Vorsaison. Aber das Zimmer ist so schön, wir wollen gar kein Anderes sehen und beziehen es sogleich.  Das Mittagessen wartet schon auf uns, so das wir uns kurz die Hände waschen und gleich hinüber zum Poolhaus gehen, wo mit Blick auf den von Akazien gesäumten Pool ein kleines, köstliches italienisches Büffet mit selbstgezogenem Biosalat, ( der schmeckt wie mein eigener aus dem Garten) Nudeln und Pizzabrot auf uns wartet.  Annabelle und Steve essen mit uns und erläutern auch gleich die Möglichkeiten für den Nachmittag. Ich frage nach den Wildhunden. Steve sagt, sie seien gestern mit den Welpen aus dem alten Bau ausgezogen, vermutlich weil ein fremdes Rudel von 24 Tieren ins Gebiet eingedrungen ist und sie einen sicheren Platz für die Welpen suchen. Wir könnten gleich morgen früh versuchen, sie per Funkpeilung zu finden, heute abend wäre es ja gleich dunkel.  Wollen wir heute nachmittag  Reiten, Wandern oder mit dem Auto auf Gamedrive gehen?  Wir entscheiden uns für den Ausritt, das wollte ich schon immer mal machen. Vorher ist eine Ruhepause angesagt, ich räume ein paar Sachen in den Schrank, wir sind ja 2 Tage hier. Draussen gibt es auch allerhand zu sehen, viele Vögel,  Klippschliefer und grosse Landschildkröten. Das Gelände ist sehr weitläufig, grenzt an den Busch und ich fühle mich in die Bücher von Kuki Gallmann versetzt, so stellt man sich das vor ...  viel Natur und alles sehr idyllisch. Schnell ist es 4 Uhr, die nette Charlotte, bei der wir gebucht haben, erwartet uns schon mit zwei freundlichen Pferden und einem zierlichen Masai, der auf einem wilden schwarzen Hengst sitzt. Langsam wird mir doch etwas mulmig, die Pferde sind recht gross und unser letzter Reitausflug in Costa Rica  ist schon ein paar Jahre her. Die Reithelme nehmen wir lieber an,  Ledergamaschen lehnen wir dankend ab. Aber die Pferde sind brav und wir haben  jeder einen Reitlehrer: Charlotte nimmt sich Hans-Peters Reitkünsten an und der Masai weicht nicht von meiner Seite. Ich halte die Zügel vollkommen falsch, viel zu lang, das Pferd macht was es will. Der Masai (habe leider seinen Namen vergessen) gibt mir Tipps und schon geht’s besser. Wir gehen gemütlich voran, der Weg ist steinig und die Pferde müssen aufpassen, wohin sie treten. Die Landschaft ist phantastisch, aber wir sind noch mit den Pferden beschäftigt. Einmal nicht aufgepasst und es läuft am Dornenstrauch vorbei, die Jeans war hochgerutscht und schon hab ich einen Kratzer am Bein. Jetzt weiss ich, wozu die Ledergamaschen gut sind..Wir sehen Impalas und Elefanten, die sich nicht an uns stören, viel besser als zu Fuss, wo das Wild schreckhaft ist.. Zwischendurch versuchen wir mal einen Trab, aber das müssen wir noch üben. Mein Pferd ist sehr hungrig, es bleibt immer mal stehen und frisst etwas Gras, ich kann das verstehen und lasse es fressen, dann müssen wir wieder im Trab die anderen einholen. Die Zeit vergeht im Nu und bald sind wir zurück, es ist schon fast 6 Uhr. Beim Absteigen merke ich, das es doch fast 2 Stunden waren, ich habe O-Beine. Es warsosian-Laikipia ein schöner Ausritt, nächstes Mal nehmen wir aber vorher eine Reitstunde.  Wir gehen duschen in unsere Honeymoon Suite, dann zum Sundowner ins Farmhaus auf die grosse Terrasse und geniessen den Ausblick. Jetzt frage ich Annabelle nach dem Hund, das lässt mir keine Ruhe. Wo kommt er her? Buster, so heisst er, ist tatsächlich ein Sohn von Jack, der Hund den wir letztes Jahr am Strand auf Lamu versorgt haben und sie hat ihn von unserer, wie sich herausstellt, gemeinsamen Freundin Angelika Schütz aus Shella. Die hatte sich nach unserer Abreise im letzten Oktober um die trächtige Hündin, den Vater Jack und die gemeinsamen Welpen gekümmert und sie alle vermittelt. So ist Buster hier gelandet und er hat es gut getroffen. Was ein Zufall und wie klein die Welt ist. Zum Abendessen gehen wir hinein, es ist hier nicht so kalt wie in Ol Pejeta, aber es ist doch schön am Kaminfeuer an der grossen Tafel zu sitzen. Annabelle ist Köchin und hat auch in Italien gelernt, das merkt man: Blattsalate mit frischen Schrimps, schmackhaftes Biorindfleisch mit Gemüsen und zum Dessert ein unwiderstehliches Schokoladensouffle. Guten Wein gibt es dazu und sie fragen uns, wann wir das erste Mal in Kenia waren. Das ist 15 Jahre her und wir erzählen, das wir da auch schon in Laikipia unterwegs waren, aber wir fuhren mit dem Auto und waren auf einer Ranch namens Colcheccio . Schon damals waren wir von der Landschaft begeistert . Da lachen unsere Gastgeber und erzählen uns, das wir übermorgen wieder an den gleichen Ort kommen werden: Loisaba war früher Colcheccio. Jetzt sind wir erstaunt, wir haben uns schon gefragt, was daraus geworden ist. Der Abend klingt im Wohnzimmer in der weichen Couch aus, wir bekommen noch den Hauskater vorgeführt und man geht früh ins Bett, wir wollen ja  früh aufstehen, um die Wildhunde zu suchen.  Buschmidnight ist schon um 10 Uhr. Wir bestaunen noch den Sternenhimmel, so klar ist er nirgendwo anders. Ich freue mich über die warme Decke im Bett, aber das Fenster bleibt auf. Hans Peter schlüpft unter die Decke und gleich wieder raus,  ich weiss warum: Da ist etwas Warmes unter der Decke und es hat sich bewegt.... Es war aber nur die Wärmflasche. Wir schlafen fast ein, da höre ich gar nicht weit weg eine Hyäne keckern.  Irgendwas läuft übers Dach,  die Katze ? Sollen wir das Fenster doch zumachen ?  Ach was, gute Nacht. zu Sosian

 

30. November, Sosian Ranch:
Wildhundtracking, Picknick am Wasserfall, Dinner im Busch mit Venus und Jupiter

Schon wieder höre ich ein komisches Geräusch, was ist das für ein Vogel, es ist doch noch Dunkel ? Haaalo, haalo... Ach so, wir werden geweckt!  Wir bekommen Kaffe und Tee gebracht, es ist 6 Uhr. Ich zieh mich schnell warm an und gehe zum Farmhaus, da stehen noch Obst, Cornflakes und Kekse fürs erste Frühstück.  Die Guides Peter und Immanuel, ausserdem Steve und die beiden Hunde treffen wir am Auto. Steve (der übrigens aussieht wie Woody Harrelson) hat kurze Hosen an, obwohl es noch schweinekalt ist, die Guides haben dicke Jacken und Mützen auf, wir haben uns auch für warme Sachen entschieden. Die Funkausrüstung ist auch da und ich wundere mich, das die 2 Hunde mitfahren dürfen. Steve hat ein grosses Gewehr dabei, wir wollen auch ein Stück laufen. Zunächst fahren wir an den alten Bau, um zu überprüfen ob die Wildhunde vielleicht zurück gekommen sind. Leider nicht, es gibt kein Signal. Steve hatte gestern das Signal an anderer Stelle, dahin fahren wir und klettern auf einen grossen, glatten Granitfelsen. Der Ausblick ist berauschend und wirklich: Hier können wir das Signal deWildhundtracking auf Sosianr Wildhunde empfangen. Jetzt wissen wir ungefähr, wo sie sind. Die beiden Hunde, Buster und Elmo sind immer bei Steve, im Auto sitzen sie auf dem Beifahrersitz, Buster meist auf dem Schoss und hängt den Kopf aus dem Fenster. Wir fahren durch ein wunderschönes Tal und das Signal wir immer besser, man hört das sich die Wildhunde bewegen, das ist gut: Sie jagen also noch. Wir fahren hin und her, immer am Fluss entlang, aber sie sind auf der anderen Seite, einmal denke ich ich habe noch die Schwanzspitze gesehen, aber sonst nichts. Die Hunde im Auto werden aufgeregt, wenn das Signal stärker wird, sie kennen das schon und haben die Wildhunde schon mehr als 100 Mal getroffen, sie zeigen dann an, aus welcher Richtung sie kommen. Die Wildhunde nehmen von den Hunden im Auto kaum Notiz erzählt uns Steve: Selbst wenn er sie zu Fuss verfolgte, wurden die Haushunde nicht attackiert, nur neugierig beobachtet. Ähnliches berichtete auch Margarete Trappe, die oft zu Fuss oder zu Pferd mit Ihren Hunden auf Afrikanische Wildhunde traf, ich habe das nie glauben wollen ..    Das Spiel geht so über 3 Stunden, wir sehen zwischendurch allerlei Wild, was wir mit Verachtung strafen (Blöde Impalas,  blöde Giraffen, blöde Elefanten...) wir gehen auch mal ein Stück zu Fuss, im hohen Gras stehen ein paar (auch blöde) Büffel. Gut, dass wir wieder im Auto sind..  Diks- Diks sind hier überall in grosser Zahl zu sehen, gutes Wildhundfutter, also nicht blöd.  Zum Schluss sagt uns das Signal, dass die Wildhunde jetzt ruhen und sich nicht mehr bewegen, es ist fast 10 Uhr und auch ich weiss, dass es jetzt keinen Sinn hat weiterzumachen, weil sie irgendwo auf der anderen Flussseite im Gebüsch liegen und schlafen ( blöde Wildhunde !)  Wir können dort nicht hineinfahren, wir müssten auf die andere Flussseite und das ist  fremdes Gelände. Man hat aber noch mehr mit uns vor, wir fahren wieder durch ein schönes Tal an eine andere Stelle an den Fluss und dort laufen wir zum Wasserfall. Der grosse weisse Jäger  ( Steve!) geht voran mit dem Gewehr, die Hunde kennen den Weg und laufen vor. Der Wasserfall ist schön und Steve ist enttäuscht, dass wir nicht ins Wasser springen wollen. Das Wasser ist uns zu kalt und von bräunlicher Farbe, wir überlassen dieses Vergnügen den Hunden und geniessen den Ausblick. Zurück am Auto erwartet uns ein Picknick, Annabell und ihre KüchBushpicknick auf Sosianenkobolde haben schon wieder gezaubert, alles sehr lecker und der Platz ist wunderschön, wild und unberührt.  Nach den reichlichen Picknick schlägt Woody, nein Steve, vor, zu Fuss zur Ranch zu gehen, das ist eine gute Idee und wir laufen im Gänsemarsch hinter ihm her, voran der grosse weisse Jäger.. Alle sind guter Dinge, Peter und Immanuel sagen, wir könnten ja morgen früh nochmals nach den Wildhunden sehen. Heute abend hat man uns zu einem Bushdinner überredet, obwohl ich mir das kalt vorstelle auf der Hochebene. Deshalb müssen wir uns vorher noch ausruhen. Auf dem Ranchgelände sehen wir allerlei Getier, auch  einem zahmen Kudu, der auf der Veranda des Wohnhauses lebt. Hans-Peter will sich etwas hinlegen. Ich gehe zum Pool und nehme mein Vogelbuch mit, es ist jetzt heiss und etwas zu schwimmen tut gut, das Wasser im Pool ist glasklar. In den Bäumen am Pool ist alles voller Vögel, Nektarvögel trinken an den Blüten , Webervögel bauen Nester, viel zu sehen und herrliche Ruhe. Zurück im Cottage, wir duschen und liegen in der Nachmittagssonne. Dann Teatime im Farmhaus mit selbstgemachtem Kuchen, und gegen 5 Uhr fahren wir los, mit allen unseren warmen Sachen  und den 3 Guides. Eine etwas andere Landschaft sehen wir hier, weg vom Fluss, mit vielen Granitfelsen, kleinen Bergen und Tälern, ganz wunderschön. Dann kommen wir auf die Hochebene, der Wind ist kalt hier. Da sehe ich plötzlich im Gras eine gestreifte Hyäne, meine Allererste in der Wildnis! Sie ist sehr misstrauisch, bleibt erstmal stehen, nimmt unsere Witterung auf (wir stehen vor dem Wind) und macht sich dann schnell aus dem Staub. Es Streifenhyane im Graswird schon dunkel und wir kommen an die verabredete Stelle, hier brennt  ein schönes Feuer, Stühle stehen da und ein Tisch mit Abendessen. Das Beste ist jedoch am Himmel zusehen: Die hellen Gestirne Venus und Jupiter stehen links und rechts über dem Neumond, so das es wie ein lachendes Gesicht aussieht, eine sehr seltene Konstellation und sie steht sehr tief am Himmel, absolut phantastisch. Wir werden nach unseren Getränkewünschen gefragt, ich scherze und frage nach Glühwein; gibt es nicht, dann eben Rotwein, der wärmt auch. Steve frittiert unter den strengen Augen der Köchin Kartoffelstreifen über dem Feuer, die gibt es mit Avocadocreme als Dipp. Die Küche hat ein Hühnchen mit Sosse gezaubert, wir essen mit den Tellern auf den Knien, alles sehr rustikal. Rundum hören wir Hyänen und andere Tiere in der Nacht, ich habe Angst um die 2 Hunde, die immer mal im Dunkeln verschwinden. Es wird leider immer kälter, trotz der Decken, auch der Rotwein hilft nicht mehr und das Feuer wärmt nur von Vorne. Die Sterne sind immer noch wunderschön und leuchten um die Wette, auch die Hunde sind wieder da. Es wird eingepackt, auf der Rückfahrt setze ich mich vorne hin und drehe die Heizung auf, da ist es viel wärmer als hinten. Wir haben eine Lampe dabei, um zu sehen was noch unterwegs ist, man hat hier gute Chancen nachts alle 3 Hyänenarten Ostafrikas zu sehen: Erdwolf, Tupfen - und Streifenhyäne. Leider ist die Lampe nach kurzer Zeit defekt und wir müssen mit dem Licht am Auto auskommen. Wir sehen viele Hasen, Schakale, Dik -Dik und dann eine sehr grosse Büffelherde, bestimmt mit  über 100 Tieren.  Zurück auf der Ranch gehen noch mal kurz an die Bar, dann lasse ich uns ein heisses Bad ein, so sind wir schnell wieder warm. Ein erlebnisreicher Tag, heute lass ich das Fenster mal zu...Letzte Nacht hat ein Leopard den Hund eines Angestellten angefallen, der Nachtwächter hat ihn aber vertrieben und den Hund gerettet. Leider meinen die meisten Afrikaner, dass Hunde nicht ins Haus sollen, aber Leoparden haben Hunde zum Fressen gern: Blöde Leoparden ! Buster und Elmo müssen immer ins Haus wenn es dunkel wird, da bin ich froh. Na dann, gute Nacht.

sekretaervogel

1. Dezember, Sosian:
Wildhundtracking und Fahrt nach Loisaba; Rückkehr nach 14 Jahren und ein verwaistes Elefantenbaby

Heute geht es noch mal ganz früh los, diesmal mit den 3 Guides Peter, Immanuel und Ambros.  Nach dem kleinen Frühstück treffen wir uns am Auto. Der grosse, weisse Jäger hat heute wohl andere, wichtige Sachen zu tun und wünscht uns viel Erfolg mit den Wildhunden. Die Guides sind sehr nett und gesprächig und erzählen uns Interessantes über die Wildhunde: Das sie am liebsten Dik-Diks fressen, sie haben schon gesehen, wie das Rudel an einem Morgen 7 Dik-Diks zur Strecke brachte und verspeiste. Dik-Diks gibt es hier unglaublich viele, man fährt keine 50 m ohne ein Paar von  zu sehen. Dik-Diks fressen übrigens bevorzugt die Akaziensamen, wenn es zu viele gibt , dann gibt  es keine neue Akazien mehr, so sorgen die Hunde für ein Gleichgewicht durch die Jagd. Wir haben ein gutes Signal, wieder an der Stelle am Fluss und sie bewegen sich, also jagen sie noch.  Das Signal wird immer stärker, sie können nicht weiter als 400 m sein. Sehr spannend, wir versuchen sie am Fluss zu sehen, aber hier gibt es zu viele Büsche und Bäume. Wir fahren dem Signal hinterher, wieder sind sie auf der falschen Flussseite, wo wir nicht hinkönnen.  So geht es noch über 2 Stunden, dann sagt das Signal uns das die Wildhunde jetzt liegen und wir müssen wir zurück.. Schade, aber wir kommen wieder! Auf der Veranda gibt es ein kräftiges Frühstück, ich muss noch in den Shop, da habe ein paar schöne Sachen gesehen: Perlenbestickte Hundehalsbänder, ganz ausgefallene Tabletts aus Pappmaschee.  Im Zimmer schnell gepackt, das Gesicht noch mal mit Sunblocker eingecremt (auf der Herfahrt haben wir uns einen Sonnenbrand geholt), von allen verabschiedet und die 3 Guides fahren mit uns los Richtung Loisaba oder Colcheccio, wie es früher hiess. Wir sind schon gespannt. Die Fahrt dorthin ist wunderschön: Grüne Ebenen mit Granitfelsen, auf denen Affen sitzen, kleine Täler und dann eine lange, gerade Strasse über die Hochebene, links und rechts ist Grassavanne, wo man mal eine Giraffe oder Antilopen sieht.  Daran erinnere ich mich, hier waren wir schon mal! Nach anderthalb Stunden kommen wir an den Loisaba Airstrip, dann an die Ranch- und Wirtschaftsgebäude. Im Gegensatz zu Sosian ist hier der FarmBlick von Loisababetrieb außerhalb der Lodge angesiedelt.  Dann sind wir da: Eine Auffahrt führt direkt zu dem uns bekannten alten Wohnhaus, von dessen Terrasse hat man diesen unvergleichlichen, spektakulären Blick bis zum Mount Kenia. Man erwartet uns schon:  Kid die junge Managerin und drei freundliche Damen vom Zimmerservice. Ich muss gleich auf diese Terrasse und runtergucken.... traumhaft! Am Fernglas auf der Terrasse stehen 2 Männer und suchen aufgeregt nach irgendwas unten am Wasserloch. Ein verwaistes Elefantenbaby wurde dort heute morgen gesehen, man versucht ihn einzufangen, aber er hat zuerst die Männer mit aufgestellten Ohren attackiert sich dann im Busch versteckt, jetzt wird er gesucht. Das ist ja schon wieder spannend..
Unser Zimmer ist klein, aber schön und bietet vor allem den gleichen  traumhaften Ausblick, die Veranda ist mit 2 Liegen und einem grossen Aussenbett sehr gut ausgestattet, auch das Bad ist gross.  Die Anlage ist sehr schön, der Pool ist noch der Gleiche, aber da wo früher nur Steine und Staub waren ist jetzt alles grün: Ein wunderschöner Garten mit vielen Sukkulenten wurde angelegt, es gibt jetzt Bouleplatz, Tennisplatz, SPA.  Man kann auf Pferden reiten, Kamelreiten, Fischen, mit dem Heissluftballon fliegen; wer zu viel Geld hat, kann sich auch mit dem Helikopter oder mit dem Quad  bewegen. Natürlich macht man Gamedrives mit offenen Defendern, Wanderungen und Buschmahlzeiten. Es gibt 7 Zimmer, alle mit Veranda und Ausblick, ein Cottage und ein wunderschönes Haus, was einem der Besitzer gehört und nur zeitweise vermietet wird.
Wir bekommen ein leichtes Mittagessen am Pool, dann kommt unser Guide Lenny und fragt uns, ob wir den jetzt eingefangenen kleinen Elefanten sehen wollen, der am Airstrip auf sein Flugzeug ins Elefantenwaisenhaus von Daphne Sheldrick wartet. Na, dann müssen wir sofort los!  Wir fahren mit einem Affenzahn zurück an den Airstrip, der Defender ist viel bequemer als der Toyota mit seinen Blattfedern, da merkt man jetzt den Unterschied auf der holprigen Strasse. Die Maschine aus Nairobi kommt gerade an, die muss schon gewartet haben auf das OK. Viele Leute sind da, alle wollen den Kleinen, er wurde Lomolo genannt, sehen. Seine Mutter wurde das Opfer von Wilderern und ist schon 2 Wochen tot, der Kleine war aber immer noch bei der Herde, deshalb konnte man nicht sagen, ob er zu der toten Kuh gehörte. Aber heute morgen am Wasserloch war er ganz alleine und auch veloisaba-elefantenrettungrletzt, deshalb musste jetzt schnell gehandelt werden. Hyänen hatten ihn am Schwanz und am Anus gebissen, wie er ohne den Schutz der Mutter davon kommen konnte ist rätselhaft. Jetzt liegt er gefesselt auf der Ladefläche eines Autos. Wenn man hingeht, sucht er mit dem Rüssel Kontakt und er scheint es zu geniessen, wenn man leise mit ihm spricht und ihn an den Ohren und am Rüssel streichelt. Das ist erstaunlich, er ist doch ein wilder Elefant! Er ist ungefähr 16 Monate alt und braucht noch Muttermilch, er müsste eigentlich schwach sein,  aber den Eindruck hat man nicht. Der Rüssel fühlt sich schön an: Muskulös mit rauher Haut und kleinen Borsten, am Ende ist er nass und weich und versucht bei mir zu saugen.. Eine schöne, aber auch traurige Begegnung. Leider gibt es auch in Kenia immer noch Wilderei und viele Elefantenbabys sterben, weil die Mütter getötet werden. Das Land ist zu weit, um alles zu überwachen und ganz besonders hat die Krise in Kenia die abgelegenen Gebiete, wo sowieso wenig Touristen hinkommen, getroffen. Wo in den Schutzgebiete wenig Leute sind, kommen die Wilderer zurück; ausserdem fehlen die Einnahmen von den Parkgebühren um die Ranger zu bezahlen, die dann auch mal ein Auge zudrücken für ein paar Schilling. Deshalb schützt man am besten die Tiere, wenn man da hin geht, wo wenig Touristen sind, hier sind die Einnahmen am nötigsten und man hat alles für sich. Wir sind auch hieloisaba-Elefantenrettungr übrigens die einzigen Gäste im Augenblick, in der Vorsaison zu reisen ist sehr ratsam,  weil man alles für sich hat!
Der Elefant wird jetzt von den Fachmännern in den grünen Kitteln, die aus Nairobi gekommen sind mit Sachverstand verarztet und eingepackt, hierfür haben sie eine Spezialplane mit einem dicken Seil aussen dran.  Um ihn ins Flugzeug zu heben, braucht es viele Männer, er wiegt vielleicht 400 kg. Da wird er dann festgebunden, damit nichts passieren kann in der Luft.  Der Rüssel kommt wieder raus und sucht Kontakt, wir schmusen ihn noch mal und wünschen ihm gute Reise.  Alle sind aufgeregt und hoffen, das er es schafft vor allem die Ranger und Rancharbeiter, die ihn mit Körpereinsatz eingefangen haben ! Die Maschine startet in Richtung Nairobi, alle winken. Wir fahren zurück, es ist fast 3 Uhr und immer noch heiss. Wir verabreden uns mit Lenny zum Gamedrive um halb 5, und gehen ins Zimmer. Hans Peter liegt auf der Veranda und ich mache die große Tasche auf. Die ist halb leer, komisch ? Alle unsere T-Shirts fehlen. Hans-Peter, hast Du die nicht eingepackt, die lagen doch im Schrank ? Nein, mein Schatz das wolltest Du doch machen. Einer gibt dem Anderen die Schuld, es kracht ein bisschen. OK, der Schrank ist schuld, der war zu gross. Ich gehe zu Kid und berichte von der Misere, Hans-Peters Jeans fehlt auch. Kein Problem, sie will sich drum kümmern, das wir es irgendwie zurückbekommen. Sie will Sosian anfunken, Telefon geht hier nicht, es gibt kein Netz. Auf unserem Gamedrive haben wir wieder eine Funkantenne dabei,  auch hier gibt es ein Rudel Wildhunde die besendert sind.  Lenny, der ein sehr netter Samburu ist, erzählt uns das es über 20 Wildhunde sind. Dann sind es sicher die, die vor 2 Tagen auf Sosian gesehen wurden und das andere Rudel dort veranlasst haben, den Bau zu wechseln..  So ist es: Wir bekommen kein Signal, sie sind weg, 50 km sind keine Entfernung für Afrikanische Wildhunde. Wir fahren zu den Starbeds, um diese zu besichtigen, wir sind ja nicht zum Spass hier. Über eine Hängebrücke geht es über den Fluss zu den Bandas, die auf  6 m hohen Podesten stehen. Wirklich toll gemacht: Die Idee ist : Ein Zimmer um das Thema Sternenhimmel zu bauen: Das Bett mit Moskitonetz steht draussen, kann aber bei Bedarf hereingerollt werden, ein Bad mit Safaridusche gibt es auch und ein gemeinsames Esszimmer für die 6 Gäste, die in den 3 Starbeds schlafen können. Hier hätte ich gerne noch eine Nacht verbracht, der Fluss ist sicher auch interessant, besonders am Morgen. Betrieben werden die Starbeds von der Samburugemeinde, die so ein zusätzliches Einkommen hat, die Logistik kommt von der Lodge, was einen hohen Standard gewährt. 
Auf dem Rückweg sehen wir: Ganz nah. Eine Elefantengruppe mit Jungtieren und  Bullen mit sehr großen Stosszähnen, 2 Sekretärsvögel im Nest, Netzgiraffen, 3 Schakale: Ein Paar mit einem Jungtier. Außerdem Elandantilopen, Grevy Zebras, sehr viele Dik-Diks. Eben lag eins gaLeopard auf safarinz ruhig neben der Strasse, ich sage zu Lenny: Hier sind sicher keine Raubtiere, die Dik-Diks sind so entspannt! Wir fahren um eine Kurve, da steht vor uns auf dem Weg ein grosser männlicher Leopard ! Ich bin so verblüfft, dass ich die Kamera vergesse! Er geht ins Gebüsch und wir fahren langsam ran : Da sitzt er und beobachtet uns misstrauisch und neugierig, wie Katzen eben so sind. Ich kann ein paar Bilder machen und dann trollt er sich langsam. Es wird jetzt dunkel, wir sind am Fluss und fahren weiter. Hier ist es nicht so kalt, die Jacken brauchen wir noch nicht. Es gibt jetzt einen Sundowner, Lenny hat alles dabei, sogar Klappstühle. Wir steigen aus und geniessen den Sonnenuntergang, nur schade das der so schnell vorbei ist. Auf dem Rückweg sehen wir im Halbdunkel noch eine grosse Elefantenherde, die sich schon ein Plätzchen für die Nacht gesucht hat: Die Jungen stehen in der Mitte und die grossen Tiere sichern nach aussen ab. Wir lassen sie in Ruhe, im Dunkeln sind sie sehr nervös. Dann benutzen wir die Lampe und sehen wieder viele Dik-Diks und zum Abschluss noch einen gefleckten Serval. Im Dunkeln kommen wir zurück in die Lodge,  im Zimmer stelle ich fest, das aufgeräumt wurde: Alle unsere Sachen, die wir in der Eile im Zimmer verstreut hatten sind aufgeräumt und ordentlich im Regal! So jemand brauche ich Zuhause!  Wir duschen, gehen ins Wohnhaus, wo sich die Bar, Esszimmer und Wohnzimmer mit Kamin für die Gäste befinden, genau wie früher.  Kid und der andere Manager, ein junger Engländer namens Alastair sind auch da, noch ein Bekannter der zu Besuch ist (er hat Lomolo entdeckt am Wasserloch) : Die beiden Jungs unterhalten uns mit typischen britischen Humor und dem obligatorischen Gin-T bis zum Abendessen. Wir sitzen auf der Veranda zusammen mit den Dreien uVenus und Jupiter mit Sichelmondnd genießen den Sternenhimmel: Venus und Jupiter stehen immer noch über dem Halbmond; nur ein paar Zentimeter oder Lichtjahre weiter oben. Die Geräusche der afrikanischen Nacht sind die schönste Musik, mehr braucht man nicht. Es ist auch nicht so kalt, eher wie ein Frühlingsabend, ich habe nur Sandalen und einen Leinenrock (plus mein letztes T-Shirt ) an, das geht.  Das Essen ist lecker und etwas britisch, Rindersteak und Gemüse von der Farm mit Yorkshire Pudding. Wir erzählen von unserem ersten Besuch vor 14 Jahren, als Carletto, der Italiener, die Lodge noch selbst betrieb (da gab es Pizza und Filetto).  Etwas später brauche ich dann doch eine Decke, wir unterhalten uns gut und lassen den erlebnisreichen Tag gut ausklingen, vor dem Kamin, da kommt dann auch der Haushund dazu: Zu meinem Entsetzen ist es ein Dackel! Das passt gar nicht, vor den Kamin gehört ein richtiger großer Hund!! Carletto hatte damals einen grossen, wunderschönen Jagdhund, der uns auf der Buschwanderung begleitete.   Alester hat den Dackel von seiner Schwester geschenkt bekommen und der Hund ist leider gar nicht erzogen, er rennt immer weg in den Busch, das wird er nicht lange überleben! Ich versuche ihm auf die Schnelle ein paar wichtige Erziehungstipps zu geben. Die Samburu nennen den Hund: Große Ratte, so einen komischen Hund haben die noch nie gesehen. Was wollen wir morgen früh machen? Wir entscheiden uns für einen kurzen Spaziergang den Berg runter mit abschliessendem Gamedrive, wir müssen auch noch das Cottage besichtigen. Irgendwann gehen wir dann todmüde ins Bett, was für ein Tag.
Hier gehts  zu Loisaba und den Starbeds.

 

loisaba-lodge Kenia

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