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Reiseberichte aus Afrika

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2. Dezember: Loisaba und Weiterreise nach Manda:
Netter Samburumann, wiedergebrachte Wäsche und ein Strandresort am Ende der Welt

Heute stehe ich ganz früh auf, weil ich weiss, der Sonnenaufgang auf Loisaba ist absolut phantastisch. Und so ist es: Langsam taucht die Sonne die Ebene und die Berge in ein sanftes Licht und man kann schon bald das Wasserloch sehen, der Mount Kenya in der Ferne mit seiner Spitze in den Wolken. Ich ziehe einen der schönen Kikoi-Bademantel an und gehe in unser altes Zimmer, was wir vor 14 Jahren hatten, was jetzt viel schöner ist, aber den gleichen Ausblick bietet.   Wir frühstücken mit diesem Blick (was gab es eigentlich ? Englisches Frühstück, Obst,...) und schauen draussen im Carport nach der Großen Kudumutter, die sich dort mit ihrem Jungtier häuslich niedergelassen hat, hier sind sie sicher vor Raubtieren. Dann gehen wir mit Lenny und einem Ranger den Berg hinunter. Auf dem Weg sehe ich überall Kaktusfeigen. Ich frage Lenny, ob die hier Zuhause sind, er verneint. Das habe ich mir gedacht: Da hat sich Carletto ein paar Andenken aus Italien  mitgebracht und sie haben sich hier gut vermehrt. Lenny bestätigt uns, dass die Affen die Früchte lieben und so überall die Samen mit dem Kot verteilen; die Samburu kennen die Pflanze nicht und essen deshalb nichts davon. Wir gehen weiter hinunter, es ist angenehm: Noch kühl, aber die Sonne wärmt uns schon. Hier, in Afrika ist immer Frühling. Wir sehen Wasserböcke, die uns arglos betrachten. Lenny zeigt auf meine Hose und sagt : Thicks. Die Grünen Flecken, die ich für Kletten halte, sind bei genauem Hinsehen Zecken. Die will ich erstmal los werden, alle helfen und wir gehen weiter. Unten wartet der Defender auf uns, jetzt fahren wir weiter weil wir wenig Zeit haben, leider müssen wir heute schon abreisen. Wir treffen auf eine grosse Giraffengruppe und sehen eine Herde Büffel im Busch. Kurzerhand fährt Lenny querfeldein hinter den Büffeln her, mitten durch den Busch; undenkbar im Nationalpark, aber hier im privatem Schutzgebiet hat man mehr Freiheiten und die Ranger sind keine Staatsdiener des KWS, die Strafzettel verteilen.  Einige Kaktusfeigen müssen dran glauben, aber die gehören eh nicht hierher. Wir sehen wieder Dik-Diks, die sind überall, genauso wie die Kaktusfeigen. Die Büffel finden wir, aber sie machen sich schnell aus dem Staub. Netzgiraffen frühstücken in aller Ruhe in den Akazien. Dann sehen wir zwei Schabrakenschakale, sicher auf Beutefang. Etwas weiter kommen wir an den Bau, auf dem die Welpen spielen. Wir halten Abstand und beobachten die Fünf eine Weile. Aber dann nehmen die kleinen Schakale  unsere Witterung auf und schon sind alle im Bau verschwunden. Wir gehen hin und spähen hinein, aber es ist kein Welpe zusehen, nur Gänge, die weit nach unten führen. Wir fahren durch ein Tal und suchen in den Felsen am Berg nach Leoparden, die sich dort gerne ausruhen, heute ist keiner da. Wir fahren noch zu den Starbeds am Damm, ein guter Platz, gerne wären wir hier noch für eine Nacht geblieben. Der Ausblick auf die Ebene ist sagenhaft. Einen Oryx sehen wir in der Nähe. Auch das Private House besichtigen wir, ein sehr authentisches und phantasievolles Haus. Beim Blick aus der Dusche vergisst man sicher die Seife.. Alles ist aus den Materialen gebaut, die man hier findet, bis auf das Makutidach, das kommt von der Küste. Auch das Cottage ist sehr schön, mit 4 Personen hat man hier viel Platz. Der Tag ging  viel zu schnell vorbei und wir beschliessen, unbedingt wieder zu kommen. Wir packen diesmal alles ein, die Hausdame bekommt noch ein Extratrinkgeld und Lenny fährt uns zum Airstrip. Lenny ist übrigens ein netter Samburu. Die Samburu haben den Ruf, Ihre Frauen schlecht zu behandeln, sie sind echte Machos, lassen die Frauen die ganze Arbeit machen und schlagen angeblich gerne mal zu. Lenny sagt mir, er wäre immer nett zu seiner Frau und geschlagen hätte er sie noch nie.. Ich glaube ihm, er macht einen vernünftigen Eindruck und arbeiten tut er ja auch.  Da kommt unser Flieger, wir verabschieden uns und steigen ein. Die gleiche Rundreise; wieder über Meru, Samburu, Nanyuki. Hier wartet Annabelle auf uns, Sie hat unsere auf Sosian vergessene Wäsche zur Maschine gebracht und wünscht uns gute Weiterreise, wie nett.  Dann geht’s nach Nairobi. Mir ist mal wieder übel, zu viele Aufwinde zur Mittagszeit. Um 13 Uhr sind wir am Wilson, hier wartet schon Lazarus  mit unserem extra Lamu-Gepäck und bringt uns von Safarilink zu Airkenya. Wie immer gibt es  grosses Palaver, weil wir viel Übergepäck haben, nach guten Zureden dürfen wir noch eine Tasche ins Handgepäck nehmen und zahlen nur für die andere Tasche, immerhin 38.-€. Abschied vom guten Lazarus und wir gehen in Dormanns Coffeshop, ich habe Durst und Hunger.. Außerdem haben wir über 2 Stunden Zeit bis der Flieger nach Lamu geht. Wir bestellen Hamburger mit Pommes und Sandwich, es kommen riesige Portionen und guter Kaffee. Ich probiere Hüte auf im Dutyfreeshop und albere rum, man muss sich ja die Zeit vertreiben. Am Nebentisch beäugt uns eine blonde Dame neugierig,  spricht uns aber nicht an. Dann kommt unser Aufruf, früher als geplant und wir steigen ein. Die Blonde hat auf dem Sitz einen grossen Karton mit Kräutern, wie hat sie das gemacht ? Auf dem Flug döse ich etwas und bald sind wir an der Küste, fliegen über endlose einsame Strände und dann über die Mangroven. Eine Schleife über Lamustadt ( man sollte sich immer rechts hinsetzten) und dann landen wir auf Manda.

Insel Manda -Lamu:
Warme, feuchte Luft umhüllt uns. Wie immer kommen die Flughafenkatzen auf das Rollfeld und begrüßen die Ankommenden. Ich bin vorbereitet, eine Tüte Katzenfutter ist in der Handtasche, da kommen auch die Katzenbabys an der Baracke nicht zu kurz. Als wir unser Gepäck haben suchen wir den Handwagen von Manda Bay und lassen aufladen. Jetzt gibt sich die blonde Dame zu erkennen, es ist Bimbi, die Inhaberin von Manda Bay. Sie war beManda Bayim Zahnarzt  in Nairobi und wusste, das wir kommen, war sich bei Dormanns aber nicht sicher, ob wir es sind. Ein richtig schönes Motorboot wartet auf uns und das Gepäck wird verladen, darüber kommt sogar eine Plane, um es vor Spritzwasser zu schützen. Das Boot ist richtig schnell und wir fahren um die Insel. Viele Dhows und Boote sind unterwegs und winken. Um 17 Uhr kommen wir an, ein wirklich schönes Plätzchen mit Blick aufs Festland, einem schneeweissen Strand und einer wunderschönen grossen Dhow. Die Anlage ist riesig und der Garten, durch den man zu den Bandas geht ist wunderschön, die Blüten der Frangipani und andere Bäume duften, überall sind Vögel. Unser Banda ist riesig und einer der letzten am Strand, wir haben 3 Meter zum Wasser. Die Bandas sind  untenrum gemauert und mit Palmmatten verkleidet, auch das Bad ist massiv gebaut, obenherum ist aber alles offen und es gibt mein geliebtes Makutidach! Sehr grosse Betten mit schöner Wäsche, gute Matratzen und grosse Netze. Es gibt schöne Badmäntel, wunderbar duftende Bioseife und Duschgel . Alles grosszügig und rustikal-luxuriös. Erstmal alles ausziehen und möglichst wenig wieder anziehen, das tut gut. Dann ein Bad im Meer !  Hans-Peter ist rundum zufrieden, diese Art von Luxus mag er sehr. (Können wir nicht länger als 2 Tage bleiben ? Upps, das überschreitet doch unser Budget. ) Vor dem Abendessen beim Sundowner an der grossen Bar treffen wir noch Fuzz, den Ehemann von Bimbi ( ja, die heissen wirklich so..) und den jüngeren,  lustigen Manager Ed. Das Abendessen gibt es an einem grossen Tisch direkt im Sand am Strand mit vielen Laternen und Kerzen, oben leuchten noch immer Venus und Jupiter: Hinreißend. Es gibt eine Tischordnung, so das man nicht immer neben seinem Partner sitzt, sondern auch mal andere Leute kennen lernt. Es sind 12 Leute am Tisch,  Bimbi und Fuzz essen mit ihren Gästen und sorgen wir Unterhaltung, so soll es sein. Ed sitzt neben mir und wir haben gleich ein Gesprächsthema, den Katavi Park in Tansania. Ed ist schon überall gewesen und hat auch in Tansania gearbeitet. Er ist wie ich der Meinung, dass der Katavi das Beste ist, was man im Augenblick in Ostafrika sehen kann: Afrika, so wie es Livingstone vorgefunden haben muss: Wild, schön und voller Tiere. Auch über die Wildhunde sprechen wir, er hat vor kurzem einen Wildhund hier vorbeischwimmen sehmandabay-lamuen und er ist sich sicher, dass Afrikanische Wildhunde auf Manda leben. Wir sind uns also einig. Das Essen ist superlecker und der Wein auch, ich esse viel zu viel: Languste, frischer Fisch; das macht satt. Aber das Dessert geht noch..  ? Der Abend ist warm und vom Meer kommt ein leichter Wind. Ed fragt, was wir morgen machen wollen: Vielleicht ein early morning gamedrive auf die Insel ? Das ist ernst gemeint: Es gibt 2 antike Land Rover; aber ich lehne ausnahmsweise ab, einmal ausschlafen... Obwohl, ich überlege noch: Es gibt manchmal Büffel, Giraffen, Flusspferde und allerlei anderes Wild zu sehen, kürzlich sogar einen Leoparden. Die Tiere können bei Ebbe durch den Kanal laufen, der dann fast trocken fällt. Wir gehen noch an die Bar, hier gibt es gibt leise Musik . Dann gehen wir schlafen, der Weg zum Banda ist sehr dunkel, gut die Taschenlampe zu haben. Zum Rauschen des Meeres schlafen wir wunderbar ein. Irgendwo auf dem Dach ist ein Buschbaby unterwegs und überall sind die Geckos auf der Jagd.
Hier ist Manda Bay

3. Dezember: Dhowausflug in Manda Bay und Schorcheln bei Manda Toto

Heute muss ich mich wundern, Hans-Peter ist vor mir aufgestanden und badet nackt im Meer, ich kann ihn vom Bett aus sehen. Das hat er noch nie gemacht ! Normalerweise muss ich ihn aus dem Bett prügeln, aber in Afrika ist alles anders.  Langschläfer werden hier zu Frühaufstehern. Ich gehe gleich hinterher, aber lieber im Bikini, falls doch einer vom Personal vorbeischaut. Das Wasser ist traumhaft warm und alles ist ruhig, nur die Vögel zwitschern. Da kommt auch schon ein junger Mann und bringt uns Tee und Kaffee. Der Kaffee ist leider scheusslich, ich trinke nur noch Tee hier. Nach dem sehr guten und reichhaltigen Frühstück sollen wir mitfahren  zum Schnorchelausflug auf der grossen Dhow, wir bekommen Flossen und Taucherbrille verpasst und schon gehts los, Bimbi ist auch dabei und natürlich Ed. Das Schiff, die Utamaduni, ist wirklich riesengross und wunderschön: Unten gibt es 2 Schlafzimmer und oben stehen Tische und Stühle, Sitzecken mit Kissen und sogar ein WC an der Aussenwand. Wir fahren  weil kein Wind ist,  mit Motor die Küste entlang, unterwegs treffen wir andere Dhows. Wie klein die sind von hier oben. Ed steht am Bug und winkt den anderen Dhows mit weltmännischer Geste zu; besonders wenn darauf junge Touristinnen zu sehen sind. Die nehmen leider kaum Notiz von ihm, was Bimbi zu einigen witzigen Bemerkungen veranlasst. Ed ist immer auf der Suche..  Bei Manda Toto ankern wir und schwimmen zum Riff, das Wasser ist ruhig und seicht: So macht schnorcheln Spass, auch Hans-Peter ist gut im Wasser unterwegs. Es gibt viel zu sehen, bunte Fische in allen Größen und eine grosse Karettschildkröte, die sich im Riff versteckt. Leider sind viele Korallen grau, die Klimaerwärmung geht auch an Lamu nicht vorbei.  Als wir zurück auf dem Schiff sind, ist schon das Mittagessen aufgebaut, frisch gegrillter Fisch, Salate, Nudeln, Reis, alles sehr lecker. Es gibt Wein, Bier und Säfte. Wir ruhen etwas aus und dann wird das grosse Segel gesetzt, das dauert fast eine halbe Stunde, weil einiges umgebaut werden muss. Dann segeln wir mit einer leichten Brise zurück, Ed steht wieder am Bug und winkt den Mädels... Um 5 Uhr sind wir in Manda Bay und sehr müde, aber wir machen einen kleinen Strandspaziergang. Leider ist der Strand hintenraus komplett befestigt, so das wir meist auf Beton laufen. Ein sehr schönes Haus liegt versteckt im Busch, das gehört der Bayerin, die wir gestern an der Bar trafen. Ihre Angestellte führt die beiden Schosshunde aus und telefoniert mit ihrer Freundin, wir überlegen uns ernsthaft, die zwei Hündchen zu kidnappen und als Lösegeld das Haus zu fordern, Sie will es sowieso verkaufen, das könnte klappen.
Nachdem wir die “Dognapping” Pläne doch verworfen haben, gehen wir an die Bar, da gibt es zum Sundowner ein Carpaccio vom Thunfisch, superlecker! Später sitzen wir wieder am Strand unter den Sternen (oben  immer noch Venus und Jupiter)  am grossen Tisch, es sind ein paar neue Gäste da und wir unterhalten uns gut. Das Essen ist wieder sehr gut und ich esse definitiv zu viel von allem: Lobster, Fisch..  Ein  Paar entscheidet sich dazu, heute Nacht auf dem Deck der Dhow zu schlafen, um endlich Sternschnuppen zu sehen, kein Problem, das wird arrangiert. An der Bar gibt es noch  Verdauungsschnaps und leise Musik, das Meer rauscht und die Geckos sind auf Beutefang im Makutidach. Wir gehen gehen durch den Garten in unser Banda, sitzen noch draussen und hören den Buschbabys zu, bis wir dann in unser schönes Bett gehen.

4. Dezember: Abschied von Manda Bay und Fahrt nach Shella, Lamu ins Stop over Hotel

Heute morgen gehen wir gleich  zusammen schwimmen, nach dem Frühstück verkauft mir Ed noch eine Massage, einer seinen vielen Jobs hier. Die Masseuse kommt um 10 Uhr ins Banda und ein Massagetisch wird auch gebracht. Nach einer Stunde Ganzkörpermassage mit Blick aufs Meer bin ich wie neu geboren und total enstpannt. Das war nicht billig ( 45.-€) aber es hat sich gelohnt, die afrikanischen Masseusen haben einfach Gefühl in den Fingern. Wir machen noch einen Spaziergang in den Busch hinter der Anlage, dort sind die Unterkünfte der Angestellten und einen Fussballplatz haben sie auch. Wir suchen nach dem Scharlachspint ( Merops nubicus), den es hier geben soll, wir sehen viele andere Vögel, aber nicht diese wunderschöne Spezies. Nach dem Mittagessen packen wir und verabschieden uns von allen, es hat uns sehr gut gefallen, aber wir freuen uns jetzt auf Shella. Das schnelle Boot bringt uns in einer guten halben Stunde zum Airstrip und dann über den Kanal an den Jetty in Shella. Dort sollte eigentlich die Jungs vom Hotel auf uns warten, aber es ist keiner da. Ich gehe die paar 100 Meter allein ins Stop Over Hotel und Hans-Peter bleibt bei unseren vielen Taschen. Am Hotel sehe ich schon ein paar der Katzen aus dem Strandrudel, sie begrüßen mich gleich. Auch der Besitzer Hamid  begrüßt mich auch freudig, er hätte nicht genau verstanden, wann wir kommen.  Zwei Jungs vom Hotel gehen vor und holen die Taschen ab.  Hamid führt mich in unser Zimmer im 2.Stock, es ist wirklich schön mit 2 grossen Betten und sehr luftig, für den Preis kann man nicht meckern. Ein Begrüßungsgetränk gibt es auch und ich kann endlich mal etwas auspacken, wir bleiben 5 Tage hier. Das Katzenfutter als Erstes und dann gehen wir runter die Katzen füttern. Ausserdem habe ich eine Katzenbox für meine Freundin Angelika dabei, die will ich auch gleich besuchen und hören, was es Neues gibt. Ich nehme auch die Hundekuchen für die 2 verbliebenen Strandhunde mit, die sie betreut. Alle freuen sich, auch unser Freund Juma, der sich um die Kamele und die Hunde kümmert, auch er bekommt ein paar Sachen, die wir mitgebracht haben. Alle freuen sich über  die Mitbringsel, am meisten aber Pretty, die schlanke Podencohündin, über die guten HLamus Katzenundekuchen. Wir sind alle froh, dass die beiden Hündinnen jetzt kastriert sind, es war nicht einfach für Angelika die vielen Welpen zu vermitteln. Gut, das jetzt wieder ein Tierarzt in der Tierklinik ist. Wir haben das Gefühl nach Hause gekommen zu sein hier in Shella, fast jeder kennt und begrüßt uns. Zum Abendessen bestellen wir einen Tisch im Peponi, wie immer. Im Hotel probiere ich die Campingdusche aus, die wir auf die Dachterrasse gelegt hatten, Hans-Peter meint für ihn wäre das Wasser aus der Leitung warm genug, aber ich brauche heisses Wasser. Als ich aus der Dusche komme, ist mir kalt, hier bläst der Wind durchs Zimmer und es gibt keinen Bademantel... Der kommt auf die Einkaufsliste für morgen. Als wir zum Essen gehen, sehe ich das Max, der Strandkater, den ich schon von klein auf kenne, ein triefendes Auge hat, er hatte schon immer Probleme mit dem rechten Auge.  Darum muss ich mich morgen kümmern.  An der Bar im Peponi beim obligatorischen Sundowner treffen wir weitere Bekannte.  Das Abendessen im Peponi ist gut wie immer und es ist noch nicht viel los. Irgendwas ist hier anders, ich weiss aber noch nicht was. Wir gehen am Strand entlang zurück ins Hotel, es ist angenehm kühl und der Blick von der Terrasse grandios, wir schlafen wunderbar.

5. Dezember: Strandleben in Shella, Katzendramen und Grüne Suppenschildkröten
Kurz nach 5 Uhr werden wir geweckt, aus der Moschee nebenan hören wir das Morgengebet, schön gesungen und live, nicht vom Tonband. Gibt es einen schöneren Weckruf ? Vor allem, wenn man sich danach nochmal umdreht und weiterschläft !
Heute morgen müssen wir zum Schwimmen ein Stück laufen, denn hier im Hafen sind viele Boote und Fischer. Danach bestellen wir das Frühstück, was wir auf der Terrasse vor dem Zimmer serviert bekommen. Der Gewürztee ist klasse, der Kaffee und auch das Obst, aber der Toast ist wie Zwieback, die Marmelade leider nicht selbstgemacht, die Katzen in Shela LamuEier in Ordnung, wir sind eben verwöhnt...
Ich gehe die Katzen füttern, jetzt sind alle da: Tricolor hat schon die halbe Nase durch Katzenschnupfen verloren, sie muss ungedingt zum Vet,  Max auch, sein Auge sieht schlimm aus. Aber sie fressen alle, sie lieben das Trockenfutter aus Deutschland. Im Hafen kommt ein Fischer und bietet mir einen Kingfisch an, über 2 kg für 500 ksch, heute morgen gefangen.  Ich habe noch keine Kenia-Schilling, aber ich habe Kredit und nehme den Fisch. Der kommt in die Küche, der Koch kümmert sich drum. Wir gehen zu Angelika und lassen uns die Katzenbox geben, wir rufen den Vet an, damit der seine Jungs schickt, die die beiden Katzen fangen sollen. Yuma ist auch da und wir laden ihn zum Mittagessen ins Hotel ein. Beim Mittagessen erzählt er, so wie es Ihm ergangen ist, leider waren wenig Touristen da und deshalb lief das Geschäft, von dem er lebt : Reiten mit den Kamelen, nicht so gut wie geplant. Man kann zum Beispiel von hier über den 12 km langen Strand nach Kizingo reiten oder laufen, die Kamele tragen das Gepäck. Eine gute Idee,  wenn man dort 1 oder 2 Tage verbringen will, aber man muss früh morgens los, wenn es noch kühl ist. Auch kurze Strandritte am Abend auf die Dünen sind möglich, man hat einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang. Das Essen ist gut, frisch gegrillter Fisch, handgeschnitzte Pommes, Salat und frischer Passionsfruchtsaft. Wir lassen die restlichen Fischfilets einfrieren, es gibt einen Kühlschrank für die Gäste.  Nach dem Essen sind die beiden Jungs von der Tierklinik da und versuchen Max zu fangen, sie haben Handschuhe an und stürzen sich todesmutig auf den Kater, aber der ist leider schlau und entwischt ihnen. So wird das nix, ich nehme die Katzenbox und lege Futter rein, die stelle ich Tricolor vor die kaputte Nase. Sie ist neugierig, aber sie geht nicht rein. Ich geb ihr einen kleinen Schubs und drin ist sie, ich mache die Tür zu, das war`s. Die können sie jetzt mitnehmen nach Lamu und verarzten lassen. Max ist nicht mehr zu sehen. Wir gehen jetzt erst mal an den Strand und ruhen uns etwas aus. Der Strand ist vorne etwas belebt, man sieht so 20 Leute, aber weiter hinten ist niemand mehr. Die beiden Hunde sind auch am Strand und freuen sich, sie laufen mit uns. Auf dem Rückweg gehen wir ins Peponi, das Essen für heute abend bestellen und was trinken. Die Fischer bringen gerade drei Schildkröten, die sogenannte Grüne Suppenschildkröte, Chelonia Mydas,  die liegen jetzt  auf dem Rücken und werden dann gewogen, gemessen, gechipt und von den Seepocken befreit, die auf dem Panzer sitzen und irgendwann den Panzer zerlöchern würden. Für 25 € kann man beim Turtle Trust eine Schildkröte adoptieren, die Fischer bekommen davon eine Prämie für Abliefern, vom Rest werden die Einheimischen bezahlt, die fürs Projekt arbeiten. Früher wurden die Schildkröten verkauft und geschlachtet, gut das es jetzt so geht und alle haben was davon, vor allem die Schildkröten, die jetzt nicht mehr in die Suppe müssen. Nach der Säuberung von den Parasiten (Seepocken sind Mollusken) und der Kennzeichung dürfen die Schildkröten wieder ins Meer, sie sind blitzschnell davon geschwommen. Der Tag geht schnell vorbei, es gibt immer was zu tun oder zu sehen. Wir gehen noch schnell einen Bademantel kaufen, der ist aus Kikois gemacht und mit dünnem Frottee gefüttert, die werden hier genäht und kosten nur 20.-€, ein grasgrüner soll es sein, Hans-Peter will den für Zuhause haben.
Als wir zum Essen gehen, packe ich noch ein Tütchen Happycat,  für Bush, den Kater aus dem Peponi ein, das liebt er über alles. An der Bar treffen wir die üblichen Verdächtigen. Auch Anna ist da, Sie hat ein schönes Haus, was Sie vermieten will wenn Sie weg ist und sagt, wir sollen vorbei kommen, um es anzusehen.
Am Tisch im Restaurant merke ich was los ist: Hauskater Bush ist nicht da. Ich gehe ihn sofort suchen, aber da, wo er immer lag ist nur ein leerer Platz und seine Futterschüssel fehlt auch. Mir wird es ganz komisch, auf dem Tisch steht schon die Vorspeise und Hans-Peter will mich beruhigen, aber ich frage gleich Margot,  die uns begrüßen kommt,  nach dem Verbleib von Bush. Die macht ein komisches Gesicht und erzählt uns, dass Bush vor ein paar Wochen morgens tot im Garten lag. Er hatte keine sichtbare Verletzung und keiner weiss, was ihm passiert ist: Ob es eine Schlange war oder sein alter Feind Billtong, der Stafffordshire-Terrier von Nils? Ich bin nicht sicher bei Billtong, denn Bush war schlau und ist ihm aus dem Weg gegangen, außerdem würde man sicher Bisspuren sehen, wenn ein Staff zubeisst. Ich bin furchtbar traurig, denn ich hatte Bush vor 4 Jahren als kleinen Kater ins Peponi gebracht und Carol überredet, ihn als Hauskater zu behalten. Damit habe ich nicht gerechnet, ihm ging es immer bestens hier, er wurde von allen verwöhnt. Dann kommt das Essen und mein Filetsteak ist wie eine Schuhsohle... Das ist zuviel, ich breche in Tränen aus, Hans-Peter schickt das Essen zurück und will mich trösten: Bush hätte ja immerhin fast 4 Jahre wie im Paradies gelebt.  Nützt nichts, ich hab keinen Hunger mehr und gehe in die Bar, meinen Kummer in Wein ertränken.

6. Dezember, Shella und Lamustadt: Kuriose Bankgeschäfte und ein Hotel wie ein Museum

Heute morgen müssen wir nach Lamustadt, wir wollen an den Bankautomat, das Bargeld geht zur Neige. Ausserdem steht auf dem Plan, dass wir uns 2 Hotels dort ansehen. Wir fahren früh mit dem Boot rüber, am Automat vor der Bank stehen nur Leute die den Kopf schütteln, der Automat ist mal wieder ausser Betrieb. In der Bank stehen ungefähr 40 Leute an den 2 Schaltern an. Es ist die einzige Bank auf der Insel. Ich frage einen Mann am Schreibtisch, wo ich Geld mit der Kreditkarte bekomme. Er schickt mich die Treppe hoch, ich muss durch eine Baustelle in einen anderem Raum, da sind nur 6 Leute vor mir. Trotzdem dauert alles sehr lange, ein Mädchen vor mir gibt auf und geht. Langsam wird mir klar, dass ich hier meinen Pass brauche um Geld zu bekommen. Der ist aber im Hotel. Eigentlich könnte ich auch gehen, aber ich habe schon 40 Minuten gewartet. Ich überlege, was ich als Ersatz nehmen könnte. Ich habe meinen Fahrzeugschein dabei, der hat viele Stempel. Als ich dann dran bin, lege ich den zusammen mit der Kreditkarte auf den Tisch. Der junge Bankangestellte schaut sich den von allen Seiten an und zeigt ihn seinem Kollegen. Er fragt mich, warum da kein Bild drin ist und ich antworte, das sei in Deutschland jetzt so. Nach einigem Hin und Her ist er zufrieden damit und fragt mich nach der Summe, die ich haben will. Ich hätte gerne umgerechnet 400.-€ , das tippt er ein, aber die Maschine sagt nein, das war wohl über dem Tageslimit (das sollte man wissen) . OK,  wir versuchen die andere Karte mit 300.-€,  die geht und er stellt mir den Zettel aus. Alles das dauert noch mal einen halbe Stunde, dann gehe ich zum Schalter unten und lasse mir das Geld geben. Hans- Peter wundert sich das ich solange Geduld hatte, aber wir brauchen Bar-Geld . Jetzt gehen wir einen frischen Saft trinken und dann machen wir uns auf den Weg zum Lamuhouse, was wir uns ansehen wollen.  Wie bei so vielen Häuser ist man auch hier überrascht, wenn man drin ist:  Alles ist hell, großzügig, freundlich und kühl.  Es gibt einen kleinen Pool im Innenhof,  Sitzecken mit Polstern und vielen Kissen. Alles wirkt sehr einladend, auch die Zimmer, sie sind alle verschieden gestaltet und haben sehr schöne Swahilibäder. Fast alle Zimmer haben Meerblick, der Standard ist hoch und das Personal sehr freundlich.

Dann rufen wir im nächsten Hotel an, im Baitil Ajaib, wir wissen nicht genau wo es ist und lassen es uns erklären. Der freundliche Herr am Telefon meint, wir sollten uns einen Fremdenführer nehmen, aber das schaffen wir aucBaitil Ajab Lamuh alleine meint Hans-Peter. Er geht voraus und führt mich geradewegs hin, das Hotel sieht von aussen unscheinbar aus, wie alle alten Swahilihäuser, es ist alt, aber renoviert und hat ein gutes Dach. Wir klopfen und es kommt uns ein sehr freundlicher Herr im traditionellen arabischen Gewand, der sich als Malik vorstellt. Der Besitzer heisst Paul Weaver, das weiss ich, aber Malik scheint der Besitzer zu sein. Ich lasse ihn erstmal erzählen und er fragt nach meiner Visitenkarte, ich habe vergessen welche einzustecken, das amüsiert ihn sehr. Sein Freund, mit dem er das Hotel betreibt, sei leider krank und liege mit Grippe zu Bett, so müssten wir nur mit ihm Vorlieb nehmen. Zu erzählen hat er viel, als er zum ersten Mal vor 14 Jahren in Lamu war, hat er sich in den Platz verliebt und das alte Haus als Ruine gekauft. Viele Jahre hat er renoviert und versucht die alten Strukturen zu erhalten, er hat Handwerker gesucht, die noch die alten Techniken mit den Korallensteinen und der Kalkfarbe beherrschen und musste sich schliesslich selbst sachkundig machen, da kaum noch jedoch dieses Wissen hat. Leider bauen viele mittlerweile mit Zement, der dann versalzt und Feuchtigkeit zieht. Die Zimmer sind alle originalgetreu restauriert, auch die Bäder und die alten Wandregale. Malik erklärt uns den Sinn und die Symbolik der Regale in den Häusern. Man baut sie ein, um dort die bösen Geistern zu versammeln, die sich durch die schönen Dinge, die dort drin stehen angezogen fühlen. Jedes Motiv hat eine andere Bedeutung, so ist die Schildkröte das Fruchtbarkeitssymbol und die Kette aussen herum steht als Warnung, sich nicht zu sehr den sinnlichen Verlockungen hinzugeben. Sehr interessant, das haben wir noch nicht gewusst. Das ganze Haus ist fast wie ein Museum für Swahilikultur. Wunderschöne antike Holzbetten, Truhen, alte geschnitzte Türen, alles ist sehr authentisch. Die Zimmer sind sehr ausgefallen und das ganze Haus wirkt wie eine Oase in der heissen und lauten Stadt.  Die Innenhöfe sind kühle Plätze und die Dachterrasse ist in der Nacht sicher sehr schön, wenn dann überall die arabischen Lampen brennen. Der Koch hier wird uns auch vorgestellt, er ist ein Masai, der französisch kocht, was auch ungewöhnlich ist. Ein wirklich schönes Haus, was wir gerne anbieten. Wir verabschieden uns und Malik gibt uns noch seine Karte, das steht wieder Paul Weaver. Er erklärt uns, dass er Amerikaner sei, konvertiert ist als er hier lebte und das Malik sein muslimischer Name sei. Er erzählt auch, das er viele Jahre in München gearbeitet hat und Deutsch spricht. Wir verabreden, uns vielleicht in Shella noch mal zu treffen. Ich rufe unseren Kapitän an und wir gehen an den Jetty, wo wir abgeholt werden.  Die kühle Luft auf dem Boot ist angenehm. Zurück im Stop Over erstmal frisch machen, dann die Katzen füttern, die warten schon, nur Max ist nicht da. Hinten im Hafen sind viele hungrige Katzenbabys, die brauchen dringend Futter. Ich lasse im Hotel Spagetti kochen, mit Karotten ( für die Katzen-Augen) und Fisch. Wir fahren noch nach Manda, wo wir unser Surfbrett aus dem Lager eines Bekannten holen, das liegt da jetzt über ein Jahr. Alles ist noch da und wir transportieren es nach Shella, wo wir es an der Surfschule unterstellen. Dann gehen wir an den Strand und relaxen, wir besuchen Angelika und danach gehen wir die kleinen Katzen füttern.  Das war ein heute anstrengender Tag, zum Abendessen sind wir im Peponi und lassen uns verwöhnen.
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Wer den Anfang noch nicht gelesen hat: Teil 1 ist hier:

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